Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Unwetter sorgen für Verwüstung im Bezirk Eisenstadt
Starkregen
Besonders stark erwischten die punktuellen Unwetter im Bezirk Eisenstadt die Gemeinden Steinbrunn und Zillingtal.
Dass Wasser ins Haus eindringt, ist schlimm genug - dass Wasser wie hier in Zillingtal durch das Haus durchrinnt eine Katastrophe.
© FF Zillingtal
Die heftigsten Bilder und Videos erreichten die BVZ aus Zillingtal, wo die Feuerwehr bis in die Abendstunden mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. Die Ortseinfahrt von Steinbrunn aus kommend stand knietief unter Wasser, die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr abtransportieren. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar, es dürften aber beträchtlichte Sachschäden entstanden sein.
Mehr als ein dutzend Einsatzadressen erreichten den Einsatzleiter der FF Zillingtal, „Es galt kühlen Kopf zu bewahren und alle Einsatzstelle anzufahren um eine Priorisierung durchzuführen“, erklären die Floriani via Social Media.
„Von Pumparbeiten, über Sandsäcke füllen bis hin zur Straßenreinigung mussten wir alles durchführen. Ebenfalls wurden zwei Traktore für die Einsätze herbeigezogen um die Schlammmassen zu beseitigen.“ Im Ort mussten so viel Wassersperren errichtet werden, dass es in Zillingtal keinen Sand mehr gab. Also mussten die beiden Traktoren in Pöttsching Nachschub holen.
Das war ein kräfteraubender Tag für unsere Mannschaft, nach über sieben Stunden konnten wir mit 19 Mann und drei Fahrzeugen einrücken und die Einsatzbereitschaft wieder herstellen.“ Feuerwehr Zillingtal
Unwetter bringen enorme Schäden - und enorme Solidarität
Dass im Katastrophenfall die Menschen näher zusammenrücken, zeigt sich nicht nur am unermüdlichen Einsatz der Feuerwehrleute im ganzen Land, sondern auch an den kleinen großen Gesten. So lud etwa der Musikverein, der am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen feierte, die Floriani nach dem Einsatz als Dankeschön zum Essen ein.
Diese bedankten sich ebenso, auch „bei allen Freiwilligen aus der Bevölkerung, die uns, sowie Betroffene bei den Arbeiten unterstützt haben bedanken, allen Betroffenen wünschen viel Kraft für die weiteren Aufräumarbeiten“, so die Engel in rot via Facebook.
Auch Steinbrunn stark betroffen
Auch in zahlreichen anderen Orten rief die Sirene die Floriani zum Einsatz. Etwa in Steinbrunn. Dort „verwandelte sich die Hauptstraße schnell in einen rauschenden Bach“, erklärt die Gemeinde. Einige Autofahrer kamen nur mit Glück durch. Die Freiwilligen Feuerwehr war aber rasch zur Stelle, ebenso packte das Außendienst-Team der Gemeinde bei den Aufräumarbeiten mit an.
Unwetterwarnung für Oslip - zum Glück ohne Folgen
Die LSZ hat Gemeinden im Bezirk informiert, dass die Frühwarnsysteme für Sonntag Unwettergefahr prognostizieren. In Oslip können die Gemeindebewohner etwa gratis Sandsäcke von der Sandgrube beim Rusterberg abholen, um sich präventiv vor potenziellen Überschwemmungen zu schützen.
„Das Problem sind nicht Unwetter im Ort, sondern im Wulkatal in Mattersburg. Die Wassermassen kommen dann über die Wulka zu uns“, berichtet Bürgermeisterin Margit Wennesz-Ehrlich der BVZ. Daher mussten die Pegel genau beobachtet werden - zum Glück sank am späten Abend dann der Wasserstand bereits. „Wir sind dann Inspektionsrunden gefahren, und haben die Entwicklung genau verfolgt. Im schlimmsten Fall hätten wir pumpen müssen.
In den 2010er-Jahren wurde in Oslip ein neuer Hochwasserschutz errichtet. Droht die Wulka dort über die Ufer zu treten, rinnt das überschüssige Wasser in ein Sammelbecken, statt in den Ort. „Das hat sich definitiv schon bezahlt gemacht“, betont Wennesz-Ehrlich.
Breitenbrunn: Sturm ließ Baum umstürzen
Wie ein Video der Pfarre Breitenbrunn festhält, fiel dem Unwetter auch ein Baum in Breitenbrunn zum Opfer. Glück im Unglück: die frisch sanierte Friedhofsmauer direkt neben dem Baum sowie das angrenzende Haus blieben dabei unbeschadet.
Leithaprodersdorfer Floriani im Großeinsatz
Am Sonntag traf die Unwetterzelle auch Leithaprodersdorf hart. In knapp einer halben Stunde fielen 50 Millimeter Regen, der zahlreiche Keller und Straßen überflutete. „Binnen kürzester Zeit hatten wir knapp 39 Einsatzstellen im Ortsgebiet abzuarbeiten“, schildert der Verwalter der Feuerwehr Leithaprodersdorf, Yannic Sommer. Rund 30 Feuerwehrleute arbeiteten jeweils vier Einsatzstellen gleichzeitig ab, im Einsatz war dabei fast der gesamte Fuhrpark, ein Traktor sowie die Gemeindepritsche.
Gegen 22 Uhr konnten die Floriani dann den Einsatz beenden. „Anschließend hieß es für unsere Mannschaft: Geräte versorgen und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen“, schildert der Feuerwehrkommandant Hannes Heiss.
Kleinhöflein: Umgefallener Baum neben Eisbach versperrte Straße
Am Sonntag ließ der Sturm auch in Kleinhöflein einen Baum umstürzen. Dieser landete auf der Fahrbahn und versperrte den Triftweg neben dem Eisbach zwischen Kleinhöflein und dem Kreisverkehr Mattersburger Straße. „Der Baum wurde durch die Einsatzkräfte zerkleinert und gesichert abgelegt“, so die Kleinhöfleiner Floriani, die mit zehn Einsatzkräften ausrückte.
Bezirk Oberwart als Epizentrum
Am schlimmsten wüteten die Unwetter aber im Bezirk Oberwart, wo sogar Bewohner evakuiert oder aufgefordert wurden, ihre Häuser nicht zu verlassen. Einige Feuerwehren, etwa die FF St. Margarethen, sind bereits im Landessüden um im offiziell als „Katastrophengebiet“ deklarierten Bezirk Oberwart zu helfen. Auch am dritten Tag nach den Unwettern waren 62 Feuerwehrmitglieder aus zehn Feuerwehren des Bezirks Eisenstadt auf dem Weg nach Oberwart.
Überblick über die Unwetter im Burgenland
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat bereits zugesagt, dass Mittel aus dem Katastrophenfond den Unwetter-Opfern zugute kommen sollen. Auch das Heer musste ausrücken.