Wenn alle gleichzeitig zur Schule wollen

Schulbeginn

Der Schulbeginn naht und bringt auch den morgendlichen Verkehr rund um die Schulen zurück. Eine landesweite Erhebung zeigt jetzt, wie Burgenlands Schüler:innen unterwegs sind und warum gerade die letzten Meter vor der Schule entscheidend sind.

Von Bertie Unger

Ein Fuß-und Radweg direkt vor dem Campus entschärft die Verkehrssituation zusätzlich.

Ein Fuß-und Radweg direkt vor dem Campus entschärft die Verkehrssituation zusätzlich.

© Bertie Unger

Busse kommen an, Eltern bringen ihre Kinder, Schüler überqueren Straßen oder legen die letzten Meter zu Fuß zurück. Mit dem Schulbeginn wird dieses Bild auch in Oberwart wieder zum Alltag. Wie die burgenländischen Schüler tatsächlich unterwegs sind, zeigt eine aktuelle Erhebung des Landes. Mehr als 4.000 Schüler an über 30 Schulen wurden befragt. 65 Prozent kommen regelmäßig mit dem Bus zur Schule, fast 20 Prozent werden mit dem Auto gebracht oder fahren selbst, etwas mehr als zehn Prozent kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. „Ein sicherer und gut organisierter Schulweg schafft Selbstständigkeit, reduziert das Verkehrsaufkommen rund um die Schule und ermöglicht einen zukunftsorientierten Start in den Schultag“, sagt Verkehrslandesrat Heinrich Dorner.

Kritisch kann es unmittelbar vor den Schulen werden. Wenn viele Eltern gleichzeitig möglichst nahe zum Eingang fahren, sorgen haltende und wendende Fahrzeuge für unübersichtliche Situationen. Gehwege und Zufahrten werden blockiert, Kinder zwischen Autos schlechter gesehen. „Gute Busverbindungen, verständliche Informationen für Schülerinnen und Schüler und Eltern sowie geeignete Bring- und Abholzonen außerhalb des unmittelbaren Eingangsbereichs können das Verkehrsaufkommen vor Schulen deutlich reduzieren“, sagt Dorner.

In Oberwart bekommt das Thema durch den neuen Bildungscampus zusätzliche Bedeutung. Wo viele Kinder an einem Standort zusammenkommen, spielt auch die Verkehrsorganisation eine wichtige Rolle. Dafür gibt es eine Kiss-and-Ride-Zone: Eltern können ihre Kinder an einer vorgesehenen Stelle aussteigen lassen und weiterfahren, die letzten Meter werden zu Fuß zurückgelegt.

„Das ist wichtig, weil wir dadurch Dauerparker verhindern. Aber das kann nur funktionieren, wenn es jeder so nutzt, wie es geplant ist“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Ich möchte darauf hinweisen, dass Schulbusse eine Runde fahren und in eigens dafür geschaffenen Busbuchten stehen bleiben. Würde das Angebot genutzt werden, bräuchte es kein Elterntaxi“, betont Rosner, der appelliert, Kinder mit Öffis fahren zu lassen. „Ein Gefühl dafür fängt schon bei den Kleinsten an“.

Die Erhebung des Landes zeigt aber auch, dass die Busanreise am Morgen sehr gut funktioniert. Nach dem Nachmittagsunterricht gibt es allerdings teilweise weniger Verbindungen und längere Wartezeiten. Verbesserungen sollen gemeinsam mit Schulen, Gemeinden und Verkehrsbetrieben geprüft werden. Dabei geht es unter anderem um mögliche Anpassungen bei den Nachmittagsverbindungen, eine bessere Abstimmung von Unterrichts- und Abfahrtszeiten sowie klarere Informationen an den Haltestellen. Die Ergebnisse werden nun für die einzelnen Schulstandorte ausgewertet und mögliche Maßnahmen mit den jeweils zuständigen Stellen abgestimmt.