Zwölf Länder, tausend Geschichten und Erfahrungen, die weit über das Reisen hinausgehen: Michael Pahr erzählt warum es sich lohnt, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.
21-Jähriger schlug Zeugen nach Gerichtsverhandlung
Drogenmilieu
Weil er einem Zeugen Faustschläge versetzte und Cannabis und Kokain verkaufte, wurde ein vorbestrafter 21-Jähriger jetzt neuerlich verurteilt.
Der vorbestrafte 21-Jährige kam aus der U-Haft in den Gerichtssaal, sein mitangeklagter Freund ist unbescholten.
© BVZ/Kirchmeir
Der 21-jährige Lehrling hatte bereits vier Vorstrafen, davon zwei nach dem Suchtmittelgesetz. Am 12. Juni 2025 war er nach einer Auslandsreise am Flughafen Wien verhaftet worden.
Am Dienstag, 14. Oktober 2025, wurde der 21-Jährige aus der Justizanstalt Eisenstadt in den Gerichtssaal gebracht. Neben ihm nahm auf der Anklagebank ein 20-Jähriger Platz, nach Angaben des 21-Jährigen dessen „bester Freund“.
Der 21-Jährige war zuletzt im September 2024 wegen Drogendelikten am Landesgericht Eisenstadt verurteilt worden. Am übernächsten Tag traf er einen 22-Jährigen, der ihn vor Gericht belastet hatte. Der 21-Jährige schlug dem Zeugen mit der Faust ins Gesicht und drohte ihm mit weiteren Verletzungen, falls er Anzeige erstatten werde.
Außerdem warf die Staatsanwaltschaft dem 21-Jährigen vor, in Oberwart neuerlich Cannabiskraut und Kokain an Abnehmer weitergegeben zu haben. Der 20-Jährige soll ihn dabei unterstützt haben.
„Mein Freund wusste nichts“
„Ich habe das alles gemacht“, zeigte sich der 21-Jährige geständig. Sein bester Freund habe aber nichts von den Drogengeschäften gewusst, sondern ihn nur einmal mit dem Auto zu einem Abnehmer geführt.
Den Zeugen habe er geschlagen, „weil ich zornig war“.
Er gab auch zu, 1,6 Kilo Cannabiskraut und 20 Gramm Kokain verkauft zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung im Juni 2025 hatte die Polizei in seiner Wohnung Drogen und eine Cannabispflanze gefunden.
„Ich machte das, um meine Sucht zu finanzieren“, sagte der Angeklagte. Mit 15 Jahren habe er begonnen, Drogen zu konsumieren. Zuletzt habe er jeden Tag vier bis sieben Joints geraucht.
„Hatte etwas mit seiner Ex-Freundin“
Dem 20-Jährigen wurde vorgeworfen, an einen Abnehmer von März bis Oktober 2024 Kokain überlassen zu haben. „Ich kenne ihn. Er war ein Arbeitskollege“, sagte der 20-Jährige. „Wir hatten am Anfang ein gutes Verhältnis. Bis sich herausstellte, dass ich etwas mit seiner Ex-Freundin hatte.“
Deshalb habe ihn der Ex-Arbeitskollege bei der Polizei falsch belastet, meinte der Angeklagte. „Er hat von mir kein Kokain gekauft“, bestritt er den Vorwurf.
Er habe auch nicht an den Drogengeschäften des 21-Jährigen mitgewirkt. Das Auto, in dem er seinen Freund hin und wieder mitnahm, gehöre seinem Vater. „Wenn es nach Cannabis stinken würde, hätte ich das größte Problem“, meinte der 20-Jährige. Er habe zwar gewusst, dass sein Freund „kifft“, er selbst habe aber mit Drogen nichts zu tun.
Angeklagter entschuldigte sich bei Opfer
Jener 22-Jährige, den der 21-Jährige wegen seiner Zeugenaussage geschlagen hatte, schilderte vor Gericht noch einmal den Vorfall. Der Angeklagte stand auf und entschuldigte sich mit Handschlag. Er sei auch bereit zu einer Schadensgutmachung, bot er an.
Der Prozess gegen den 20-Jährigen wurde vertagt, weil jener Ex-Arbeitskollege, der ihn belastet hatte, nicht zur Zeugenaussage gekommen war.
Der geständige 21-Jährige wurde zu einem Jahr Haft verurteilt, davon vier Monate unbedingt. Außerdem muss er sechs Monate Haft aus einer früheren bedingten Strafe verbüßen. Die Jugendrichterin ging davon aus, dass der Süchtige Drogen verkaufte, um seinen eigenen Suchtgiftkonsum zu finanzieren. Diese „Privilegierung“ wirkt mildernd. Der Angeklagte nahm das Urteil an.