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Ausstellung „Frauen am Bau“: Eine Hommage an Baukultur und Pionierinne
20 Jahre MUBA
Vergangenen Freitag eröffnete das Museum für Baukultur Neutal (MUBA) die Sonderausstellung „Frauen am Bau“. Sie widmet sich den „Mörtelfrauen“ vergangener Jahrzehnte, beleuchtet den Wandel der Frauenrollen im Bauwesen und würdigt die Errungenschaften von Frauen in einer traditionell männerdominierten Branche.
Mitwirkende der Ausstellung „Frauen am Bau“: Hans Kern, Gerhard Blaboll, Heinrich Dorner, Elke Ferderbar, Hans Godowitsch, Monika Ernst, Erich Trummer, Gert Polster und Lenz Mosbacher.
© Julia Pekovits
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die sogenannten „Mörtelfrauen“ ein vertrauter Anblick auf vielen Baustellen – auch in Neutal. Ihre Arbeit war schwer und körperlich anspruchsvoll: Sie rührten Mörtel an, trugen schwere Eimer auf dem Kopf und schützten sich dabei lediglich mit handgeflochtenen Stoffkränzen. Doch trotz der Härte ihrer Aufgaben waren diese Frauen unverzichtbar, sei es auf Baustellen im Burgenland oder bei Gemeindebauten in Wien.
„Frauen sind in den unterschiedlichsten Bereichen des Bau- und Baunebengewerbes beschäftigt oder waren es“, erklärte Landesrat Heinrich Dorner bei der Eröffnung der Ausstellung. „Mit dieser Sonderausstellung wird ihre Arbeit sichtbar gemacht und gewürdigt.“ Die Ausstellung schlägt eine Brücke von den Mörtelfrauen der 1930er-Jahre hin zu den Architektinnen, Ingenieurinnen und Facharbeiterinnen der Gegenwart. Ausstellungskuratorin Elke Ferderbar hat dafür vier Frauen aus verschiedenen Generationen porträtiert, deren Lebenswege beispielhaft für die Herausforderungen und Erfolge in der Baubranche stehen.
Tradition trifft Moderne
Das MUBA, 2003 vom Verein „Stein auf Stein“ unter der Leitung von Hans Godowitsch gegründet, ist mehr als nur ein Museum. Es ist ein Denkmal für die Wanderarbeiter der Baukultur und zugleich ein Ort des Wandels und der Innovation. „Wir wollen der Jugend vermitteln, wie ihre Vorfahren gearbeitet haben“, betonte Godowitsch.
Das Museumsgebäude selbst, ein ehemaliges Bauernhaus mit modernen Anbauten, symbolisiert den Brückenschlag zwischen Tradition und zeitgemäßer Architektur. Bürgermeister Erich Trummer hob die Bedeutung des Museums hervor: „Ohne das Ehrenamt erfriert unsere Gesellschaft. Unser Museum für Baukultur Neutal ist einzigartig im Burgenland, darauf können wir stolz sein. Es ist ein wertvoller Impulsgeber für Neutal und die Region.“
Einzigartige Inszenierung und interaktive Elemente
Die Ausstellungsgestalter Lenz Mosbacher und Monika Ernst entwickelten ein innovatives, multimediales Konzept, das die Geschichte der Frauen am Bau erlebbar macht. Mosbacher entwarf drei fiktive Figuren – Anna, Bertha und Clarissa – die jeweils stellvertretend für die Mörtelfrauen der 1930er, die Baumeisterinnen der 1980er und die Bauingenieurinnen der Gegenwart stehen. „Diese Figuren repräsentieren zahllose Frauen, die die Baukultur in Österreich mitgestaltet haben“, erklärte Mosbacher. Monika Ernst ergänzte die Erzählung mit einer modernen Bildsprache und integrierte Baustellenelemente in das Design, um den Besuchenden eine zeitlose, lebendige Perspektive zu bieten.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind die interaktiven Stationen. Eine Mitmachstation lädt die Besuchenden dazu ein, die körperliche Arbeit der Mörtelfrauen nachzuempfinden. Eine Fotostation bietet die Möglichkeit, ikonische Baustellenszenen wie das berühmte Bild der Arbeiter auf dem Rockefeller Center nachzustellen.
Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung technologische Fortschritte, moderne Ausbildungswege und die Überwindung von Vorurteilen. Dabei werden ebenfalls regionale Besonderheiten beleuchtet wie der Ceramico Campus in Stoob ebenso wie examplarisch Österreichs „erste Architektin“ und NS-Widerstandskämpferin Margarete Schütte-Lihotzky.
Blick in die Zukunft
Die Jubiläumsfeier wurde musikalisch von Schlor & Fanta mit eigens verfassten Texten des Autors Gerhard Blaboll umrahmt. Mit der Ausstellung „Frauen am Bau“ bekräftigt das MUBA seine Rolle als innovatives Museum, das Geschichte bewahrt und gleichzeitig den Blick in die Zukunft richtet. „Es ist ein Denkmal – und ein Wegweiser“, so Obmann Hans Godowitsch.