Das ist neu beim Beach and Surf Fest

Vorschau auf 2027

Wenn das Kia Beach and Surf Fest Anfang Mai das Strandbad Neusiedl am See übernimmt, ist der Sommerstart am See eingeläutet: 2027 eine Woche später als gewohnt, dafür ein Tag länger.

Von Birgit Böhm-Ritter

Veranstalter Daniel Hupfer (r.) mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Patrik Hierner (Burgenland Tourismus), Sportlandesrat Heinrich Dorner und Sportlerinnen und Sportlern bei der Präsentation in Neusiedl am See.

Veranstalter Daniel Hupfer (r.) mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, Patrik Hierner (Burgenland Tourismus), Sportlandesrat Heinrich Dorner und Sportlerinnen und Sportlern bei der Präsentation in Neusiedl am See.

© LMS/Daniel Fenz

Sport am Wasser, Musik im Sand und lange Partynächte: Das Kia Beach and Surf Fest hat sich als Headliner des See Opening Burgenland zum sommerlichen Saisonauftakt der Region entwickelt. 2027 darf es dafür sogar einen Tag länger dauern. Von Mittwoch, 5. Mai, bis Sonntag, 9. Mai, verwandelt sich das Strandbad Neusiedl am See zum dritten Mal in eine Bühne für Sport, Unterhaltung und Strandvergnügen. Veranstalter Daniel Hupfer stellte bei einer Pressekonferenz im Bundesleistungszentrum des Österreichischen Segel-Verbands die ersten Neuerungen vor. Besonders auffällig: Das Festival will nicht nur mehr bieten, sondern die Gäste stärker ins Geschehen einbeziehen.

Vier Profi-Serien und eine Einladung zum Mitmachen

Auf dem Wasser und im Sand geht es 2027 um sportliche Titel. Gleich vier österreichische Profi-Sportserien starten in Neusiedl am See: die Österreichischen Meisterschaften im Wingfoil, Pumpfoil und Windsurfen sowie die win2day Beach Tour, Österreichs Profi-Beachvolleyball-Serie.

Wer bei so viel sportlichem Treiben Lust bekommt, selbst aktiv zu werden, findet dafür künftig einen eigenen Bereich. Auf der großen Wiese vor den Beachvolleyball-Spielfeldern entsteht erstmals eine Activity Area. Auch Wassersport zum Ausprobieren soll wieder möglich sein.

Die Idee dahinter: Sport soll nicht nur auf den Wettkampfflächen stattfinden. Wer den Profis zusieht, soll selbst Gelegenheit bekommen, verschiedene Aktivitäten kennenzulernen. Damit erweitert das Festival sein Angebot um einen Bereich, der zum Ausprobieren einlädt – ganz ohne Meisterschaftsdruck.

Nach dem Sport darf gefeiert werden. Allerdings bekommt auch das Nachtprogramm eine neue Handschrift. Statt der bisherigen drei Partynächte sollen künftig unterschiedliche Communities als Gastgeber auftreten. Sie können jeweils eine oder mehrere Nächte gestalten. Das soll mehr musikalische und inhaltliche Vielfalt bringen und unterschiedliche Gästegruppen ansprechen.

Die 90er kommen zurück

Auch das Partyareal selbst wird verändert. Ein größeres gastronomisches Angebot soll für mehr Auswahl sorgen, dazu kommen Änderungen beim Aufbau und bei der Gestaltung. Eine Nacht steht bereits unter einem besonderen Motto: „We bring the old school prices, you bring the new school hangover“. Dahinter steckt die Idee, Preise wie in den 1990er-Jahren anzubieten. Ein Ausflug in die Vergangenheit also – zumindest beim Bezahlen.

Wer es lieber etwas entspannter angeht, soll ebenfalls auf seine Kosten kommen. Themen-Bars und zusätzliche Gestaltungselemente sollen das Beach-Feeling verstärken. Das Veranstaltungsgelände wird bis zur Mole dichter bespielt. Damit soll sich das Festivalgelände noch stärker als zusammenhängender Treffpunkt präsentieren.

Programm zum Feiertag

Fünf Tage Festival bedeuten auch mehr Platz für unterschiedliche Zielgruppen. Der Mittwoch beginnt mit einem Live-Konzert und einer Opening Party. Am Donnerstag, einem Feiertag, stehen die Familien im Mittelpunkt. Mit der Burgenland Family Card ist der Eintritt auf das Veranstaltungsgelände kostenlos.

Am Wochenende folgen weitere Programmpunkte, sportliche Bewerbe und zwei lange Partynächte. Der Sonntag bildet mit einem Muttertags-Special den Abschluss. Auch der Wings for Life Run ist wieder Teil des Festivals. Zum zweiten Mal wird dabei die Spezialdisziplin „Wings 4 Wings“ für die Wingfoiler am Wasser angeboten.

20 Prozent mehr Gäste als Ziel

Dass das Festival in den vergangenen Jahren gewachsen ist, zeigen die Zahlen der Veranstalter. 2026 kamen 27.813 Besucherinnen und Besucher nach Neusiedl am See. Das waren rund ein Viertel mehr als im Jahr davor. Für 2027 peilt das Team eine weitere Steigerung um rund 20 Prozent an.

„Das Strandgelände hat sogar Potential für doppelt so viele Gäste“, sagt Veranstalter Daniel Hupfer. Allerdings tüftle man noch an der Parkplatzproblematik. Wie groß der Andrang sein kann, zeigte sich bereits am Feiertag des Vorjahres: Am 1. Mai mussten Parkplatz und Zufahrt schon um 11 Uhr gesperrt werden. Am Ende zählte der Veranstaltungstag mehr als 6.000 Gäste.

Veranstalter Daniel Hupfer freute sich nicht nur über so viele Gäste, sondern auch, wie er mit Schmunzeln berichtetet, über die Präsenz der Polizei:

Das ist der Ritterschlag für eine Veranstaltung, wenn es ein Planquadrat der Polizei gibt.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung für die Region soll weiter wachsen. Laut Veranstaltern stieg der Anteil der regionalen Wertschöpfung 2026 von 26 auf 36 Prozent. 55 Prozent der Partygäste übernachteten in der Region.

Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm sieht im Festival einen wichtigen Impuls für die gesamte Region, von der Gastronomie über die Wirtschaft bis zu den Familien. Sportlandesrat Heinrich Dorner verwies auf die Bedeutung für den Spitzen- und Breitensport sowie die Motivation junger Menschen, selbst Sport zu treiben. Auch für den Tourismus ist der frühe Saisonstart ein wichtiger Faktor. Patrik Hierner, Erlebnisregionsmanager der Region Neusiedler See bei Burgenland Tourismus, betonte dabei neben den Nächtigungen auch den Wert der Tagesgäste.

Für Veranstalter Daniel Hupfer zählt letztlich nicht nur, wie viele Menschen das Festival besuchen- „Wir wollen möglichst viel an unsere Partner und die Region zurückgeben“, so Hupfer.

See braucht Wasser

Um die geplanten Wassersportbewerbe beim Kia Beach und Surf Fest auch so wie geplant veranstalten zu können, braucht der Neusiedler See über die Wintermonate dringend Niederschlag. Am 5. November fiel der Pegel unter den Tiefststand (von 2022) seit Messbeginn 1965. Matthias Schmid, Sportdirektor des Österreichischen Segel-Verbandes zeigte sich am Rande der Pressekonferenz im Gespräch mit der BVZ aber zuversichtlich für das Kia Beach und Surf Fest. Im Frühling sei der Wasserstand des Sees im Jahresverlauf schließlich immer am höchsten.