Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
Daten und Fakten im Überblick: Das Burgenland in Zahlen
Gesamtschau
Die Arbeiterkammer hat neue Zahlen, Daten und Fakten in einer Broschüre aufbereitet. Im Burgenland werden nach der AK- und der EU-Wahl weitere wichtige Wahlentscheidungen bis Jänner 2025 getroffen. In der Broschüre „Das Burgenland in Zahlen“ sind auf fast 60 Seiten wichtige Fakten für das Superwahljahr zu finden.
© Shutterstock, beeboys
Es wird darauf hingewiesen, dass im Burgenland der Anteil nicht wahlberechtigter Personen an der Wohnbevölkerung steigt, was auf den Anstieg nicht-österreichischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zurückzuführen ist.
2020 lebten im Burgenland 3.700 unselbstständig beschäftigte Ausländerinnen und Ausländer, die zwar an AK-Wahlen teilnehmen können, jedoch nicht bei Nationalrats- oder Landtagswahlen wahlberechtigt sind. Dies steht im Widerspruch zum demokratischen Prinzip, das Menschen, die von kollektiven Entscheidungen betroffen sind, auch das Recht haben sollten, an den Wahlen teilzunehmen.
Weiters liefert die Broschüre, die auch downgeloadet werden kann, aktuelle Daten und Fakten zu den Themen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Soziales und Gesundheit. AK-Expertin Stefanie Vlasits betont, dass „die Broschüre nicht nur Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft zur Verfügung steht, sondern sie dient auch als Grundlage für den Bereich Bildung. Für die burgenländische Jugend besteht die Möglichkeit, diese etwa für die ersten wissenschaftlichen Arbeiten in höheren Schulen zu nutzen.“ „Gute Politik muss zwar Visionen und Weitblick haben, aber sollte immer auch auf dem Boden von validen Zahlen gemacht werden. Diese Zahlen liefern wir in kompakter Form“, betont AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Valide Fakten aus der Broschüre
Im Burgenland ist vielen die Situation des Pendelns bekannt, dem Amt der burgenländischen Landesregierung aus der Volkszählung 2021 zu entnehmen gibt es insgesamt 104.224 Auspendlerinnen und Auspendler sowie 66.385 Einpendlerinnen und Einpendler. Dabei pendeln 52.867 Personen in ein anderes Bundesland und 15.392 pendeln aus anderen Bundesländern ins Burgenland. 25.805 Personen pendeln aus dem Ausland ein.
Krank zu arbeiten ist seit der Pandemie für den Zeitraum 2020 bis 2022 auf 50 Prozent gestiegen. Dabei gibt es seit 2023 diesbezüglich einen negativen Rekord, denn mittlerweile arbeiten rund zwei Drittel der Beschäftigten fallweise, auch wenn sie krank sind. Ausfällig oft wird in der Industrie und Gewerbe mit 53 Prozent und in der Gesundheit- und Sozialbereich mit mehr als 60 Prozent krank gearbeitet.
Das Projekt „Anstellung Pflegender (betreuender) Angehörige“ wurde von der Landesregierung ab dem 1. Oktober 2019 gestartet, um Angehörigen die Möglichkeit zu geben, ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses zu betreuen. Unter anderem muss der zu pflegenden Person die Pflegegeldstufe 3 (oder höher) gewährt werden. Die Person, die betreut wird, muss in einem erwerbsfähigen Alter sein. Laut Zahlen des Pflegeservice Burgenland vom 30. April 2024 läuft die Anzahl der Altersstruktur pflegebedürftiger Personen auf insgesamt auf 63 pflegebedürftige Kinder unter 18 Jahren, 33 pflegebedürftige Kinder über 18 Jahren und auf 200 pflegebedürftige Erwachsene.
Im Burgenland gibt es eine Einkommenskluft zwischen den im Burgenland Beschäftigten (arbeitsortbezogenen) und den Burgenländerinnen und Burgenländer (wohnortbezogen). 2022 lag das Bruttomedianeinkommen der Beschäftigten mit Arbeitsplatz im Burgenland bei 2.251 €, was im Bundesländervergleich den letzten Platz einnimmt und 12,34 % unter dem österreichweiten Durchschnitt von 2.568 € liegt. Nach einer Phase, in der sich die Einkommenslücke vergrößerte, könnte eine Trendumkehr durch den burgenländischen Mindestlohn erfolgen. Im Gegensatz dazu erzielte die Wohnbevölkerung 2022 ein Durchschnittseinkommen von 2.841 €, was deutlich höher als jenes der Beschäftigten und im Bundesländervergleich den zweiten Platz (hinter Niederösterreich) bedeutet. Dieses Einkommen liegt um 4,8 % über dem österreichischen Durchschnitt.