Wohnstudien: Eigenheim weiter im Trend, bald auch leistbarer?

KIM-Ende

Studien von Raiffeisen und der Erste Bank zeigen weiterhin hohen Wunsch nach Eigenheim im Burgenland, das Aus für strenge Immokredit-Regeln soll das nun wieder erleichtern.

Von Markus Kaiser

"Haus zu verkaufen" soll künftig wieder mehr Menschen ansprechen.

"Haus zu verkaufen" soll künftig wieder mehr Menschen ansprechen.

© Weingartner-Foto, Weingartner-Foto

Wohnen im Burgenland ist zwar merklich teurer geworden, aber immer noch deutlich günstiger als im Rest Österreichs. Laut der aktuellen Wohnstudie 2025 der Erste Bank liegen die Wohnkosten im Burgenland klar unter dem Österreich: 24 Prozent der Einkommen fließen hierzulande in das Wohnen – das sind sechs Prozentpunkte weniger als im Bundesdurchschnitt.

Wohnen: Schön, aber besser ohne Gas

Fast zwei Drittel wohnen in Häusern oder Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmetern Fläche. Die Zufriedenheit ist entsprechend hoch: 88 Prozent zeigen sich mit ihrer Wohnsituation zufrieden, Änderungswünsche gibt es vor allem bei Energieformen: 41 Prozent heizen bereits mit Pellets (fast doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt) und viele möchten die Heizung umrüsten – vor allem weg vom Gas. Jede vierte Person plant eine thermische Sanierung.

Die Bevölkerung ist folglich besonders sesshaft: Jede zweite Person lebt seit mehr als zehn Jahren in der aktuellen Wohnform, nur 18 Prozent planen in den nächsten zehn Jahren einen Umzug. 80 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer wohnen im Eigentum, 66 Prozent besitzen ein Haus – fast doppelt so viele wie österreichweit.

Ist Hauskauf ohne Erbschaft noch möglich?

Die Finanzierung erfolgt dabei vielfach über Landesförderungen oder Kredite: 36 Prozent haben bereits eine Wohnbauförderung in Anspruch genommen (Österreich: 23 Prozent), 40 Prozent planen den Kauf mit Finanzierung – das ist mehr als doppelt so häufig wie im Bundesschnitt.

Und der Traum vom Eigenheim ist in Österreich ungebrochen: Laut einer Gallup-Umfrage im Auftrag von Raiffeisen Immobilien wünschen sich weiterhin 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ein Einfamilienhaus, weitere 22 Prozent eine Eigentumswohnung. Doch 59 Prozent halten aktuell eine Erbschaft für die realistischste Finanzierungsform – erst dahinter folgen Hypothekarkredite und Landesdarlehen mit 42 bzw. 39 Prozent.

Aus für strenge Immokredit-Auflagen

Peter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich, sieht im Auslaufen der KIM-Verordnung einen möglichen Wendepunkt: „Viele Menschen gehen davon aus, dass die Schaffung von Eigentum ohne familiäre Unterstützung kaum mehr möglich ist. Die neue Flexibilität bei der Kreditvergabe könnte wieder mehr Mut machen.“

Mit dem 30. Juni endete nämlich eine Phase besonders strenger Richtlinien bei der Wohnbaufinanzierung: Die KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung) läuft aus. Für Immobilieninteressierte, insbesondere junge Familien, Menschen mit geringem Eigenkapital oder komplexen Einkommensverhältnissen, bedeutet das neue Hoffnung auf eine realistischere Finanzierung.

Die KIM-Verordnung hatte Banken dazu verpflichtet, fixe Eigenmittelquoten, Schuldendienstgrenzen und Kreditlaufzeiten einzuhalten – oft ein Ausschlusskriterium für viele Kaufwillige. Gleichzeitig sind die Zinsen in den letzten Jahren gestiegen, was die Finanzierung zusätzlich erschwerte.

FMA bleibt streng – Beratung entscheidend

Ganz ohne Einschränkungen dürfte es aber nicht weitergehen. Denn die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in einem Rundschreiben weiterhin strenge Kriterien empfohlen – rechtlich nicht bindend, aber mit möglicher Aufsicht bei Auffälligkeiten.

Die Devise sei nun: Individuelle Beratung statt pauschale Ablehnung. Förderungen – etwa Landesdarlehen oder Jungfamilienkredite – können in vielen Fällen entscheidend sein: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich bei der Bank des Vertrauens über den persönlichen Finanzierungsspielraum zu informieren. Besonders für Menschen ohne familiäre Unterstützung kann das der erste Schritt ins Eigenheim sein“, heißt es von Raiffeisen.