Gernot-Hanreich-Wissenschaftspreis geht an Vivien Mileder

Frankenau

Pädagogin Vivien Mileder wurde für ihre wissenschaftliche Arbeit mit dem Gernot-Hanreich-Wissenschaftspreis 2026 im Bereich Burgenlandkroatisch ausgezeichnet.

Von Von BVZ Redaktion

Auszeichnung für Vivien Mileder, Bed MA

Auszeichnung für Vivien Mileder, Bed MA

© Foto: zVg

Die feierliche Verleihung fand am 1. Juli 2026 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Burgenland in Eisenstadt statt.

Vivien Mileders Masterarbeit mit dem Titel „Burgenlandkroatisch als Alltagssprache – Unterstützung durch einen Chatbot“ entstand aus der Beobachtung einer wachsenden Diskrepanz zwischen der institutionellen Verankerung der Sprache und ihrer tatsächlichen Verwendung im schulischen Alltag. Da das Burgenlandkroatische auf der UNESCO-Liste der gefährdeten Sprachen (Stufe 2) steht und die Sprachkompetenz bei Schulanfängern trotz Pflichtfachstatus sinkt, suchte Mileder nach innovativen digitalen Lösungen.

Innovatives Projekt

Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung und Erprobung des Chatbots „ČaBot“. Dieses Tool bietet eine niederschwellige, interaktive Möglichkeit, die Minderheitensprache in einer motivierenden Umgebung regelmäßig anzuwenden.

Die Forschung konzentrierte sich primär auf die Zielgruppe der 6- bis 10-jährigen Schüler im Volksschulalter, wobei untersucht wurde, wie der Bot die aktive mündliche Sprachverwendung fördern und das sprachbezogene Wohlbefinden steigern kann.

Methodik und Praxistest

Mileder nutzte den Forschungsansatz des Design-Based Research (DBR). Nach einer umfassenden Literaturrecherche wurde ein Prototyp entwickelt, der in zwei Zyklen evaluiert wurde. Zunächst testeten 22 Schüler, im zweiten Schritt vier Lehrkräfte die Anwendung. Die Ergebnisse dieser Evaluationen führten zu einem optimierten Re-Design.

Der daraus resultierende „ČaBot“ fungiert nun als erprobtes digitales Interaktionsinstrument, das einen wesentlichen Beitrag zur KI-gestützten Sprachförderung im Bereich der Minderheitensprachen leistet.

Mileder, die sich zum Zeitpunkt der Preisübergabe im Ausland befand, erhielt die Auszeichnung in der Kategorie für Nachwuchsforscherinnen.