Kracher erhält erneut 100 Parker-Punkte - gleich für drei Weine

Illmitzer Spitzenweine

Drei Trockenbeerenauslesen aus dem Weingut Kracher in Illmitz wurden vom US-amerikanischen Fachmagazin The Wine Advocate mit der Höchstwertung von 100 Punkten ausgezeichnet. Nach den Bewertungen aus dem Jahr 2022 festigt das burgenländische Weingut damit einmal mehr seine internationale Spitzenstellung im Bereich edelsüßer Weine.

Von Birgit Böhm-Ritter

Gerhard Kracher darf sich über einen besonderen Hattrick freuen: Gleich drei Weine wurden mit 100 Parker Punkten bewertet.

Gerhard Kracher darf sich über einen besonderen Hattrick freuen: Gleich drei Weine wurden mit 100 Parker Punkten bewertet.

© Weingut Kracher

Erneuter Erfolg für das Weingut Kracher

Der „Wine Advocate“, gegründet vom einflussreichen Weinkritiker Robert M. Parker Jr., vergibt Weinbewertungen auf einer Skala von 50 bis 100 Punkten. Die 100-Punkte-Marke steht für einen „außergewöhnlichen Wein von klassischer Qualität“ und wird nur selten vergeben.

Nach einer Verkostung durch Stephan Reinhardt, dem zuständigen Kritiker für Österreich, wurden drei Trockenbeerenauslesen (TBA) aus dem aktuellen „Library Release“ mit dieser Höchstnote bewertet: die 2000er No. 3 Chardonnay, die 2005er No. 7 Grande Cuvée und die 2005er No. 9 Scheurebe.

Kracher erhält erneut 100 Parker-Punkte - gleich für drei Weine

© Weingut Kracher

Schon im Jahr 2022 hatte das Weingut Kracher für zwei seiner edelsüßen Weine 100 Parker-Punkte erhalten – ebenso wie das Weingut Josef Umathum in Frauenkirchen. Damit zählen nur vier österreichische Betriebe zu diesem exklusiven Kreis: Kracher, Umathum, der Nikolaihof in Mautern und das Weingut Ernst Triebaumer in Rust.

Dichte, Salzigkeit und Struktur

Die aktuellen Bewertungen stammen von einer Verkostung im Juni 2025 im Weingut in Illmitz. Reinhardt beschreibt die TBA No. 3 Chardonnay (Jahrgang 2000, Linie „Nouvelle Vague“) als „spell-binding beauty full of finesse“ (faszinierende Schönheit voller Finesse), mit komplexen Aromen von Karamell, Steinobst und einer lebendigen, salzigen Struktur.

Die 2005er Grande Cuvée aus der gleichen Linie lobt der Kritiker für ihre „stimulierende, filigran strukturierte“ Art mit mineralischer Säure und „energischem Finish“. Der Ausbau in kleinen Eichenfässern (Barriques) verleihe dem Wein zusätzliche Tiefe.

Kracher erhält erneut 100 Parker-Punkte - gleich für drei Weine

© Weingut Kracher

Bei der ebenfalls prämierten TBA No. 9 Scheurebe, ausgebaut in großen Holzfässern oder Edelstahltanks („Zwischen den Seen“), steht laut Reinhardt die „zitronige Frische“ im Vordergrund. Die klassische Ausbauweise verleihe ihr Präzision und Eleganz.

Hauptsache es schmeckt

Gerhard Kracher führt das international bekannte Familienweingut im burgenländischen Seewinkel seit dem Tod seines Vaters Alois Kracher im Jahr 2007. Die Region rund um den Neusiedler See bietet mit ihrem feucht-warmen Klima ideale Bedingungen für die Entstehung der Edelfäule Botrytis cinerea, auf der die Herstellung von Trockenbeerenauslesen basiert.

„Ein Wein ist gut, wenn er schmeckt. Aber zur Orientierung in dem riesigen Weinangebot sind die Bewertungen von weltweit anerkannten Kritikern schon sehr hilfreich“, erklärte Kracher bereits 2022 bei seinem ersten 100er.