Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
32,2 Millionen Euro: Burgenland liefert erste Tranche an Gemeinden
Bedarfszuweisungen
Das Land Burgenland überweist 2026 im Rahmen der ersten Tranche rund 32,23 Millionen Euro an Bedarfszuweisungen an die 171 burgenländischen Städte und Gemeinden. Darin enthalten sind 5,8 Millionen Euro an reinen Landesmitteln. Zum Vergleich: 2024 waren es über 82 Millionen Euro, 2025 rund 89 Millionen Euro.
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Von der Gesamtsumme entfallen über 13,2 Millionen Euro auf die richtlinienkonform zugeteilte erste Rate der Bedarfszuweisungsmittel, 7,2 Millionen Euro sind für kommunale Sonderprojekte veranschlagt. Die verbleibenden 19 Millionen Euro teilen sich auf rund 9,0 Millionen Euro für Projektförderungen durch den Landeshauptmann, 5,8 Millionen Euro an Landesbedarfszuweisungen sowie rund 4,2 Millionen Euro als Vorgriff auf BZ-Mittel für Konsolidierungsgemeinden auf.
Für kommunale Investitionsprojekte mit Gesamtkosten von rund 105 Millionen Euro stellte das Land 2024 und 2025 insgesamt rund 33 Millionen Euro bereit. Inklusive der für 2026 und die Folgejahre geplanten Vorhaben sind laut Land rund 64 Millionen Euro bereitgestellt oder reserviert.
Großprojekte in allen Bezirken
Zu den geförderten Vorhaben zählen die Bildungscampus-Projekte in Oberwart (rund 12,8 Millionen Euro Gesamthilfe), Güssing (rund 7,9 Millionen Euro) und Eisenstadt (rund sechs Millionen Euro reine Landesmittel) sowie der Schulcampus Lackenbach (rund 4,7 Millionen Euro). Der Um- und Zubau der Mittelschule Gols mit Gesamtkosten von rund 9,5 Millionen Euro wird mit rund 933.000 Euro aus dem Schulbauprogramm und zwei Millionen Euro an Bedarfszuweisungen unterstützt.
Für das Feuerwehrhaus Hornstein sind rund 3,36 Millionen Euro an reinen Landesmitteln zugesagt, für Neuhaus am Klausenbach rund 1,5 Millionen Euro. Weitere Projekte sind die Volksschule Hirm (rund 888.000 Euro), die Kinderkrippe Trausdorf (eine Million Euro), das Freizeitzentrum Bad Tatzmannsdorf (4,6 Millionen Euro) und die Sanierung der Mehrzweckhalle Stinatz (500.000 Euro).
Beratung und Gemeindefonds
Die Aufsichtsbehörde absolvierte 2025 und 2026 nach Angaben des Landes 320 Beratungstermine mit 40 Gemeinden. Die Landesholding Burgenland bietet zusätzlich kostenlose Begleitung an, die 2025 von 32 und heuer bisher von 37 Gemeinden genutzt wurde. Das seit 1. Jänner 2025 wirksame Gemeindefondsgesetz dient als freiwilliges Sicherheitsnetz und ist mit bis zu fünf Millionen Euro dotiert. Abgangsgemeinden können auf eigenen Wunsch eine Schuldenübernahme oder Darlehenstitulierung durch den Fonds in Anspruch nehmen.
Kritik von Gemeindebundpräsident Markus Ulram (ÖVP)
Kritik an den Maßnahmen kommt dabei unter anderem von der ÖVP. Der Landtagsabgeordnete und Gemeindebundpräsident Markus Ulram meint in einer Aussendung etwa:
„Die jetzt präsentierten Auszahlungen werden als große Unterstützung verkauft, dabei handelt es sich zu einem wesentlichen Teil um Mittel, die den Gemeinden ohnehin nach bestehenden Richtlinien zustehen. Neu ist daran wenig. Gleichzeitig steigen die Landesabzüge Jahr für Jahr, sodass den Gemeinden unterm Strich deutlich mehr genommen wird, als sie nun zurückerhalten. [...] Von einem Befreiungsschlag kann daher keine Rede sein – das ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein“.
Schneemann kontert ÖVP-Kritik
SPÖ-Landesrat Leonhard Schneemann weist die Kritik zurück: „Ich war selbst zehn Jahre lang Bürgermeister in meiner Heimatgemeinde und weiß genau, wie entscheidend die Unterstützung des Landes für die Projekte vor Ort ist. Unsere Gemeinden sind das Rückgrat des Burgenlandes. Während die Landes-ÖVP sogar das vom Landeshauptmann angebotene Gemeinde-Entlastungspaket blockiert hat, handeln wir rasch und unbürokratisch. Wir sichern die Handlungsfähigkeit vor Ort ab.“