Nickelsdorf: Syrische Brüder übernehmen das Risa

Gastronomie

Im Sommer des Vorjahres übernahm das syrische Brüderpaar Luai und Ali Alhussein die "Stodl Schenke" in Nickelsdorf. Mittlerweile bewirtschaften sie das Lokal Risa in der Dorfmitte, das gleichzeitig als Postpartner fungiert.

Von Klaus Zwinger

Ali und Luai Alhussein haben mit September das Risa im Herzen von Nickelsdorf übernommen.

Ali und Luai Alhussein haben mit September das Risa im Herzen von Nickelsdorf übernommen.

© Klaus Zwinger

Würden dicke Rauchschwaden über die Tische des Risa ziehen, so wäre es nicht von einem Wirtshaus aus vergangenen Tagen zu unterscheiden. Betagte Herren blühen im Kartenspiel auf, an der Bar ein Kaffee getrunken und Zeitung gelesen und am Tisch daneben genießt jemand sein Mittagsmenü. Der Unterschied liegt darin, dass immer wieder Leute auftauchen, die ihre nicht direkt zugestellten Pakete von der Postpartnerfiliale abholen, die direkt im Lokal zu finden ist.

Nickelsdorf: Syrische Brüder übernehmen das Risa

© Klaus Zwinger

Die beiden Syrer Luai und Ali Alhussein, die bereits seit 2015 in Nickelsdorf sind, haben das Risa mit Anfang September von Alfred Kellner übernommen, als dieser in Pension gegangen ist. Gleichzeitig wurde ihr Vertrag für die „Stodl Schenke“ nicht weiter verlängert. Während das Risa bis dahin als Cafe und Postpartner geführt worden ist, haben die zwei Brüder nun begonnen, unter der Woche zwei Varianten (jeweils ein Gericht mit Fleisch und eines vegetarisch) im Tagesmenü anzubieten, während es von Freitag bis Sonntag auch ein á la carte-Menü gibt. Damit das allerdings im Bereich des Möglichen lag, haben die beiden im Sommer zunächst über zwei Monate hinweg die Küche renoviert.

Tradition trifft Innovation

„Ich versuche, Tradition und Innovation in meinen Speisen zu verbinden“, so Ali Alhussein, der im Betrieb derzeit als alleiniger Küchenchef agiert. Dabei bedient er nicht nur österreichische Klassiker wie das Wiener Schnitzel, sondern auch Speisen aus dem Nahen Osten, die bei den Gästen ebenfalls sehr gut ankommen.

In Zukunft wollen Luai und Ali ihr Angebot auch noch erweitern. So haben sie bereits alle notwendigen Gerätschaften angekauft, um zukünftig auch Pizza in ihr Programm aufzunehmen. Bis sie ihr Teigrezept jedoch vollends ausgeklügelt haben, wollen sich die beiden jedoch noch ein wenig Zeit lassen, spätestens aber mit Beginn des neuen Jahres ihre Pizzen anbieten.

Große Pläne für die Zukunft

Da das Innenlokal des Risa derzeit aber „nur“ Platz für 40 bis maximal 50 Gäste bietet, wollen die Brüder noch weiter expandieren. So gibt es etwa einen Halle im Hof des Lokals, die renovierungsbedürftig wäre und Platz für 80 bis 100 weitere Gäste bieten würde. Überhaupt will man im Sommer den Hof des Lokals nutzen, um wieder das Heurigenkonzept anzubieten, das sie bereits über zwei Saisonen in der „Stodl Schenke“ ausgearbeitet haben. „Selbstverständlich brauchen wird dann auch mehr Personal, das aber gar nicht so leicht zu finden ist. Ab Jänner würden wir auch schon nach einer Küchenhilfe suchen“, so Luai.

Hoher Besuch aus Israel

Am vergangenen Donnerstag bewirteten sie außerdem eine 25-köpfige Delegation aus Israel, die Halt in Nickeldorf machte. Wie Oberst Peter Lamplot vom Bundesministerium für Inneres berichtete, begutachteten zukünftige israelische Führungskräfte der Polizei in Nickelsdorf die Grenzkontrollstelle in Nickelsdorf, woraufhin man im Anschluss ins Risa zum Abendessen einkehrte. Bürgermeister Gerhard Zapfl freute sich über den Besuch und bemerkte, dass Nickelsdorf ein Ort ist, an dem Juden und Araber friedlich nebeneinander existieren können.

Nickelsdorf: Syrische Brüder übernehmen das Risa

© Gemeinde Nickelsdorf

Die Öffnungszeiten des Risa sind Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 08:30 Uhr bis 18 Uhr und von Freitag bis Montag von 08:30 Uhr bis 21 Uhr. Warme Küche gibt es jeden Tag von 11 bis 14 Uhr sowie Freitag bis Montag auch von 17 bis 21 Uhr.