Zwölf Länder, tausend Geschichten und Erfahrungen, die weit über das Reisen hinausgehen: Michael Pahr erzählt warum es sich lohnt, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.
1.145 Kindesmissbrauch-Bilder am Handy
Bilder auch verschickt
Zwei Männer, die sich im Bezirk Oberwart eine Wohnung teilen, wurden wegen des Besitzes von Kindesmissbrauch-Darstellungen angeklagt.
Der 48-jährige Angeklagte war zu einem geringen Teil geständig, sein 29-jähriger Mitbewohner gar nicht.
© BVZ/Kirchmeir
Dem 48-jährigen Angeklagten wurde zusätzlich vorgeworfen, zwei Bilder von missbrauchten Kindern weitergeschickt zu haben.
Beide Männer gaben an, aus gesundheitlichen Gründen keiner Arbeit nachgehen zu können. Sie leben vom Arbeitslosengeld.
Der Ältere gab zu, über „Telegram oder Snapchat“ zwei Bilder mit Kindesmissbrauch-Darstellungen bekommen und diese weitergeschickt zu haben. „Das war ein einziges Mal“, sagte er.
Die Kriminalpolizei hatte von der Weitergabe der Bilder Kenntnis erlangt und mit Ermittlungen begonnen. Das Handy des 48-Jährigen wurde ausgewertet, dabei wurde festgestellt, dass sich auf dem Smartphone weitere 1.145 Bilder und 92 Videos von missbrauchten Kindern befanden.
Angeklagter: „24 Stunden lang hat das Handy geladen“
Dazu hatte der Angeklagte folgende Begründung parat: „Ich schrieb auf einer Plattform mit einem User, er schickte mir die Bilder. 24 Stunden lang hat das Handy geladen. Am nächsten Tag machte ich das Handy auf. Als ich das erste Bild sah, habe ich alles gelöscht.“
Dem User, der ihm die Bilder angeblich geschickt hatte, habe er mitgeteilt: „Leider interessiert mich das nicht.“ Außerdem habe er die Plattform informiert, die sich offenbar an homosexuelle Männer wendet. „Der User war dann nach zwei Tagen weg“, so der Angeklagte. „Vielleicht meinte er, ich will etwas von ihm. Ich sagte, ich will mit ihm nichts zu tun haben.“
Er könne aber nicht bestreiten, dass sich die Fotos und Videos auf seinem Handy befunden hatten.
Der Zweitangeklagte lebe seit seinem 18. Lebensjahr bei ihm, so der 48-Jährige. Er sei früher mit der Mutter des heute 29-Jährigen liiert gewesen.
„Automatisch wurde von meinem Handy alles runtergeladen“
„Er kaufte sich ein neues Handy und richtete es ein“, so der 48-Jährige. „Er drückte auf Kopieren, automatisch wurde von meinem Handy alles runtergeladen.“
„Sie hatten das ja gelöscht!“, wunderte sich die Richterin. „Das war schon vor Jahren“, antwortete der 48-Jährige.
Bei dem 29-Jährigen waren 418 Bilder von Kindesmissbrauch-Darstellungen am Handy gefunden worden. „Das passt nicht zusammen“, stellte die Richterin fest.
Der 29-Jährige bekannte sich nicht schuldig. Der 48-Jährige sei eine Art Vaterfigur für ihn.
Die Richterin ermahnte beide Angeklagte: „Ist Ihnen bewusst, dass kleine Kinder zum Herstellen solcher Bilder missbraucht werden? Und dass Sie als Konsumenten solcher Bilder verantwortlich sind, dass so ein Missbrauch passiert?“
Der 48-Jährige behauptete, er interessiere sich gar nicht für derartige Bilder. „Ich glaube Ihnen das nicht“, sagte die Richterin. „Jemand, der sich nicht dafür interessiert, bekommt nicht 1.145 Bilder und 92 Videos!“
Der Prozess wurde vertagt. Mit Hilfe der Kriminalpolizei soll vor Gericht geklärt werden, wie die Vielzahl an Bildern auf die beiden Handys gelangt sind.