Leithaprodersdorf empfängt Neusiedl zu einem Duell auf dem höchsten fußballerischen Niveau seit 46 Jahren.
Von Höhenflügen, Rückschlägen und offenen Rechnungen
Burgenlandliga-Schmankerlstrecke
Zwischen ausbaufähigen Serien, personellen Rückschlägen und hitzigen Duellen ist in der Burgenlandliga einiges los. Während manche Teams auf der Erfolgswelle reiten, kämpfen andere mit Rückschlägen, Sperren und Verletzungen. Dazu kommen offene Rechnungen, besondere Jubiläen und der Blick auf die nächsten Kracher.
Jubel in Weiß! Die Halbturner erwischten in Pama einen starken Beginn und gingen mit 1:0 in Führung. Am Ende wurde es beim 100. Landesliga-Auftritt nach dem Wiederaufstieg ein 1:1.
© Christopher Schneeweiß
Siegen ist gut, bestätigen ist besser
Oberpullendorf. „Wir haben es noch kein einziges Mal geschafft, einen Punktgewinn zu bestätigen“, sagt Florian Hotwagner. Auf alle vier Siege seiner Oberpullendorfer folgte eine Niederlage. Dass es jetzt gerade gegen Titelfavorit Bad Sauerbrunn klappen soll, bedeutet eine echte Mammutaufgabe. Hotwagner warnt vor der immensen Qualität der Kurortler, die mit einem Sieg das beste Hinrunden-Finish der Vereinsgeschichte besiegeln könnten, traut seinem Team aber auch einen Sieg zu. Jüngste Statistiken könnten Oberpullendorfs Chancen vielleicht sogar erhöhen. Bad Sauerbrunn gab in vier Spielen bisher Punkte ab. Zwei Niederlagen gegen Rust und Kohfidisch waren gegen Nachzügler der Liga, ein Remis gegen die jungen Neudorfer ebenso.
Die Spionagereise war nur ein kleiner Hüpfer
Rust. Özgür Nurlu war diese Woche beruflich ordentlich auf Achse. Berlin, München und Salzburg waren seine Ziele, am Freitag reiste er dann noch direkt nach Deutschkreutz. Dafür durfte der Trainer der Ruster am Wochenende etwas ausspannen, hatte aber auch noch Fußball im Sinn. Er beobachtete den nächsten Gegner, wobei sich die Reisestrapazen in Grenzen hielten. Nurlu wohnt in Parndorf und schaute sich am Sonntag die dortigen Juniors (am Samstag der Gegner in Rust) beim Spiel in Neudorf gegen Eberau an.
Sonnleitner und Haider waren schon zu Gast
Leithaprodersdorf. Für Johannes Haider, Paul Strommer und Patrick Sonnleitner gibt es am Freitag ein Wiedersehen mit Leithaprodersdorf nach drei Jahren. Damals hatte die Neusiedler B-Mannschaft im BFV-Cup in der LeithArena 0:4 verloren. Haider und Sonnleitner waren schon dabei, als die Ostliga-Mannschaft von Neusiedl vor acht Jahren im BFV-Cup 4:0 gewonnen hat. Davor traf man sich fünf Saisonen in der 2. Liga Nord (86/87, 94/95, 95/96, 96/97, 2003/2004). Ein Duell auf hohem Niveau und auf Augenhöhe ist aber schon 46 Jahre her. Im März 1980 verlor Leithaprodersdorf daheim gegen Neusiedl mit 0:1. Damals spielten beide Klubs in der Regionalliga Ost.
Die mentale Hürde gilt es zu überbrücken
Lackenbach. Sportlich sind die Sorgen der Lackenbacher klar ersichtlich. Dass diese Sorgen auch mentale Auswirkungen haben, sollte ebenso klar sein. Neo-Coach Norbert Nemeth will sich auf Zweiteres konzentrieren, indem er Ersteres ein wenig ausblendet. „Du kannst nicht alles vergessen, was bisher passiert ist. Aber wenn du jeden Tag auf die Tabelle schaust, kann deine Leistung nur schlechter werden.“ Er appelliert lieber an seine Jungs, die neu integrierten Dinge weiterhin gut aufzunehmen.
