Oberwarts digitales Gedächtnis wächst weiter

9.000er-Marke geknackt

Was als privates Hobby begann, ist heute eine der wichtigsten historischen Sammlungen der Region. Die Momentothek Oberwart umfasst mittlerweile mehr als 9.000 Fotos, Dokumente und Aufzeichnungen und wird monatlich rund 150.000 Mal aufgerufen.

Von Bertie Unger

Bürgermeister Georg Rosner, Presse-Beauftragte Kerstin Zsifkovits-Taferner und Tillfried Schober freuen sich über den Erfolg der Momentothek.

Bürgermeister Georg Rosner, Presse-Beauftragte Kerstin Zsifkovits-Taferner und Tillfried Schober freuen sich über den Erfolg der Momentothek.

© Stadtgemeinde Oberwart

Wer wissen möchte, wie Oberwart oder St. Martin/Wart vor Jahrzehnten aussahen, landet früher oder später in der Momentothek. Mehr als 9.000 historische Fotos, Postkarten, Dokumente und Zeitungsartikel wurden archiviert, beschrieben und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Plattform ist dabei weit mehr als ein digitales Fotoalbum. Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte. Häuser, Straßenzüge, Familien oder längst verschwundene Geschäfte werden mit umfangreichen Informationen dokumentiert und machen die Momentothek zu einer wichtigen Quelle für Heimatforscher, Schulen, Medien und alle, die sich für die Geschichte der Region interessieren. „Die Momentothek bewahrt die Geschichte unserer Stadt und macht sie für alle Menschen zugänglich. Mit großem persönlichem Einsatz hat Tillfried Schober ein digitales Gedächtnis geschaffen, das seinesgleichen sucht“, sagt Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner.

Private Initiative als Grundlage des Projektes

Nährboden für dieses außergewöhnliche Projekt ist die Leidenschaft von Tillfried Schober. Der Oberwarter investiert unzählige Stunden in das Sammeln, Digitalisieren und Recherchieren historischer Unterlagen und wird dabei von zahlreichen Familien unterstützt, die Fotos, Dokumente oder Postkarten aus ihren Privatarchiven zur Verfügung stellen und damit dazu beitragen, dass wertvolle Zeitzeugnisse nicht verloren gehen. Das Besondere daran: Die Datenbank wird nicht nur von ihm gefüttert, wer sich als Nutzer registriert, kann selbst Fotos aus seinem Privatarchiv hochladen. So ist in den vergangenen neun Jahren eine stattliche Sammlung wertvoller historischer Aufnahmen, alter Postkarten, Urkunden und Fotos entstanden, die den Alltag vergangener Zeiten beschreiben.

Datenbank eine unverzichtbare Quelle

Auch in der täglichen Arbeit der Stadtverwaltung hat sich das Archiv längst etabliert. „Für unsere tägliche Arbeit ist die Momentothek mittlerweile zu einer unverzichtbaren Quelle geworden. Wenn wir historische Ereignisse aufbereiten, Jubiläen begleiten oder nach alten Ansichten unserer Stadt suchen, finden wir hier nicht nur außergewöhnliches Bildmaterial, sondern auch gut recherchierte Informationen. Die Momentothek ist für uns das digitale Gemeindearchiv und ein wertvoller Wissensspeicher über Oberwart und St. Martin/Wart“, betont Pressechefin Kerstin Zsifkovits-Taferner.

Dass die Sammlung weit über Oberwart hinaus Beachtung findet, zeigen monatliche Seitenaufrufe von rund 150.000. Und für Tillfried Schober ist die Marke von 9.000 Bildern nur ein weiterer Meilenstein. „Die 9.000 Bilder sind kein Abschluss, sondern Motivation. Das Ziel sind 10.000 – aber noch wichtiger ist, dass die Geschichte Oberwarts erhalten bleibt.“ Wer selbst noch alte Aufnahmen, Postkarten oder Unterlagen besitzt, ist eingeladen, diese für das digitale Gedächtnis Oberwarts zur Verfügung zu stellen.