Burgenland: Nachfrage besonders nach gebrauchten Häusern steigt wieder

Immobilien

Die Flaute am burgenländischen Immobilienmarkt scheint vorbei, zeigt eine aktuelle Raiffeisen-Analyse: Vor allem gebrauchte Einfamilienhäuser sind wieder gefragt.

Von Von BVZ Redaktion

Eine Raiffeisen-Studie lässt die Immobilien-Branche vorsichtig aufatmen.

Eine Raiffeisen-Studie lässt die Immobilien-Branche vorsichtig aufatmen.

© APA/HARALD SCHNEIDER, HARALD SCHNEIDER

Besonders hoch ist die Nachfrage derzeit nach gebrauchten Einfamilienhäusern im unteren und mittleren Preissegment von 200.000 bis 400.000 Euro. Auch im Premiumbereich rund um den Neusiedler See ist wieder mehr Bewegung zu beobachten. Der Neubausektor entwickelt sich zwar noch verhalten, profitiert aber von sinkenden Baukosten.

Zuzug ins Südburgenland aus dem Westen

Im Südburgenland stammen viele Kaufinteressierte aus Tirol und Vorarlberg. „Viele Best-Ager möchten hier in der sonnigsten Region Österreichs ihren Ruhestand genießen“, sagt Martina Schiller-Jankoschek, Teamleiterin Burgenland bei Raiffeisen Immobilien. Auch Selbstversorger zieht es wegen günstiger Agrarflächen vermehrt in die Region. Im Mittelburgenland treten hingegen verstärkt Interessenten aus Ungarn auf.

Kreditnachfrage wächst wieder

Ein weiteres Signal für die Markterholung ist die steigende Nachfrage nach Wohnbaukrediten. „Die Nachfrage in der gesamten Raiffeisenbankengruppe im Burgenland hat sich 2024 im Vergleich zu 2023 um zwölf Prozent erhöht“, berichtet Rudolf Suttner, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Burgenland. Mit Juni 2025 liege die Nachfrage bereits deutlich über dem Vorjahresniveau.

Trotz der strengen KIM-Verordnung zeige sich eine hohe Finanzierungsbereitschaft, besonders bei gut vorbereiteten Haushalten. Suttner rechnet 2025 mit einer stabilen Kreditnachfrage.

Preisunterschiede innerhalb des Landes

Im Österreich-Vergleich bleibt das Burgenland günstig. Ein Quadratmeter Einfamilienhaus kostete im zweiten Quartal 2025 durchschnittlich 2.760 Euro. Am teuersten ist es in Eisenstadt mit 4.061 Euro, deutlich günstiger in Oberpullendorf (2.049 Euro), Güssing (2.134 Euro), Jennersdorf (2.227 Euro) oder Oberwart (2.260 Euro).

Da gleichzeitig die Einkommen im Burgenland zu den höchsten Österreichs zählen, ist Eigentum hier vergleichsweise leistbar. In Oberpullendorf entspricht ein Einfamilienhaus rund fünf Jahresbruttoeinkommen, in Eisenstadt oder Neusiedl sind es mehr als acht.

Nach zwei Jahren sinkender Preise stiegen Wohnimmobilien in Österreich im ersten Halbjahr 2025 wieder leicht um 0,3 Prozent. Im Gesamtjahr rechnet man erstmals seit 2022 mit steigenden Preisen.