Gewerkschaft warnt vor Personalnot: „Jede Kürzung trifft Patienten“

Gesundheitswesen

Einen Tag vor dem Spitalsgipfel der Gesundheitsreferate der Bundesländer appellierte die Gewerkschaft vida an die Verantwortlichen, den Sparkurs in der Gesundheitsversorgung zu beenden.

Von Markus Kaiser

Vida-Landesvorsitzender Berend Tusch und der Vida-Fachbereichsvorsitzender für Gesundheit, Gerald Mjka, warnen vor Kürzungen im Gesundheitssystem.

Vida-Landesvorsitzender Berend Tusch und der Vida-Fachbereichsvorsitzender für Gesundheit, Gerald Mjka, warnen vor Kürzungen im Gesundheitssystem.

© BVZ/Kaiser

„Trotz wachsendem Bedarf wird weiter abgebaut – das gefährdet die Versorgung“, betonte vida-Landesvorsitzender Berend Tusch bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Besonders in der Ostregion seien die Länder gefordert, endlich Verantwortung zu übernehmen.

Bis zum Jahr 2050 könnten laut Prognosen bis zu 200.000 Pflegekräfte fehlen. Schon jetzt führe das vielerorts zu Überlastung des Personals und zu einer ungleichen Versorgung je nach Wohnort, so Tusch. „Jede Kürzung trifft am Ende die Patientinnen und Patienten“, warnte er. Zudem seien 80 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen, die besonders stark unter der aktuellen Situation leiden.

Burgenland als positives Beispiel

Während in anderen Bundesländern Stationen geschlossen oder Betten gesperrt werden, zeige das Burgenland, dass es auch anders geht. Tusch verwies auf die Neubauten in Oberwart und Güssing sowie die Rekordinvestitionen am Standort Eisenstadt mit künftig 420 Betten und rund 1.500 Beschäftigten. „Das Burgenland ist ein Vorbild, wie man Gesundheitsversorgung sichern kann“, so Tusch.

Bundesweit gültige Personalschlüssel gefordert

Vida-Fachbereichsvorsitzender Gerald Mjka kritisierte, dass es zwar normierte Vorschriften für Toilettenanlagen gebe, aber keine gesetzlichen Vorgaben, wie viele Beschäftigte in einem Krankenhaus eingesetzt werden müssen. „Es kann nicht sein, dass es Bauvorschriften gibt, aber keine Personalvorgaben“, so Mjka. Unterbesetzungen hätten längst zur Folge, dass Tätigkeiten weggelassen werden.

Die Gewerkschaft fordert daher bundesweit einheitliche Personalschlüssel, die von den Berufsgruppen selbst ausgearbeitet werden sollen. Außerdem brauche es eine zentrale, anonyme Meldestelle für Missstände im Gesundheitssystem – ähnlich wie in Deutschland, wo es bereits eine Whistleblower-Plattform gibt. „Das Personal kennt die Probleme am besten, aber wer Missstände aufzeigt, riskiert oft arbeitsrechtliche Konsequenzen“, kritisierte Mjka.

„Pflege als Schwerarbeit anerkennen“

Neben einer besseren Personalausstattung müsse Pflegearbeit auch endlich als Schwerarbeit anerkannt werden. Tusch ergänzte, dass entsprechende Schritte zwar begonnen hätten, beim morgigen Gipfel aber wohl keine konkreten Lösungen zu erwarten seien.

Zum Abschluss verwies die vida auf eine laufende Petition gegen die Kürzung des Pflegebonus in Salzburg, die alle Bürgerinnen und Bürger unterstützen können:
www.oegb.at/der-oegb/bundeslaender/salzburg/stoppt-den-pflegeraub--unterschreibe-jetzt-