FF Oberpullendorf: Neubau und drei tonnenschwere „Kameraden“ gesegnet

135 Jahre Feuerwehr

Das neue 241 Quadratmeter große Katastrophenschutzlager, ein Notstromerzeuger und drei in den vergangenen Jahren angeschaffte Einsatzfahrzeuge - ein Wechselladerfahrzeug mit Kran (WLF-K), eine Drehleiter mit Korb (DLK 23-12) und ein Rüstlöschfahrzeug mit Allradantrieb (RLFA 2000) - wurden zum Jubiläum offiziell in Dienst gestellt.

Von Michaela Grabner

Bezirksfeuerwehrkommandantstellvertreter Gerald Schmidt, Vizebürgermeister Nikolaus Dominkovits, Landesrat Heinrich Dorner, Bürgermeister Johann Heisz, Feuerwehrkommandant Andreas Schmidt, Stadtrat Thomas Schmidt, Kommandantstellvertreter Harald Stinakovits, Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Martin Reidl und Vizebürgermeisterin Christina Köppel.

Bezirksfeuerwehrkommandantstellvertreter Gerald Schmidt, Vizebürgermeister Nikolaus Dominkovits, Landesrat Heinrich Dorner, Bürgermeister Johann Heisz, Feuerwehrkommandant Andreas Schmidt, Stadtrat Thomas Schmidt, Kommandantstellvertreter Harald Stinakovits, Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Martin Reidl und Vizebürgermeisterin Christina Köppel.

© Michaela Grabner

Rot-gelb zieren Blumen gleich einer blühenden Burgenland-Fahne die Front der drei großen rot glänzenden Feuerwehrfahrzeuge, links und rechts stehen ihre Patinnen, während Stadtpfarrer Deivasakayaraj Sebasthikkannu diese mit Weihwasser besprengt. Für den dreifachen Zuwachs im Fuhrpark, das neue Notstromaggregat und den 241 Quadratmeter großen Zubau wurden insgesamt 1,96 Millionen Euro investiert. Davon wurden 1,288.000 Euro vom Land Burgenland und 547.000 Euro von der Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt. 125.000 Euro hat die Feuerwehr aufgebracht mittels Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen.

Premiere während Pandemie: Einsatzfahrzeugkauf im Internet

Feuerwehrkommandant Andreas Schmidt stellte die drei neuen tonnenschweren „Kameraden“ im Rahmen der Segnung vor. „Das Rüstlöschfahrzeug mit 2.000 Liter ist unser Allroundlöschfahrzeug mit Wassertank, Pumpe und spezieller Ausrüstung für technische Einsätze. Es rückt zu allen Einsätzen aus und umfasst das ganze Einsatzspektrum der Feuerwehr. Bestellt wurde es während der Corona-Pandemie im Internet. Es ist das erste Fahrzeug, das die Feuerwehr Oberpullendorf per Microsoft Teams bestellt hat, in 12 Stunden wurde das komplette Fahrzeug umgeplant und neu aufgestellt“, führte Schmidt aus. Die Kosten für dieses Fahrzeug beliefen sich auf 443.000 Euro, davon wurden 200.000 Euro durch eine Förderung vom Land, 218.000 Euro von der Gemeinde und 25.000 Euro von der Feuerwehr abgedeckt.

Das Wechselladerfahrzeug mit Kran wurde im Rahmen des Katastrophenschutzprogramms des Landes angeschafft und kostete 550.000 Euro, wobei 450.000 Euro das Land und 100.000 Euro die Gemeinde finanzierte. „Es ist vielseitig einsetzbar, man kann damit Container, schwere Lasten und Fahrzeuge verbringen“, führte Kommandant Schmidt aus.

Das teuerste Einsatzfahrzeug im Fuhrpark der Feuerwehr Oberpullendorf ist die Drehleiter mit Korb, für die 779.000 Euro investiert wurden, wovon das Land 560.000 Euro, die Gemeinde 179.000 Euro und die Feuerwehr 40.000 Euro übernommen haben. „Mit der Drehleiter retten wir Menschen aus Höhen, sichern Dächer und führen Brandbekämpfung durch“, erläuterte Kommandant Andreas Schmidt. Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit Wärmebildkamera, Wasserwerfer und Gelenkarm. Die Maximalrettungshöhe der Drehleiter beträgt 32 Meter.

Der 110.000 Euro teure neue Zubau für Anhänger und Container für den Katastrophenschutz, der durch Eigenmittel der Feuerwehr und einen Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro von der Gemeinde finanziert wurde, wurde in unzähligen Stunden freiwilliger Arbeit durch die Mitglieder der Feuerwehr Oberpullendorf selbst errichtet. Bürgermeister Johann Heisz bedankte sich in seiner Rede explizit für die vielen Stunden, die die Feuerwehrleute dafür unentgeltlich aufgebracht haben.

Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Martin Reidl gratulierte indes zur großen Schlagkraft, die durch die neuen Fahrzeuge in Oberpullendorf Einzug hält und bedankte sich für die Einsatzbereitschaft in Oberpullendorf, im gesamten Bezirk und darüber hinaus.

„Das investierte Geld ist wirklich gut angelegtes Geld, weil es um die Sicherheit der Bevölkerung geht“, gratulierte auch Feuerwehrreferent Landesrat Heinrich Dorner zu den neuen Fahrzeugen. Und meinte weiters: „Wenn wir die freiwillig erbrachten Stunden im Feuerwehrwesen in Zahlen ummünzen würden, wäre das eine Zahl, die wir uns alle nicht leisten könnten.“

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FF Oberpullendorf: Neubau und drei tonnenschwere „Kameraden“ gesegnet
Susi Putz, Emily Seyr und Monique Zagler feierten mit beim 135 Jahr-Jubiläum.

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Das Rüstlöschfahrzeug mit Allradantrieb (RLFA 2000).

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Das Wechselladerfahrzeug mit Kran (WLF-K).

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Die Drehleiter mit Korb (DLK 23-12).

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Peter Kosak und Melanie Galos erhielten die Ehrenmedaille des Landes für 25-jährige Tätigkeit.

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Günter Gulner wurde mit der Ehrenmedaille für 50-jährige Tätigkeit ausgezeichnet.

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Die Ausbildnerverdienstmedaille ging an Christian Moritz, Roland Trachta und Manuel Borbely.

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Gerald Schmidt wurde das Bewerterverdienstzeichen in Silber und die Hochwassereinsatzmedaille des Landes Niederösterreich verliehen.

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Als Fahrzeugpatinnen fungierten Maria Rendl, Carina Frühwirth, Romana Schmidt und Doris Schneider.

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Mit dem Verdienstzeichen3. Stufe (Bronze) des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes wurden Kommandant Erich Heissenberger von der Feuerwehr Oberrabnitz und Abschnittsfeuerwehrkommandant Andreas Kuzmits (FF Steinberg) geehrt.

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Einige, die schon seit vielen Jahren viele freiwillige Stunden im Dienst der Feuerwehr leisten, wurden dann noch besonders vor den Vorhang gebeten. Melanie Galos und Peter Kosak erhielten die Ehrenmedaille vom Land Burgenland für 25-jährige Tätigkeit, Günter Gulner jene für 50-jährige Tätigkeit. Die Ausbildnerverdienstmedaille in Bronze wurde an Christian Moritz, Roland Trachta und Manuel Borbely (Lutzmannsburg) überreicht. Bezirkskommandantstellvertreter Gerald Schmidt erhielt das Bewerterverdienstzeichen in Silber sowie die Hochwassereinsatzmedaille des Landes Niederösterreich.

Landeskommandant-Stellvertreter Martin Reidl hatte auch zwei Auszeichnungen vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband zu vergeben und zwar das Verdienstzeichen 3. Stufe (Bronze) für Kommandant Erich Heissenberger von der Feuerwehr Oberrabnitz und Abschnittsfeuerwehrkommandant Andreas Kuzmits (FF Steinberg).

„135 Jahre Feuerwehr, 135 Jahre Einsatz für andere“

Im Mittelpunkt des Festakts standen aber nicht nur diese verdienten Persönlichkeiten, sondern auch die Feuerwehr Oberpullendorf an sich, die ihr 135-jähriges Jubiläum feierte. Aktuell zählt die Wehr 86 aktive Mitglieder, darunter 12 Frauen, 6 Gastmitglieder und 27 Jugendliche, von denen 15 Mädchen sind. Jährlich werden um die 150 Einsätze bewältigt. Verwalterin Klara Shqau nahm die Gäste mit auf einen kurzen Streifzug durch die Geschichte der Feuerwehr Oberpullendorf (siehe auch Infobox), die zum Beispiel erfuhren, dass das erste Feuerwehrfahrzeug 1928 nach Oberpullendorf gekommen war.

Streifzug durch die Geschichte der Feuerwehr

1890 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberpullendorf

1891 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mitterpullendorf

1928 Erstes Feuerwehrfahrzeug kam nach Oberpullendorf

1943 Frauenfeuerwehr wurde ins Leben gerufen

1959 Zusammenlegung der beiden Feuerwehren Oberpullendorf und Mitterpullendorf

1973 Gründung der Jugendfeuerwehr

1976 Übersiedelung ins Gerätehaus in der Augasse

1986 Umzug ins ehemalige Betonwerk Stimakovits im Gewerberied

2010 Einzug am heutigen modernen Standort in der Rottwiese