Heer in Kroatien statt Fußball im Burgenland
Klingenbach. Beim Tabellenführer sind vier der Sommer-Neuzugänge Stammspieler, die beiden anderen Neuen stehen nicht zur Verfügung. Tom Fasching legt eine Karrierepause ein. Und Borna Nucak informierte am Sonntag vor einer Woche, dass er überraschend in Kroatien zum Bundesheer einrücken muss. Der 19-Jährige kam im Sommer von Maksimir. Nucak kam in den ersten acht Spielen zum Einsatz, stand zweimal sogar in der Startelf. Trainer Thomas Klemenschitz: „Er sagt, dass er drei Monate zum Heer muss. Damit ist er im Herbst nicht mehr da. Schauen wir, was sich dann im Frühjahr tut.“
Die jungen Neuen spüren die Strapazen
Sankt Margarethen. Marven Ernst kam im Sommer aus Lafnitz zurück zum Klub seiner Heimatgemeinde. Der Mittelfeldspieler stand bei seinen zehn Einsätzen in der Burgenlandliga sechsmal in der Startelf. Mittlerweile spürt der 18-Jährige die Strapazen körperlich, Trainer Franz Lederer ließ ihn in Halbturn auf der Bank sitzen und brachte ihn gegen Klingenbach in den letzten vier Minuten. Fabian Bayer kam ebenfalls im Sommer und fünfmal in der Liga zum Einsatz. Der Stürmer, der sich aus den Unterklassen hochgespielt hat, knickte allerdings kurz vor seinem 21. Geburtstag im Training um, riss sich die Bänder im Knöchel und wird diesen Herbst kaum noch zum Einsatz kommen.
Keine wirklich angenehme Situation
Deutschkreutz. Istvan Fabiankovits entwickelt sich zu einem der großen Verlierer der Hinrunde. Der Stürmer im Dress der Deutschkreutzer durfte vergangene Saison von 26 Spielen für Siegendorf und Deutschkreutz 25-mal von Beginn an ran. Zu Beginn der laufenden Spielzeit kam der 21-Jährige noch zu fünf Startelfeinsätzen, allerdings traf er dabei kein einziges Mal. Kleinere Blessuren und die Topform von Kollege Luca Treiber hinderten Fabiankovits daran, seither wieder ein Spiel von Beginn an zu machen. Im jüngsten Duell mit Rust sah er zudem noch die Rote Karte, weil er sich in einem Zweikampf ungeschickt anstellte und für einen Ellbogenstoß ausgeschlossen wurde. Seine Situation scheint sich demnach auch nicht zu bessern. „Er versucht wirklich noch härter zu trainieren, aber zurzeit geht sich das einfach nicht aus“, hält Cheftrainer Mike Hartl weiter an Treiber als Einserstürmer fest.
Umprecht musste in der Abwehrkette dienen
Neusiedl. Not macht erfinderisch! Weil mit Tomas Bockay und Barna Toth gleich zwei Innenverteidiger verletzt ausfielen, musste der NSC gegen Bad Sauerbrunn improvisieren. Mit Lukas Umprecht wurde ausgerechnet einer der wichtigsten und routiniertesten Spieler vom Mittelfeld in die Innenverteidigung beordert. „Umpi“ sollte der Abwehr die nötige Stabilität verleihen. Das Problem dabei: Im Spiel nach vorne fehlte der kreative Kopf an allen Ecken und Enden. Die Neusiedler Offensive war beim 1:3 jedenfalls bei Weitem nicht so schlagkräftig wie gewohnt.
Pama ist der Karten-Sammler der Liga
SK Pama. Beim SK Pama sitzen die Karten derzeit locker – allerdings nicht beim Kartenspielen! Mit Daniel Toth erwischte es beim 1:1 gegen Halbturn den nächsten Spieler. Der Routinier sah wegen einer „Tätlichkeit“ die Rote Karte. Es war bereits der zweite glatte Ausschluss der laufenden Saison. Dazu kommen zwei Gelb-Rote Karten. Macht insgesamt vier Platzverweise – so viele wie bei keinem anderen Team! Kurios: In der Fairplay-Wertung rangieren die Pamaner trotzdem im Mittelfeld.
