Mutwillig soll ein Mieter in einem Haus im Bezirk Eisenstadt Verwüstungen verursacht haben. Jetzt wurde er verurteilt.
Können Sie mir Gutscheine kaufen?
Kolumne „Ok, Boomer“
Es ist schon relativ unlustig, wenn mit dem eigenen Namen und Foto andere Menschen abgezockt werden sollen. Gegen derartigen Identitätsdiebstahl kann man sich kaum schützen, schildert aus BVZ Chef vom Tag Peter Wagentristl aus aktuellem Anlass in seiner Kolumne „Ok, Boomer“.
BVZ Online Chef Peter Wagentristl, "lachend, mit Burgenland-Flagge vor pannonischer Landschaft im Hintergrund" - zumindest stellt sich die KI dieses Szenario so vor. Man sieht: Ganz ersetzbar sind wir Pressefuzzis (noch) nicht.
© KI-generiert mit Adobe Firefly; Prompt: BVZ
So nervig ein 16-stelliges Passwort mit Sonderzeichen, dass nicht in einer regelmäßig gehackten Cloud gespeichert wird, auch ist: es zahlt sich aus. Seltsame Links aus dubiosen Quellen klickt man besser nicht an. Und wenn doch, sollte man vorher zumindest die URL checken. Führt der Link für die Paketverfolgung zu post.at oder auf post-at.site?
Sich im Internet vor kleinen und großen Abzocken zu schützen ist wichtig. Aber: Absolute Sicherheit ist eine Illusion. Das habe ich leider zu Wochenbeginn am eigenen virtuellen Leib erfahren. „Ich“ habe nämlich per Mail und per WhatsApp eine junge Kollegin gebeten, „mir“ Gutscheine von Spar, Billa, Amazon oder sonst wo zu kaufen. Ein beliebter Trick von Scammern (Online-Betrügern), denn so lässt sich die Herkunft von Geld leicht verschleiern.
© BVZ
Die Kollegin war sehr hilfsbereit, aber zum Glück auch skeptisch, und wandte sich an ihre direkte Vorgesetzte. Die wiederum durchschaute gleich, dass nicht ich dahinterstecke, sondern ein Identitätsdieb (vermutlich ein Bot), der Namen und Foto von mir verwendet. Wie viele Leute „ich“ noch angeschrieben habe, werde ich wohl nie erfahren.
Mit kritischem Auge war der Betrug leicht zu durchschauen: Meine Nummer beginnt nicht mit 0681 (die 0043 stimmte sogar). Das Mail zeigte zwar meinen Namen und mein Foto als Absender, piusjuliana01@gmail.com ist aber freilich nicht meine echte Mailadresse.

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Nun stellen wir uns vor, ich hätte versucht, mich auf post-at.site mit meiner echten Mailadresse, echter Nummer und echtem Passwort anzumelden. Dann hätten die Betrüger mich (bis auf die Ausdrucksweise) tatsächlich 1:1 imitieren können. Solche Scams bringen ihre Opfer um viel Geld oder auch um ihre Würde.
Die Dunkelzahl ist hier extrem hoch, da Betrogene aus Scham oft nicht zur Polizei gehen. Für die ist es wiederum fast unmöglich „piusjuliana01“ ausfindig zu machen. Die Aufklärungsrate ist entsprechend gering. Und selbst wenn die Täter gefunden werden: Das Geld ist meist weg und ein Nachfolger für den Aufgeflogenen steht schon parat.
Was moralisch aber fast am schlimmsten an solchen Maschen ist: Sie treffen nicht nur Gierigen, die Kryptobetrügern aufsitzen. Oft sind es ältere Gutgläubige, die nicht nur Geld sondern auch ihr Vertrauen in die Menschheit verlieren. Und das lässt sich mit Geld nicht aufwiegen. Daher er Appell: Passt auf euch und eure weniger Tech-affinen Freunde und Verwandten auf!

© haveibeenpwned.com
Und ein Praxistipp zum Abschluss: Checken Sie auf haveibeenpwned.com (garantiert kein Scam!) ob ihre Daten bei einem Leck oder Hack gestohlen wurden. Wenn ja: Ändern Sie Ihre Passwörter!
P.S.: Beim Schreiben dieser Zeilen hat mich eine Nummer aus England angerufen. Vielleicht einer der Royals?
BVZ Online-Chef Peter Wagentristl (der Echte!) erzählt in seiner Kolumne „Ok, Boomer“ Geschichten aus dem Internet – hundert Prozent faktentreu, aber nicht ohne Meinung.