Wenn das Leben Betreuung braucht

Pflege daheim

Wenn ein Mensch plötzlich schwer erkrankt und allein zu Hause nicht mehr zurechtkommt, muss oft rasch gehandelt werden. Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es, hilfsbedürftige Menschen weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu begleiten. Die Organisation einer solchen Betreuung stellt Angehörige gerade in emotional belastenden Situationen vor große Herausforderungen. Der Steinbrunner Jurist Hans-Jürgen Mild möchte mit „MILDbetreut“ genau hier ansetzen und Familien Druck nehmen.

Von Nina Mayer

Hans-Jürgen Mild unterstützt eine Seniorin beim Ausfüllen eines Antrags. Gerade bei organisatorischen Fragen rund um Betreuung und Pflege möchte er Menschen und ihre Angehörigen entlasten.

Hans-Jürgen Mild unterstützt eine Seniorin beim Ausfüllen eines Antrags. Gerade bei organisatorischen Fragen rund um Betreuung und Pflege möchte er Menschen und ihre Angehörigen entlasten.

© Hans-Jürgen Mild

Am liebsten bleiben Menschen in ihrer vertrauten Umgebung. Dort, wo sie ihr Leben verbracht haben, wo die eigenen vier Wände Sicherheit geben. Die 24-Stunden-Betreuung zu Hause kann hier eine Möglichkeit sein, diesem Wunsch nachzukommen und Sicherheit und Lebensqualität im gewohnten Umfeld zu erhalten.

Der Weg dorthin ist nicht immer einfach. Der Pflege- und Betreuungsbedarf vieler Menschen wird zunehmend umfangreicher. Was gestern noch gut funktioniert hat, kann sich durch eine Erkrankung innerhalb kurzer Zeit verändern. Plötzlich ist klar: Alleine zu Hause geht es nicht mehr. Dann muss häufig schnell eine Lösung gefunden werden.

Aus persönlicher Betroffenheit

Genau diese Situation hat Hans-Jürgen Mild aus Steinbrunn selbst in seiner Familie erlebt. Eine Angehörige wurde plötzlich schwer krank, rasche Unterstützung war notwendig. In einer solchen Situation, sagt der Jurist, habe man jedoch häufig den Kopf nicht frei für all die organisatorischen Fragen, die gleichzeitig auf einen zukommen.

„Man möchte in diesem Moment vor allem eines: für den Menschen da sein, ihm Zeit schenken“, beschreibt Mild „und nicht gleichzeitig versuchen müssen, Förderungen, Anträge und Betreuungskräfte zu organisieren.“

Aus dieser persönlichen Erfahrung entstand die Idee zu „MILDbetreut“. Gemeinsam mit einem diplomierten Krankenpfleger organisiert Hans-Jürgen Mild 24-Stunden-Betreuung für hilfsbedürftige Menschen im Burgenland, in Niederösterreich und Wien. Dabei sieht er sich selbst ein wenig als Reiseleiter: als jemand, der durch eine schwierige und für viele Familien unbekannte Situation führt.

„Ich möchte während der ganzen Betreuungszeit der Ansprechpartner sein, den ich mir damals selbst gewünscht hätte“, lautet Milds Credo.

Angehörige entlasten

Seine Aufgabe beginnt bei der Organisation einer passenden Betreuung, endet aber nicht mit Beginn der Betreuung. Während der gesamten Betreuungszeit bleibt er für die Angehörigen erreichbar, besonders auch dann, wenn sich die Betreuungssituation plötzlich verändert oder kurzfristig organisatorische Fragen geklärt werden müssen. Er möchte damit vor allem eines nehmen: emotionalen Druck.

Denn auch wenn eine Betreuungsperson gefunden ist, bleiben Fragen und manchmal Unsicherheiten. Wie spricht man heikle Themen an? Was braucht die betreute Person? Und was braucht jene Person, die sich rund um die Uhr um diese kümmert?

Mild übernimmt dabei auch die Rolle des Vermittlers. Manche Dinge lassen sich mit Hilfe eines Außenstehenden leichter besprechen. Gleichzeitig ist ihm wichtig, dass die Betreuungskraft wertschätzend behandelt wird. Denn Betreuung könne langfristig nur funktionieren, wenn beide Seiten respektvoll miteinander umgehen.

Bei finanziellen Fragen informiert Mild darüber, welche Förderungen möglich sind, und unterstützt bei der Antragstellung. Enge Zusammenarbeit mit Fachleuten ist Usus, denn Themen wie Rechtsvertretungen, Vollmachten oder Patientenverfügungen können plötzlich wichtig werden und sollten möglichst rechtzeitig geklärt sein.

Helfen, Leid zu mildern

Für Mild ist die Tätigkeit mehr als eine organisatorische Dienstleistung. „Man ist mit Leid konfrontiert“, sagt er. Dieses Leid zumindest ein Stück weit zu mildern, Menschen und ihren Familien Sicherheit zu geben und ihnen in einer schwierigen Zeit zur Seite zu stehen, ist für den Juristen ein wesentliches Anliegen.

Informationen über „MILDbetreut“, die angebotenen Leistungen und einen Kostenrechner findet man unter: www.mildbetreut.at.

Wer sich generell mit dem Thema 24-Stunden-Betreuung auseinandersetzen möchte, hat demnächst auch Gelegenheit dazu: Am 22. Oktober 2026 gibt es von 16 bis 18 Uhr im Gasthaus Jaitz in Hornstein Informationen zum Thema. Am 15. Oktober 2026 findet um 18 Uhr im KUZ Neufeld die Veranstaltung „Gut versorgt, gut begleitet“ statt.

Denn Pflege ist und bleibt auch im Burgenland ein großes Thema. Und eines, das nicht nur organisatorische Antworten braucht, sondern vor allem Menschlichkeit, Zeit und jemanden, der da ist, wenn plötzlich alles anders wird.