Klassische Bilanz: Daheim hui, auswärts pfui?
Neudorf/Parndorf Juniors. Zahlen lügen nicht! Die SpG Neudorf/Parndorf Juniors liegt mit neun Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz der Burgenlandliga. Immerhin sieben Zähler wurden allerdings vor eigenem Publikum eingefahren. Von einer ausgeprägten Heimschwäche kann also trotz der bitteren 1:2-Niederlage gegen Eberau keine Rede sein. Ganz anders sieht es auswärts aus: Dort warten die Juniors weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Und ausgerechnet jetzt geht es zum SCF Rust. Die Ruster haben zu Hause bislang zwar ebenfalls nicht immer überzeugt, gelten aber dennoch als unangenehmer Gegner. Ob Neudorf ausgerechnet dort seine Auswärtsbilanz aufpolieren kann?
Ein Punktgewinn zum Hunderter-Jubiläum
Halbturn. Ein kleines Jubiläum gab es für den USV beim 1:1 gegen Pama zu feiern. Es war das 100. Landesligaspiel der Halbturner seit ihrem Wiederaufstieg! Eine Zahl, die Trainer Peter Herglotz schon im Vorfeld kannte und auch zur Motivation seiner Mannschaft nutzte. Ob die Jubiläumsansprache letztlich den Ausschlag für den Punktgewinn gab, sei dahingestellt. Fest steht jedenfalls: Mit dem hart erkämpften Remis und sieben Punkten aus den jüngsten drei Partien hatten die Halbturner allen Grund zur Freude. Ein durchaus würdiger Rahmen für das 100. Spiel!
Kohfidisch: Ärger über Reserve-Gegner
Kohfidisch. Die Kohfidischer waren nach dem Spiel der Reserve über die Gangart von Leithaprodersdorf verärgert. „Unglaublich rücksichtslos, jeder Zweikampf war gefährlich. Ich verstehe nicht, wie man so spielen kann“, ärgerte sich der Sportliche Leiter Thomas Polzer. Die Gäste sahen zu Recht zwei Rote Karten. Zudem verletzte sich Kohfidisch-Abwehrspieler Dominik Szendi schwer. „Das war eine unglückliche Aktion, bei solchen Attacken aber nur eine Frage der Zeit.“ Das Spiel endete übrigens mit 1:1.
Auf Wolke sieben vor dem Cup-Kracher
Pinkafeld. Vor dem wohl emotionalsten Spiel des Jahres kommt Pinkafeld immer besser in Fahrt. Am Nationalfeiertag (14 Uhr) trifft man zuhause im Raiffeisen BFV Cup auf Oberwart. In der Liga feierte man drei Siege am Stück, am Freitag soll in Pama der nächste folgen. Dann will man Oberwart ärgern. „Zuerst zählt aber nur Pama“, richtet Trainer Beni Posch den Fokus auf die Pamaner.
Eberau: Resner trifft, Kracher hält
Eberau. Die zwei prägenden Protagonisten bei Eberaus Sieg über Neudorf/Parndorf waren Stürmer Alex Resner und Goalie Sebastian Kracher. Der eine schoss zwei Tore, holte den Elfmeter zum 2:1 auch selbst raus. Der andere hielt in der heißen Phase einen Penalty und damit den Sieg fest.
Ganz schweres Restprogramm
Edelserpentin. Die Horvath-Elf hat ein richtig schweres Restprogramm vor sich: Sankt Margarethen, Halbturn, Klingenbach und Bad Sauerbrunn. Trainer Michael Horvath bleibt mutig: „Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen.“
Bad Sauerbrunn ist auswärts eine Macht
Bad Sauerbrunn. Fünf Spiele, vier Siege und ein Unentschieden – der SC Bad Sauerbrunn präsentiert sich in dieser Saison in der Fremde in beeindruckender Form. Kein anderes Team hat bislang auswärts mehr Punkte geholt als die Mannschaft aus dem Kurort. Eine starke Bilanz, die unterstreicht, wie schwer der SC Bad Sauerbrunn auf gegnerischem Platz zu schlagen ist.