Ab dem Ende der Weihnachtsferien gelten in der Bachgasse und Schulgasse neue Verkehrsregeln. Mit eigenen „Kiss and Go“-Zonen soll dem Eltern-Taxi-Chaos der Riegel vorgeschoben werden.
Gedenkstein und Platz erinnern an Nebersdorfer Widerstandskämpferin
Gedenken im Jubiläumsjahr
Anlässlich ihres ersten Todestages wurde nach Käthe Sasso in ihrem Geburtsort Nebersdorf, der heuer zudem 800 Jahre feiert, ein zentraler Platz zwischen Geschäft und Park benannt. Er soll ebenso wie der dort enthüllte Gedenkstein an ihren Einsatz für die Freiheit zu Zeiten des NS-Regimes und ihr großes Engagement gegen kollektives Vergessen erinnern.
Bürgermeister Martin Karall, Bundesminister außer Dienst Niki Berlakovich, Käthe Sassos Verwandte Johann Palatin, Eva Chavanne, Verwandter Karl Palatin und Landesrat Heinrich Dorner mit dem Gedenkstein.
© Michaela Grabner
Landesrat Heinrich Dorner und Bundesminister außer Dienst Nikolaus Berlakovich enthüllten gemeinsam die Tafel mit der Straßenbezeichnung des neuen Käthe Sasso-Platzes. Zentraler Blickfang des Platzes ist ein Gedenkstein mit einer Tafel, der von Verwandten enthüllt wurde und der die Nebersdorferin als „boračica otpora“, als Widerstandskämpferin, ausweist. Über einen angebrachten QR-Code erfährt man einiges über das Leben von Käthe Sasso. Anlässlich ihres ersten Todestages fand im Vorfeld der Gedenksteinenthüllung und der Eröffnung des Käthe Sasso-Platzes auch eine Gedenkveranstaltung im Schloss statt, bei der der Film „Erschlagt mich, ich verrate nichts“ von Kurt Brazda gezeigt wurde.
„Sie war eine typische Erscheinung unter den Widerständlern. Widerstand in der Nazizeit hat geheißen, den eigenen Spielraum zu nutzen, um etwas gegen das Regime zu unternehmen. Dabei ging es um das Überbringen von Nachrichten oder das Sammeln von Geld für die Verfolgten - das klingt harmlos, genügte aber um in die Fänge der Gestapo zu geraten“, führte Historiker Gerhard Baumgartner nach der Filmvorführung aus. „Ab 1941 begann die kommunistische Partei ein Netzwerk aufzubauen und dabei kam Sasso als Überbringerin von Nachrichten eine große Bedeutung zu, erschien sie doch mit ihren damals 16 Jahren als weitgehend unverdächtig.“
Wohl aufgrund ihrer Jugend entging Sasso im Gegensatz zu vielen ihrer Mitgefangenen - über 1.200 Menschen wurden zur damaligen Zeit im Gebäude des heutigen Landesgerichts Wien hingerichtet - dem Tod durch das Fallbeil, nicht aber der Deportation ins Konzentrationslager Ravensbrück im Jahr 1944. „Insgesamt haben über 9.000 Personen ihr Engagement gegen das NS-Regime mit dem Leben bezahlt. Dass es bis heute keine vollständige Liste der politischen Opfer gibt, ist beschämend“, so Baumgartner.
Käthe Sasso sprach später auf Gedenkveranstaltungen und in Schulklassen und erinnerte an den antifaschistischen Widerstand während des NS-Regimes. Sie setzte sich auch dafür ein, dass eine Gedenkstätte für die hingerichteten Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof errichtet wurde. Die Nationale Gedenkstätte wurde anlässlich des 75. Jahrestages des "Anschlusses" 1938 am 11. März 2013 eröffnet und am 27. Oktober 2015 wurde eine Gedenktafel mit 50 Namen von Opfern der NS-Justiz enthüllt.
„Käthe Sasso hat gezeigt, dass man auch in jungen Jahren für seine Überzeugungen einstehen kann. Dass wir in einer freien Demokratie mit freier Meinungsäußerung leben dürfen, das haben Leute wie Käthe Sasso erkämpft“, meinte Bürgermeister Martin Karall.
Bundesminister außer Dienst Niki Berlakovich zitierte Ingeborg Bachmann: „Die Geschichte lehrt, findet aber keine Schüler. Man muss achtsam sein. Dass wir extreme Dinge nicht zulassen dürfen, zeigt uns eine Frau wie Käthe Sasso.“
Und Landesrat Heinrich Dorner betonte: „Käthe Sasso hat das ‘Niemals wieder‘ und „Niemals vergessen‘ tagtäglich gelebt. Dafür und für ihr Wirken gilt ihr unser großer Dank – ihr Einsatz muss uns Mahnung und Auftrag zugleich sein.“