Trinkgeld: Mikl-Leitner und Doskozil fordern Neuregelung

Dienstleistungsberufe

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat sich schon vor rund einem Monat für eine komplette Steuer- und Abgabenbefreiung des Trinkgelds ausgesprochen. Nun hat sich auch ihr burgenländischer Amtskollege Hans Peter Doskozil (SPÖ) geäußert. Er poche auf eine Lösung im Sinne der Arbeitnehmer und der Unternehmen.

Von Von APA und NÖN Redaktion

Ob und wie Trinkgeld versteuert bzw. von Abgaben betroffen sein soll, wird derzeit von Politik und Branchenvertretern diskutiert.

Ob und wie Trinkgeld versteuert bzw. von Abgaben betroffen sein soll, wird derzeit von Politik und Branchenvertretern diskutiert.

© APA/BARBARA GINDL, BARBARA GINDL

Medienberichte über hohe Nachzahlungsforderungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) an heimische Gastronomiebetriebe haben in der Branche sowie in der Politik Debatten über die Besteuerung und Abgabenregelung beim Trinkgeld entfacht. Trinkgeld ist grundsätzlich lohnsteuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig. Trinkgelder, die über die im jeweiligen Bundesland festgelegte Trinkgeldpauschale reichen, unterliegen wiederum der vollen Sozialversicherungspflicht.

Trinkgeld: Mikl-Leitner und Doskozil fordern Neuregelung

© NLK Pfeffer, Gerhard Pfeffer

Der zunehmende Trend zur Kartenzahlung habe dafür gesorgt, dass Trinkgelder, die über der Pauschale liegen, nun auch in der Registrierkasse aufscheinen und für Finanzprüfer besser nachvollziehbar sind. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach sich, ähnlich wie WKÖ-Präsident Harald Mahrer und weitere Arbeitgeber-Vertreter, schon vor einigen Wochen für eine komplette Steuer- und Abgabenbefreiung des Trinkgeldes aus. „Leistung muss sich lohnen. Und das Trinkgeld ist im Heimatland der Gastfreundschaft eine der unmittelbarsten Formen der Leistungshonorierungen“, heißt es etwa von der Landeshauptfrau.

Nun meldete sich kürzlich auch Hans Peter Doskozil, Mikl-Leitners Amtskollege aus dem Burgenland, zu Wort. Der Landeshauptmann betonte kürzlich in der „Kronen Zeitung“, es müsse Rücksicht auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Betriebe genommen werden.

Sowohl Mikl-Leitner als auch Doskozil fordern von der Bundesregierung, eine (einheitliche) Lösung für dieses Problem zu finden. In ihrem Regierungsprogramm habe sich die schwarz-rot-pinke Koalition vorgenommen, die nach Bundesländern oft unterschiedlichen Regeln zu evaluieren und praxistauglich auszugestalten. Derzeit gelten je nach Bundesland und Branchen unterschiedliche Trinkgeldregelungen bzw. -pauschalen.