Oberwart: Haus der Volksgruppen startet den Probebetrieb

Multikulturell

Mit der Schlüsselübergabe zieht Leben in das Großprojekt in der Oberwarter Schulgasse ein. Bis zur offiziellen Eröffnung im Herbst soll sich der neue Standort im Alltag bewähren.

Von Bertie Unger

Die Schlüsselübergabe fand im Beisein von Vertreter:innen aller Volksgruppen statt.

Die Schlüsselübergabe fand im Beisein von Vertreter:innen aller Volksgruppen statt.

© LMS

Noch vor der offiziellen Eröffnung im Herbst wurde im Haus der Volksgruppen in Oberwart ein wichtiger Schritt gesetzt. Mit der Schlüsselübergabe an die künftigen Nutzerorganisationen wurde der Probebetrieb gestartet. Umgesetzt wurde das Projekt von der Landesimmobilien Burgenland, die das ehemalige Städtische Internat umfassend saniert und ausgebaut hat.

„Mit diesem Bau beginnt ein neues Kapitel für die Volksgruppen im Burgenland. Erstmals arbeiten ihre Institutionen unter einem gemeinsamen Dach zusammen, sie machen die Vielfalt unseres Landes damit noch weiter sichtbar. Das Haus schafft dafür die notwendige Basis – als Ort für Zusammenarbeit, Austausch und gelebte Vielfalt“, sagte Landesrat Heinrich Dorner bei der Schlüsselübergabe.

Das Haus gilt als zentrales Infrastrukturvorhaben des Landes und geht auf eine Initiative von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zurück. „Die kulturelle und sprachliche Vielfalt unseres Landes ist ein zentraler Bestandteil unserer Identität. Mit dem Haus der Volksgruppen schaffen wir ein dauerhaftes Fundament, um dieses Miteinander zu sichern und weiterzuentwickeln“, sagte Doskozil schon bei den Feierlichkeiten zu 100 Jahre Burgenland im Jahr 2021.

Im Haus der Volksgruppen sind künftig der Kroatische Kulturverein im Burgenland, der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, das Roma-Service, die Roma Volkshochschule Burgenland, die Volkshochschule der Burgenländischen Ungarn sowie das mehrsprachige Offene Radio MORA untergebracht. Auf rund 6.000 Quadratmetern ist ein moderner Standort entstanden, der unterschiedliche Nutzungen vereint. Rund ein Drittel der Fläche steht den Volksgruppenorganisationen zur Verfügung, ergänzt durch Seminar- und Gemeinschaftsräume, eine Bibliothek, einen Schnitt- und Proberaum sowie einen Veranstaltungssaal.

Darüber hinaus wird der Standort als multifunktionaler Cluster betrieben. Die Gästehäuser und Küchen Burgenland GmbH übernimmt den Beherbergungsbereich mit 28 Zimmern sowie einen Küchenbetrieb. Ergänzend dazu entstehen 20 Starterwohnungen, um eine durchgehende Nutzung sicherzustellen.

Bei der Schlüsselübergabe waren neben Landesrat Heinrich Dorner auch Vertreter:innen der Volksgruppen mit dabei, Claudia Priber (GF Kultur-Betriebe Burgenland), Jutta Benedek (GF LIB) sowie Oliver Snurer (GF Gästehäuser und Küchen Burgenland) waren ebenfalls anwesend.

Die feierliche Eröffnung des Hauses der Volksgruppen ist für den 26. September geplant – ganz bewusst am Tag der Sprachen. Und bis dahin soll sich zeigen, wie das neue Haus im laufenden Betrieb im Alltag funktioniert.