Im Duell der Seestädte steht das Überleben auf dem Spiel
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Weil Rust aufgestiegen und Neusiedl abgestiegen ist, kommt es in der Burgenlandliga erstmals zum Duell der beiden Seestädte. Beide kämpfen um den Klassenverbleib.
Der Ruster Innenverteidiger Luiz fehlt gegen Neusiedl, weil sein Visum abgelaufen ist und er schon in seine Heimat Brasilien geflogen ist
© Günther Pavlovics
Rust - Neusiedl; Sonntag, 14 Uhr. Burgenlandliga Luiz Gustavo Fernandes Nascimento sitzt daheim im Bundesstaat Minas Gerais bei fast 30 Grad und friert nicht in Bratislava oder Rust. Des Brasilianers Freud ist das Leid seines Trainer. „Er musste nach Hause fliegen, weil sein Visum abgelaufen ist“, sagt Özgür Nurlu. Der 24-jährige war erst Anfang August vor dem ersten Saisonspiel gekommen, muss aber nach drei Monaten Österreich wieder verlassen und verpasst so die wichtigen Spiele gegen Neusiedl am Sonntag (Anpfiff um 14 Uhr) und in Oberpullendorf eine Woche später.
Die Ruster Brasilien-Slowakei-Connection
Nurlu muss sich auf nächstes Jahr vertrösten: "Da bekommt Luiz einen Job in der Slowakei." Dann darf er dort bleiben und am Wochenende in Österreich Fußball spielen. So wie seine Landsleute. Die machen Nurlu dieses Wochenende auch Sorgen. Cristiano Barbosa muss arbeiten, versucht aber Sonntagnachmittag doch in Rust zu sein. Der 26-Jährige ist schon das vierte Jahr der Torjäger, hat nach dem Aufstieg schon acht Tore in der Burgenlandliga erzielt. Cristiano Barbosa ist in der Slowakei sesshaft, verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Auch Diego Neto hat eine Freundin in der Slowakei. In Rust spielt er im Mittelfeld, wo er den verletzten Felix Hölzl als Sechser ersetzen muss. Jetzt ist der 26-Jährige am Knöchel angeschlagen, und Nurlu hofft, dass es sich bei ihm bis Sonntag ausgeht. Am einfachsten lässt sich der Ausfall von Luiz kompensieren, denn der 20-jährige Ungar Aron Gönye hat schon bewiesen, dass er dort bestehen kann.
Der 30-Punkte-Plan ist noch immer im Visier
Die Ruster sind am Samstag in Kohfidisch leicht vom 30-Punkte-Plan ihres Trainers abgekommen, weil sie 1:2 verloren haben. "Wir haben so viele Chancen gehabt", ärgerte sich Nurlu. Seine Mannschaft war schnell 0:2 in Rückstand, dominierte danach aber das Geschehen. Nurlu verschickte an die Spieler die besten Chancen vor Seitenwechsel, allein das waren elf Kurzvideos. "Es ist nervig, dass wir einer solchen Leistung keinen Punkt geholt haben." Gegen Neusiedl sollen aber wieder Punkte her. Der Ostligaabsteiger hat in den letzten sechs Spielen nur zwei Zähler geholt. Aber auch Rust wartet nun schon seit fünf Spielen auf einen Sieg. Bis Sonntag könnte auch Tormann Roman Scheit seine Angina kuriert haben.
Neusiedler Innenverteidiger im Verletzungspech
Mit Tomas Bockay und Barna Toth fallen bei Neusiedl beide etatmäßigen Innenverteidiger verletzt aus. Toth zog sich bei der jüngsten 1:4-Heimniederlage gegen Eberau erneut eine Muskelverletzung zu. Auch Patrick Sonnleitner ist angeschlagen. Ob er rechtzeitig für das Gastspiel in Rust fit wird, ist fraglich. Damit könnte Trainer Günther Wally gezwungen sein, seine Abwehr erneut umzubauen. „Der Wurm ist bei uns drinnen. Zuerst haben wir kein Glück, und jetzt kommt Pech auch noch dazu“, beschreibt Gernot Tick die derzeitige Situation. Besonders die Verunsicherung in der Hintermannschaft macht dem Sportlichen Leiter zu schaffen. Gleichzeitig fehlt im Angriff die nötige Effizienz. „Vorne haben wir eine Ladehemmung, und hinten herrscht eine große Verunsicherung“, bringt Tick die Probleme auf den Punkt. Wie schwer diese derzeit wiegen, zeigte sich zuletzt gegen Eberau. Die Neusiedler ließen mehrere gute Möglichkeiten ungenützt, während individuelle Fehler in der Defensive zu Gegentoren führten. Mit dem 1:4 setzte sich die Negativserie der Neusiedler fort.