700 Euro Hochzeitsgeld aus Tresor gestohlen

Vertrauen missbraucht

Ein Ungar durfte sich aus dem Haus eines frischverheirateten Paares gratis die alte Küche abholen. Er fand einen Tresorschlüssel und stahl 700 Euro. Jetzt stand der Dieb vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 56-jährige Angeklagte gab alles zu und das Geld zurück.

Der 56-jährige Angeklagte gab alles zu und das Geld zurück.

© BVZ/Kirchmeir

Genau 700 Euro waren im Safe des jungen Paares, das im Bezirk Oberwart lebt. Das wisse er so genau, sagte der Hausbesitzer am Montag, 31. August 2026, vor dem Landesgericht Eisenstadt, weil die Hochzeit erst kurze Zeit davor gewesen sei. Geldgeschenke in der Höhe von 10.000 Euro habe man bei der Bank eingezahlt, mehr sei ohne Nachweis der Herkunft des Geldes nicht möglich gewesen.

Die restlichen 700 Euro wurden im Tresor verwahrt, vermeintlich sicher, wie das junge Paar glaubte.

Im September 2025 hatte man einen Abnehmer für die alte Küche gefunden. Ein Familienvater aus Ungarn kam und durfte die Küche kostenlos abbauen und abtransportieren. Er hat drei Kinder, die er von den Erträgen einer kleinen Landwirtschaft und mit Gelegenheitsjobs ernährt.

Im Haus des jungen Paares fand er den Tresorschlüssel. Wegen seiner tristen finanziellen Lage habe er den Tresor geöffnet und die 700 Euro Bargeld entnommen.

Vor Gericht gab der Angeklagte die Straftat zu und kündigte an, er werde dem Ehepaar den Geldbetrag zurückgeben. 700 Euro habe er deshalb mitgenommen.

Als die Eheleute den Gerichtssaal betraten, konnte die Richterin ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass der Ungar geständig und zur Schadensgutmachung bereit sei.

„Wir hatten noch 321 Euro Kosten für das Öffnen des Safes, weil er den Schlüssel mitgenommen hat“, sagte der Hausbesitzer.

Der Ungar kramte in seiner Geldtasche und überreichte dann insgesamt 910 Euro und 40.000 Forint an den Hausbesitzer. Dieser war mit diesem Gesamtbetrag einverstanden: „So passt es“, sagte er.

„Ich möchte mich für die Unannehmlichkeiten entschuldigen“, sagte der Angeklagte.

Weil er den Schaden beglichen hatte, bot ihm die Richterin eine besonders milde Variante der Diversion an: Das Verfahren wird auf eine Probezeit von zwei Jahren eingestellt. Das nahm der Ungar dankend an.