So hilft das Burgenland nach den Unwettern

„Dramatische Schäden“

Das Land schickt Mitarbeiter in die Gemeinden und stellt Hilfsmittel aus dem Katastrophenfond in Aussicht. Die Wirtschaftskammer sagt Unternehmern Unterstützung zu, die Caritas macht 100.000 Euro für Geschädigte locker.

Von Von BVZ Redaktion

In Wiesfleck bei Oberwart ist, wie in breiten Teilen des Landes, Aufräumarbeiten und Schadenserhebung angesagt. Von Samstagnachmittag bis Montagabend wurden im Burgenland rund 1800 Feuerwehreinsätze gezählt.

In Wiesfleck bei Oberwart ist, wie in breiten Teilen des Landes, Aufräumarbeiten und Schadenserhebung angesagt. Von Samstagnachmittag bis Montagabend wurden im Burgenland rund 1800 Feuerwehreinsätze gezählt.

© APA/ROBERT JAEGER, ROBERT JAEGER

Nach den Unwettern ist derzeit in Nord und Süd eine Bestandsaufnahme angesagt. Das Ausmaß der Zerstörung lässt sich noch nicht abschätzen, derzeit läuft noch allerorts die Schadenserhebung. Das Land hat bereits angekündigt, den Katastrophenfond für die Geschädigten anzuzapfen. Wenn Schäden nicht durch Versicherung abgedeckt sind, werde das Land einspringen, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Mitarbeiter des Landes und der Bezirkshauptmannschaften sollen bereits ab Mittwoch die Gemeinden bei der Schadensdokumentation unterstützen. Die Koordination erfolge dabei über die Gemeinden, die Geschädigten müssen sich nicht von sich aus beim Land melden. „Jetzt geht es darum, möglichst schnell bei den Menschen vor Ort zu sein, um die Schäden zu regulieren“, betont der Landeshauptmann.

So hilft das Burgenland nach den Unwettern

© APA/Hans Klaus Techt

Aus Abteilungen des Landes werde Personal zusammengezogen. Betroffene müssen sich nicht beim Land melden, die Gemeinden werden von den Teams des Landes direkt angefahre, so Doskozil. Bis in drei Wochen soll die Schadenserhebung abgeschlossen „und die nötigen Investitionen zur Reparatur abgegolten werden können.“

Wirtschaftskammer sagt Unternehmen Hilfe zu

Auch die Wirtschaftskammer hat für Betroffene Betriebe Unterstützung zugesagt: „Wir lassen unsere Mitgliedsbetriebe in diesen dramatischen Stunden sicher nicht im Stich. Die am stärksten betroffenen Unternehmen erhalten als Soforthilfe Geld aus unserem Hilfsfonds“, kündigt Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth an. Wirths Heimatgemeinde Steinbrunn ist eine der am stärksten betroffenen Gemeinden im Landesnorden.

Man arbeite mit Hochdruck an einer „raschen, unbürokratischen Hilfsmaßnahme für direkt vom Hochwasser betroffene Betriebe“, heißt es von der Wirtschaftskammer. Die Regionalstellenleiter sollen dazu die geschädigten Betriebe vor Ort Besuchen und das Schadensausmaß begutachten. „Wir führen diesbezüglich auch Gespräche mit der SVS und der WKÖ, um einen gemeinsamen Katastrophenfonds zu dotieren“, so Wirtschaftskammerdirektor Harald Schermann.

So hilft das Burgenland nach den Unwettern

© zVg

Betroffene Betriebe können sich mit ihren Schäden an die jeweiligen Regionalstelle der Wirtschaftskammer wenden. Die Wirtschaftskammer stehe zudem auch für rechtliche Fragen, etwa zu Dienstfreistellungen, Entgeltfortzahlungen, Pönalzahlungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche zur Verfügung.

Landwirtschaftskammer: „dramatische Schäden“, „apokalyptische Zustände“

Die Unwetter haben auch zahlreiche landwirtschaftliche Flächen von Nord bis Süd beschädigt. „Durch den anhaltenden Regen stehen viele Kulturen unter Wasser und es kommt zu Bodenabschwemmungen“, heißt es von der Landwirtschaftskammer (LK) Burgenland. Bei der AMA, die als Kontrollstelle für die Einhaltung von diversen Bewirtschaftungsauflagen zuständig ist, habe man daher Meldung erstattet, damit es zu keinen Sanktionen wegen „Nichteinhaltung von Förderauflagen aufgrund höherer Gewalt“ kommt.

So hilft das Burgenland nach den Unwettern

© ÖVP Mittelburgenland, Daniel Gossmann

„Die betroffenen Betriebe haben schon Schaden genug“, zusätzliche Strafen aus bürokratischen Gründe brauche man daher nicht auch noch. Die Schadenssituation bezeichnet die LK als „dramatisch“, vor allem im Bezirk Oberwart, aber auch in anderen Landesteilen: „Es herrschen teilweise apokalyptische Zustände. Viele Existenzen sind gefährdet.“

Die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer unterstützen aktuell auch die Hagelversicherung bei der Schadenserhebung. „Denn wer rasch hilft, hilft doppelt. In einer derartigen Ausnahmesituation müssen alle zusammenstehen, um gemeinsam zu helfen – der Bund, das Land, die Hagelversicherung und die Kammer“, betont LK-Präsident Nikolaus Berlakovich den Schulterschluss aller Beteiligten.

Caritas macht 100.000 Euro Soforthilfe frei

So hilft das Burgenland nach den Unwettern

© Caritas Burgenland

Auch die Caritas Burgenland hat bereits finanzielle Hilfe zugesagt: „Hilfe in der Not ist das Gebot der Stunde, daher stellen wir 100.000 Euro bereit, um schnelle und unbürokratische Soforthilfe für Katastrophen wie diese an besonders betroffene Familien ausschütten zu können“, so Caritas Direktorin Melanie Balaskovics: „Weiters sind wir derzeit mit den pfarrlichen Netzwerken in der Region im Austausch, um aktiv die Hilfe seitens der Caritas anzubieten.“

Die Caritas hat auch eine Hotline für Betroffene eingerichtet:
Telefonnummer: 02682/73 600 325
Erreichbar von Montag bis Donnerstag, 8 bis 15 Uhr, und freitags von 8 bis 12 Uhr.

Caritas Spendenkonto
Raiffeisen Landesbank: IBAN: AT34 3300 0000 0100 0652
Kennwort: Katastrophenhilfe Inland

Mehr zu den Unwettern im Burgenland