400 Menschen bei historischer Jubiläumswanderung

350 Jahre Halbturn

Die Gemeinde Halbturn feiert heuer 350 Jahre durchgehende Besiedelung. Am Sonntag veranstaltete die Gemeinde unter Führung des Historikers Doktor Herbert Brettl und Andreas Gisch eine historische Wanderung durch die Gemeinde.

Von Daniel Gottfried

Das Gemeinde-Team von Halbturn stößt auf ein erfolgreiches Jubiläums-Event an von denen es heuer noch ein paar zusätzliche geben wird.

Das Gemeinde-Team von Halbturn stößt auf ein erfolgreiches Jubiläums-Event an von denen es heuer noch ein paar zusätzliche geben wird.

© Gemeinde Halbturn

Dieses Jubiläumsjahr wird von der Umschreibung „durchgehende Besiedelung“ begleitet, da das Gebiet des heutigen Ortes bereits viel früher besiedelt worden sein dürfte. Die besten Hinweise auf den Namen „Halbturn“ birgt eine dreieinhalb Jahrhunderte alte Überlieferung. Im „Mönchhofer Hotterbüchl“ von 1650 wird ein halbverfallener Turm eines alten Kastells erwähnt. Vermutlich stammt der Name der heutigen Gemeinde von dieser Ruine.

Diese und viele andere historische Erzählungen gab es bei der Jubiläumswanderung am Sonntag, der sich sich knapp 400 Halbturnerinnen und Halbturner anschlossen. Für die historischen Fakten war der Historiker Herbert Brettl federführend. Der geschichtsgeladene Exkurs hatte fünf Stationen und begann beim Erzbischof-Grösz-Platz. Dort stand bereits 1679 die erste Pfarrkirche. 1897 ließ Erzherzogin Isabella auf eigene Kosten und auf „Herrschaftsgrund“ einen „Kindergarten mit katholischem Charakter“ errichten.

Historischer Fund bei archäologischen Ausgrabungen

Nächste Station war die Johanneskapelle im Schlosspark. In den 1980er Jahren fanden dort archäologische Ausgrabungen statt, welche unter anderem das „jüdische Amulett aus Halbturn“ freilegten. Dieses wird als das bisher älteste, eindeutige Zeugnis jüdischen Lebens in Österreich angesehen. Station drei war das Barockschloss selbst, dessen Innenhof als „Labstation“ für die Wandernden diente. Obwohl abgesehen von der Jagd nur selten Schlossbesitzer in der Anlage verweilten, bot der Gebäudekomplex dennoch viele Arbeitsplätze für die Dorfbewohner. Es brauchte Gärtner, Kutscher, Köche, Holzträger und noch vieles mehr.

Die nächste Station war die Quergasse. Mit Bevölkerungszunahmen im 19. Jahrhundert wuchs der Ort stetig. Die für diese Zeit üblichen Bauernhäuser waren „Hackenstreckhöfe“ mit einer Länge von rund 250 Meter. Mit dem 20. Jahrhundert kamen dann die sogenannten „Kleinhäuslerhäuser“ hinzu, welche nur eine Zimmer, eine Küche und eine Speis hatten. Die fünfte und letzte Station befasste sich mit der ersten Erwähnungen der Schule sind aus dem Jahr 1696. Das heutige Gebäude wurde 1898 errichtet. 1848 bekam Halbturn ein eigenes Gemeindeamt, welches bis 1963 bestand und gleichzeitig Wohnort des Amtmannes war.

Bürgermeister Markus Ulram und Vizebürgermeister Gerald Knöbl strahlten beim Anblick der Hunderten Halbturnerinnen und Halbturner, die an der Wanderung teilnahmen.

Bürgermeister Markus Ulram und Vizebürgermeister Gerald Knöbl strahlten beim Anblick der Hunderten Halbturnerinnen und Halbturner, die an der Wanderung teilnahmen.

© Gemeinde Halbturn

Knapp 400 Teilnehmenden kamen zu der lehrreichen und geselligen Tour bei strahlendem Sonnenschein.

Knapp 400 Teilnehmenden kamen zu der lehrreichen und geselligen Tour bei strahlendem Sonnenschein.

© Gemeinde Halbturn

Historiker Herbert Brettl erklärte die geschichtlichen Kontext der fünf Stationen der Wanderungen.

Historiker Herbert Brettl erklärte die geschichtlichen Kontext der fünf Stationen der Wanderungen.

© Gemeinde Halbturn

Andreas Gisch versüßte Fakten mit interessanten Anekdoten.

Andreas Gisch versüßte Fakten mit interessanten Anekdoten.

© Gemeinde Halbturn

Bürgermeister Markus Ulram, Andreas Gisch, Gerhard und Ingrid Ullram, Vizebürgermeister Gerald Knöbl und Doktor Herbert Brettl.

Bürgermeister Markus Ulram, Andreas Gisch, Gerhard und Ingrid Ullram, Vizebürgermeister Gerald Knöbl und Doktor Herbert Brettl.

© Gemeinde Halbturn