17. Oktober
Schloss Kittsee: Ausstellung "hALT! Keine GewALT!" eröffnet
Unsichtbare Gewalt
Gewalt kann viele verschiedenen Formen annehmen. Die Wanderausstellung „hALT! Keine GewALT!“ vom Verein Pro Senectute ist noch bis 20. Feber im Schloss Kittsee zu sehen.
Mario Jaksch, Bezirksparteiobmann FPÖ Neusiedl, Mag. Anton Hörting, Abteilungsleiter – Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Gerlinde Hochhauser, Vorsitzende Pro Senectute und Bürgermeister Johannes Hornek
© Klaus Zwinger
Gewalt kränkt, verletzt und schädigt Menschen - und das in jedem Alter. Die Wanderausstellung „hALT! Keine GewALT!“ von Pro Senectute - einem Verein für das Alter in Österreich, verleiht dem Tabuthema „Gewalt im Alter“ aus Perspektive der Älteren Sichtbarkeit. Eine Ausstellung, welche anschaulich demonstriert, welche unterschiedlichen Formen Gewalt annehmen kann - körperlich, seelisch, finanziell oder strukturell - wurde am Mittwoch dieser Woche im Schloss Kittsee eröffnet. Gerlinde Hochhauser, die Vorsitzende des Vereins Pro Senectute, führte dabei ein Beispiel an:
„Ich habe letztens mit einer Dame gesprochen, die meinte, sie würde niemals Gewalt anwenden. Gleichsam erzählte sie später im selben Gespräch, dass sie, wenn sie mal wieder mit ihrer Mutter streitet, einfach zwei Wochen nicht mit ihr redet - auch das ist eine Form von Gewalt.“
Ziel der Ausstellung ist es, dafür zu sensibilisieren, dass es nicht nur physische Gewalt gibt, sondern dass auch herabwürdigende Sprache, Vernachlässigung oder die Kontrolle über Geld Machtmittel sind, die ältere Menschen massiv beeinträchtigen können. In der Ausstellung gibt es auch interaktive Elemente und lebensnahe Beispiele, die zum Nachdenken anregen sollen. So gibt es etwa mehrere abrufbare Kurzfilme sowie Brillen, die veranschaulichen, wie sich diverse Augenerkrankungen auf das Sichtfeld des oder der Betroffenen auswirken. Aus der Politik war bei der Ausstellungseröffnung neben Mario Jaksch (Bezirksparteiobmann FPÖ) auch der Kittseer Bürgermeister Johannes Hornek (ÖVP) zugegen. Letzterer richtete auch einige Wort an die Gäste der Eröffnung.
„Was sind wir für eine Gesellschaft, dass wir eine Ausstellung brauchen um zu wissen, dass wir unserem Gegenüber keine Gewalt antun sollen?“ formulierte er das, was sich einige im Raum wohl ohnehin gedacht haben. Und: „Es ist gut, dass wir diese Ausstellung haben, aber traurig, dass wir sie brauchen.“ Die kostenfreie Wanderausstellung richtet sich an alle Personen jeden Alters. Jede und jeder kann dazu beitragen hinzusehen, hinzuhören und ein respektvolles Miteinander zu fördern. Ein Besuch ist noch bis 20. Februar möglich.
Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 16:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr. Anmeldungen zu Führungen oder Workshops für Gruppen und Schulklassen sind unter 0660 / 650 12 05 jederzeit möglich. Das Pro Senectute Beratungstelefon „Gewalt und Alter“ ist österreichweit kostenfrei erreichbar: 0699 / 112 000 99. Rufen Sie an, wenn Sie selbst von Gewalt betroffen sind, wenn Sie etwas beobachten oder Fragen zum Thema Gewalt haben. Persönlich, vertraulich und kostenlos – in ganz Österreich.