Betreiber der neuen Pflegeregionen im Burgenland festgelegt

28 Gebiete verteilt

Die Betreiber der 28 Pflegeregionen, in die das Burgenland mit der Ausrollung des neuen Pflegemodells unterteilt wird, stehen fest: Neun Regionen übernimmt die Volkshilfe, fünf das Hilfswerk, je vier die Caritas und das Rote Kreuz sowie zwei die Diakonie. Vier Gebiete betreut das Land selbst über die Sozialen Dienste Burgenland, erläuterte Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Von Von APA / BVZ.at

Volkshilfe, Hilfswerk, Caritas, Rotes Kreuz und Diakonie sowie das Land Burgenland teilen sich die 28 Regionen auf (Symbolbild).

Volkshilfe, Hilfswerk, Caritas, Rotes Kreuz und Diakonie sowie das Land Burgenland teilen sich die 28 Regionen auf (Symbolbild).

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Pro Region erhielt je eine Trägerorganisation den Zuschlag, die dort die gesamte mobile Hauskrankenpflege übernehmen wird. Auch die 71 geplanten Pflegestützpunkte mit Tagesbetreuungsplätzen und betreutem Wohnen betreibt jeweils die in der Region zuständige Organisation. Ausgerollt wird das System am 1. April 2026. Bis dahin haben die Betreiber Zeit, sich organisatorisch und personell aufzustellen. Die Pflegestützpunkte werden zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle fertig sein, sagte Schneemann. Sie werden erst nach und nach in Betrieb gehen.

Informationskampagne ab September

Von den 28 Regionen wurden alle außer die vier, die das Land selbst betreut, ausgeschrieben, erläuterte Anwalt Johannes Zink. Mittlerweile seien die Vergaben rechtskräftig. Es wurden bereits Betriebsführungsverträge mit den Betreibern abgeschlossen. Miteinbezogen wurde bei der Entscheidung, wie viele Klienten die Organisationen in der Region schon jetzt betreuen, damit sich für die Betroffenen möglichst wenig ändert, erläuterte Schneemann. Ab September soll in allen Regionen eine Informationskampagne anlaufen.

Ursprünglich hatte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) angekündigt, dass die Stützpunkte bereits Ende 2024 in Betrieb gehen werden. Das sei von Anfang an ein "sehr ambitioniertes Ziel" gewesen, räumte Schneemann ein. "Was wir vielleicht ein bisschen unterschätzt haben, war die Tatsache, dass die Grundstücke, die wir dafür brauchen, nicht einfach zu bekommen waren." Nun sei das erklärte Ziel, alle Stützpunkte noch in dieser Legislaturperiode, also bis 2030, in Betrieb nehmen zu können.

ÖVP-Kritik an "Zwang, Verzögerung und unkalkulierbaren Kosten"

Derzeit werden laut Schneemann rund 2.500 Personen pro Monat von der mobilen Hauskrankenpflege betreut. Die Kosten für die Umstellung des Modells wollte er nicht beziffern. Zusätzliches Personal werde es brauchen, etwa 28 diplomierte Pflegekräfte, die die Regionen leiten. Bis 2030 brauche das Burgenland 1.700 neue Pflegekräfte und für die Pflegestützpunkte noch circa 100 zusätzlich.

Die ÖVP sprach in einer schriftlichen Stellungnahme von "Zwang, Verzögerung und unkalkulierbaren Kosten". Das neue Pflegemodell sei ein Schritt in die falsche Richtung, kritisierte Landesparteichef Christoph Zarits. Die Wahlfreiheit in der Pflege werde damit abgeschafft, weil die Betroffenen an den einen Anbieter, der den Zuschlag in der Region erhalten hat, gebunden werden, so Zarits.