Funde aus Jungsteinzeit und Spätantike in Oberpullendorf

Archäologische Grabung

Ein Archäologen-Team der Universität Wien konnte vor dem Bau eines geplanten Wohnprojekts von Neuer Eisenstädter und B-Süd im Bereich Großfeldsiedlung über 260 Befunde dokumentieren.

Von Michaela Grabner

Vizebürgermeister Nikolaus Dominkovits, Neue Eisenstädter Geschäftsführer Bernd Gerdenitsch, Günther Gugler (Bauamt), Archäologin Ingrid Kowatschek, Bürgermeister Johann Heisz, Archäologe und Grabungsleiter Wolfgang Neubauer und B-SÜD-Geschäftsführer Johann Fellinger mit einigen Fundstücken.

Vizebürgermeister Nikolaus Dominkovits, Neue Eisenstädter Geschäftsführer Bernd Gerdenitsch, Günther Gugler (Bauamt), Archäologin Ingrid Kowatschek, Bürgermeister Johann Heisz, Archäologe und Grabungsleiter Wolfgang Neubauer und B-SÜD-Geschäftsführer Johann Fellinger mit einigen Fundstücken.

© Michaela Grabner

Die Löcher am völlig kahlen Erdboden erinnern an eine Mondlandschaft – es handelt sich dabei aber um archäologische Befunde.

Auf einer Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern im Bereich der Großfeldsiedlung, wo die Neue Eisenstädter gemeinsam mit der B-Süd ein neues Wohnprojekt mit Baustart im kommenden Jahr plant, war in den vergangenen Wochen ein zehnköpfiges Archäologenteam der Universität Wien unter der Leitung von Wolfgang Neubauer aktiv. Es wurde gegraben, eingemessen und katalogisiert: Über 260 Befunde konnten für die Nachwelt dokumentiert und Fundstücke erhalten werden.

So wurden Überreste von einer etwa 7.000 Jahre alten jungsteinzeitlichen Siedlung gefunden, der ersten Besiedlung von Oberpullendorf, unter anderem Scherben von der für diese Zeit typischen Linearband-Keramikgefäßen, Tierreste, Spinnwirtel und Webgewichte sowie Reste von Kuppelöfen.

Laut Neubauer handelte es sich bei den damaligen Menschen um die ersten Bauern, die große 40 Meter lange und 10 Meter breite Häuser gebaut haben, in denen die ganze Sippe gemeinsam lebte und wo zeitweise auch das Vieh eingestellt wurde. Bei den damaligen Menschen habe es sich nämlich um die ersten Bauern gehandelt, die Kühe, Schafe und Ziegen als Haustiere hatten und Getreibe angebaut haben.

Weitere Funde – darunter Überreste von Öfen – datieren aus der Spätantike, als in der Gegend um Oberpullendorf Eisen aus Rasenerz verhüttet wurde.

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Funde aus Jungsteinzeit und Spätantike in Oberpullendorf

© Michaela Grabner

Funde aus Jungsteinzeit und Spätantike in Oberpullendorf

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Am Montag durfte ein Teil der Oberpullendorfer Volksschulkinder die Ausgrabung besichtigen, da es dem Archäologenteam der Universität Wien ein besonderes Anliegen ist, möglichst vielen Menschen den Zugang zur eigenen Geschichte zu ermöglichen. Grabungsleiter Wolfgang Neubauer führte die jungen Besucherinnen und Besucher übers Gelände und erzählte ihnen anhand der Funde vom Leben zur damaligen Zeit.

Die Kinder durften dann auch mit viel Begeisterung im zu einem großen Haufen aufgetürmten Baggeraushubmaterial - die oberste Erdschicht des Fundorts wurde maschinell abgetragen, um den Archäologen ihre Arbeit zu ermöglichen - nach übersehenen Scherben und ähnlichem suchen.