Mutwillig soll ein Mieter in einem Haus im Bezirk Eisenstadt Verwüstungen verursacht haben. Jetzt wurde er verurteilt.
Jeder Plattform ihr Feindbild: Über Kotz-Emojis und irrationalen Hass
Ok, Boomer
Wer dieser Tage Facebook-Kommentarspalten moderieren musste (ich), war wirklich nicht zu beneiden (danke für ihr Mitgefühl). BVZ Chef vom Tag Peter Wagentristl schreibt in seiner Kolumne „Ok, Boomer“ diesmal über irrationalen Hass, Kotz-Emojis und Sündenböcke.
BVZ Online Chef Peter Wagentristl, "lachend, mit Burgenland-Flagge vor pannonischer Landschaft im Hintergrund" - zumindest stellt sich die KI dieses Szenario so vor. Man sieht: Ganz ersetzbar sind wir Pressefuzzis (noch) nicht.
© KI-generiert mit Adobe Firefly; Prompt: BVZ
Jede Plattform in den Sozialen Medien hat ihre Lieblingsopfer, abhängig von User-Struktur und Eigentumsverhältnissen: Auf Elon Musks Twitter (X) geht es gegen alles was „woke“ ist, beim Meta-Konkurrenten Threads gegen Elon Musk, auf Bluesky herrscht linksliberaler Konsens – und auf Facebook dominiert (zumindest meiner Wahrnehmung nach) mittlerweile Hass auf Grüne, E-Autos und Veganer*innen (und Leute die Gendern).
Auch mein fiktiver Lieblingskollege, der Gmoa Trummler, hat sich in der aktuellen BVZ über Hass im Netz und am Stammtisch Gedanken gemacht.
300 Kommentare waren es auf Facebook in wenigen Stunden unter zwei BVZ-Posts zur Ankündigung von Landeshauptmann Doskozil, Regierungsverhandlungen mit den Grünen aufnehmen zu wollen.
Fast die Hälfte der Kommentare waren Kotz-Emojis oder Ähnliches. Dazu reichlich persönliche Untergriffe gegen Anja Haider-Wallner – fast ausschließlich von Männern – und einiges an Falschinformationen. Nicht, dass man die Grünen, wie jede andere Partei, nicht kritisieren darf und oder sollte. Aber Inflation, Staatsschulden und Bodenversiegelung alleine den Grünen anzukreiden, ist kaum mit der Faktenlage vereinbar.
Vielleicht muss es das auch gar nicht sein. Hass auf alles und jeden ist weder im Netz noch irl* ein Ergebnis rationaler Überlegungen, sondern oft einfach ein Ausbruch von Unzufriedenheit, die man selber nicht so genau bestimmen kann. Diffuser Unmut, den man eben gegen das nächstbeste Opfer kanalisiert. Irgendwo muss der Hass ja hin, sonst frisst er einen auf.
Was ich hier versuche in Worte zu fassen, hat die Band „Der Scheitel“ 1994 bei Fritz Ostermayer in Schattendorf vertont.
Zwischen alldem gibt es aber auch noch immer geistreiche, lustige und sogar gut recherchierte Diskussionsbeiträge in den sozialen Medien. Man muss diese Perlen nur immer mühsamer zwischen Kotz-Emojis, Hassrede, dubiosen Ads, Bots und AI-Fakes herauspicken.
BVZ Chef vom Tag Peter Wagentristl schreibt in seiner (circa) zweiwöchentlichen Kolume „Ok, Boomer“ über die Dialektik von Online- und Printjournalismus.
*Wenn sie nicht wissen was irl heißt, können Sie es hier nachlesen. Oder sie bitten Ihre (Enkel)Kinder es für Sie zu googlen. Bitte den Ageismus zu entschuldigen.