Recycling-Riese PET to PET baut in Müllendorf aus

Trotz Herausforderungen

PET to PET bereitet sich mit einem Ausbau des Standorts Müllendorf auf die Einführung des Pfandsystems vor. Ein kleines Minus bei der Recycling-Menge unterstreicht auch ein Problem für die Umwelt: Recycling ist noch immer teurer als neues Plastik zu produzieren.

Von Peter Wagentristl

Bei PET to PET in Müllendorf wurden im ersten Halbjahr 2024 16.071 Tonnen PET-Getränkeflaschen zu Recyclat verarbeitet.

Bei PET to PET in Müllendorf wurden im ersten Halbjahr 2024 16.071 Tonnen PET-Getränkeflaschen zu Recyclat verarbeitet.

© PET to PET

16.071 Tonnen PET-Getränkeflaschen hat das Recyclingunternehmen PET to PET mit Sitz in Müllendorf im ersten Halbjahr 2024 recycelt. Das entspricht einem Minus von neun Prozent zum Vergleichszeitraum 2023. Beim Unternehmen betont man aber, dass der langjährige Trend weiterhin ein konstantes Wachstum suggeriere.

Geschäftsführer Christian Strasser weist in seiner Bilanz auf „schwierige Rahmenbedingungen“ hin: „Die Industrie steht nach wie vor unter einem sehr hohen Kostendruck. Die Inflation war auch im ersten Halbjahr auf einem schmerzhaft hohen Niveau. Unternehmen sind gezwungen, alle Kostensenkungspotenziale zu nutzen, um einen wirtschaftlichen Erfolg darstellen zu können.“

Recycling-Material bleibt teurer als neues Plastik

Die Sorgen der Recycling-Branche scheinen vielschichtig zu sein. Die Nachfrage an Recyclaten - also Grundstoffe aus wiederverwertetem Plastik - sei weiter hoch, das das Material nicht nur für Flaschen, sondern auch für Textilien verwendet wird. Das führe allerdings zu einem „hohen Preisniveau der Flaschen und den daraus erzeugten Recyclaten, die deutlich teurer als Neuware sind. Derartige Rahmenbedingungen wirken einer gut funktionierenden Kreislaufwirtschaft entgegen.“

Recycling-Riese PET to PET baut in Müllendorf aus

© PET to PET/Andi Bruckner, LUKAS LORENZ

Teilweise sei Österreich beim Recycling durchaus gut aufgestellt. Die EU-Vorgabe für 2030 von einem Recyclat-Anteil bei der Produktion von PET-Flaschen von 30 Prozent übererfüllt Österreich mit 40 Prozent etwa schon jetzt. Ab 2025 soll in der EU aber auch die Hälfte aller Kunststoffverpackungen recycelt werden - hier beträgt der Anteil in Österreich aktuell gerade einmal 25 Prozent.

Ausbau als Vorbereitung auf Einweg-Pfandsystem

Um für das angekündigte Einweg-Pfandystem ab 2025 investiert PET to PET aktuell auch am Standort Müllendorf. Nachdem im Vorjahr die bestehende Siloanlage von 640 auf 780 Kubikmeter erweitert wurde, werden heuer die Büroflächen in Angriff genommen, „um dem mittlerweile über 90-köpfigen Team einen adäquaten und modernen Arbeitsplatz am Standort zu bieten“ wird derzeit ein 225 Quadratmeter großes Bürogebäude sowie eine 100 Quadratmeter große Werkstätte gebaut, berichtet Geschäftsführer Billes.