Bonität als Schlüssel zum Glück? Das Ranking der Top-Gemeinden

18 Mal Burgenland in den Top-250

Die Gemeinden kämpfen in ganz Österreich - und doch haben es wieder 18 burgenländische Kommunen ins Bonitätsranking der besten 250 geschafft. Eine gute Note allein rettet aber noch nicht die Finanzen.

author Von Wolfgang Millendorfer

pile of different paper euro banknotes and coins cent. Saving concept

pile of different paper euro banknotes and coins cent. Saving concept

© Shutterstock, RomanR

Das Ranking hat auch schon einmal für mehr Jubel gesorgt: Dass die Gemeinden bundesweit finanziell zu kämpfen haben, sah das KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) bei der traditionellen Herbst-Erhebung auf den ersten Blick. Während vielerorts bereits mit Sorgenfalten Richtung Budget 2027 geschaut wird, bringt die Platzierung unter den Top-250 ein besseres Gefühl, oft für kleine und mittlere Kommunen.

Heuer sind 18 burgenländische Gemeinden im Ranking vertreten, eine mehr als im Vorjahr, um zwei weniger als 2024. Die Zahl bewegt sich seit Jahren in diesem Bereich, Bekannte wie Bildein (im Vorjahr Platz eins im Land), Edelstal, Stinatz oder St. Margarethen sind dabei, Neue wie Potzneusiedl, Mörbisch oder Zagersdorf. Als „Aufsteiger“ liegt Badersdorf auf Platz eins im Land!

Das Ranking aus der Burgenland-Perspektive

Bonität als Schlüssel zum Glück? Das Ranking der Top-Gemeinden

© Grafik: BVZ

Das Burgenland ist bei der Anzahl der Top-Gemeinden - im Vergleich zu Vorarlberg oder Kärnten - ganz gut dabei; insgesamt aber liegt die Mehrheit der 171 Kommunen in Sachen Bonität „in der unteren Hälfte“, wie es im KDZ heißt. Die Platzierungen von 251 bis 2.092 (so viele Gemeinden gibt‘s in Österreich) werden allerdings nie veröffentlicht.

Die finanzielle Ausgangslage hat sich bundesweit klar verschlechtert: 2019 gab es noch 456 Gemeinden mit einer Note zwischen eins und zwei; heuer sind es nur mehr 140! KDZ-Geschäftsführer Thomas Prorok nennt die Gründe: „Insbesondere die Inflation, die Transferzahlungen an die Länder und die wachsende Zahl an Aufgaben belasten die Gemeindehaushalte. Eine gute Platzierung im Ranking darf deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die finanziellen Spielräume der Gemeinden insgesamt enger werden. Entscheidend ist, ob nach dem laufenden Betrieb noch genügend Mittel für Investitionen bleiben.“

„Die finanziellen Spielräume der Gemeinden werden enger.“ Thomas Prorok, Geschäftsführer im Zentrum für Verwaltungsforschung.

„Die finanziellen Spielräume der Gemeinden werden enger.“ Thomas Prorok, Geschäftsführer im Zentrum für Verwaltungsforschung.

© KDZ, Markus Wache

Wie sieht es eigentlich an der Spitze aus? Die Salzburger Gemeinde Tweng führt die heurigen Top-250 mit einer Vestnote von 1,02 an, Platz zwei geht an Parabasdorf in Niederösterreich, Platz drei an Niederndorf in Tirol. Den gesamten Überblick zur Erhebung, die von der Erste Bank und der Wiener Städtischen unterstützt wird, gibt‘s auf gemeinderanking.at

So funktioniert das Ranking

Die offiziellen Gemeindefinanzdaten der Statistik Austria dienen als Berechnungsgrundlage; das KDZ kombiniert sie mit einem eigenen Analyse-Tool. Die Ergebnisse werden im Schulnotensystem dargestellt.

Für die Bewertung wird je ein Drei-Jahres-Durchschnitt herangezogen. Entscheidend ist letztlich, ob eine Gemeinde genügend Spielraum für die operativen Geschäfte und für Investitionen in Projekte vorweisen kann.

Abhängig ist die Bonität unter anderem von der Wirtschaftskraft, von der Höhe der Ertragsanteile, der demografischen Entwicklung oder dem Gemeinde- Management.