Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Als in St. Georgen noch Ziegen, Hasen und Schafe gezüchtet wurden
Dorfblick St. Georgen
Ziegen (Goas, Goassal, Goasbock) und Hasen waren häufig gehaltene Kleintiere. Die Milch von Ziegen ohne „Kirn“ (Hörner) schmeckte besser als die Milch von Ziegen mit Kirn. Das Fleisch dieser Tiere stellte bis in die 1960er Jahre eine wichtige Nahrungsquelle, besonders für Kleinbauern und Arbeiterfamilien dar.
Joe Rauchbauer beim „Goas-Möla"
© Jahrein-Jahraus
Ziegenfleisch wurde meist zu Ostern gegessen. Josef, Joe Rauchbauer: „Am 23. Jänner 2004 holten wir 2 Ziegen aus St. Georgen am Yppsfeld in Niederösterreich, sie hießen Lilibeth und Zenzi. Der Kaufpreis betrug drei Kisten Wein.“ In vielen Familien züchtete man Hasen, denn die gebackenen Fleischstücke galten als Delikatesse, das zarte weiße Fleisch war oft Ersatz für Backhendl. Ludwig Lichtscheidl, geb. 1941 erinnert sich: „Als Bub züchtete ich Hasen. Aber als Kleinbauern hatten wir zu Hause immer zu wenig Futter für unsere Tiere und natürlich auch für meine Hasen. Mit meinem Freund suchte ich daher Feldraine auf, um etwas zu organisieren. Klee und Burgunder waren etwas ganz Besonderes, aber sehr rar. Weil aber damals auf den Feldern immer viele Leute arbeiteten, war es nicht einfach an dieses Futter heranzukommen. Wir krochen daher in der „Furi“ (Grenzreihe zwischen zwei Feldern), wie die Indianer auf dem Bauch in die Felder, um Kleebüschel und Burgunderrüben für meine Hasen zu bekommen.“
Bis ins 20. Jhdt. züchteten lediglich einige Bauern Schafe. Die Tiere wurden im Stall gehalten und dienten nicht der Fleischproduktion, sondern zur Wollgewinnung. Helmut Kladler, geb. 1941: „Im Haus Hauptstraße 50 bei Hans Schweifer, wo wir Buben uns oft aufhielten, gab es eine Kalkgrube mit gelöschtem Kalk und im Stall einen Schafbock. Meine Freunde, Hans, Ludwig und ich banden das Tier los und jagten es durch den Hof. Der Bock war völlig außer Rand und Band, rannte uns nach und versuchte uns mit seinen Hörnern zu stoßen. Mein Vater, der dazu gekommen war, erkannte die gefährliche Situation und glaubte ihn bändigen zu können. Das Gegenteil war der Fall, das aufgeschreckte Tier tobte noch mehr und sprang wild herum. Wir Kinder flüchteten eilig auf den Dachboden. Mein Vater war nicht so schnell und konnte sich nur durch einen Sprung in die Kalkgrube in Sicherheit bringen. Bis zum Bauch stand er im Kalk. Nach einiger Zeit beruhigte sich der Schafbock und konnte wieder in den Stall gebracht werden.“
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