Unklare Zukunft für Oberwarts ehemalige Synagoge

Jüdisches Leben

Mit dem Umzug der Musikschule in den neuen Bildungscampus steht die ehemalige Synagoge ab September leer. Was mit dem historischen Gebäude künftig passieren soll, ist noch offen. Ein Artikel von Praktikantin Emma Schmidt.

Von Emma Schmidt

Wie die ehemalige Synagoge in Oberwart künftig genutzt wird, steht noch nicht fest.

Wie die ehemalige Synagoge in Oberwart künftig genutzt wird, steht noch nicht fest.

© Bertie Unger

Der Bau der ehemaligen Synagoge in Oberwart begann im Juni 1904, die Synagoge wurde nach nur fünf Monaten Bauzeit eingeweiht. Schon im Jahr 1902 bildete sich ein Ausschuss, dessen Wunsch ein jüdisches Gebetshaus war, da es eine immer größer werdende jüdische Gemeinde gab und somit mehr Platz benötigt wurde.

Bis zum Bau der Synagoge wurde ein Zimmer im Maislschen Hause als Ort der religiösen Zusammenkunft verwendet. Ein anderer Faktor war wahrscheinlich das Bedürfnis sich, , als immer mehr liberale Tochtergemeinde, klar von der immer noch religiös-orthodoxen Muttergemeinde Stadtschlaining zu unterscheiden und die Gemeinde deutlich zu emanzipieren.

Ein Haus mit bewegter Geschichte

Die Räumung der Synagoge wurde im April 1938 aufgrund des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich getroffen. Die Ritualgegenstände, 14 Thorarollen, wurden von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in Verwahrung genommen und sehr wahrscheinlich in Wien aufbewahrt.

In den kommenden Jahren hatte das Gebäude verschiedene Zwecke, unter anderem als Gerätehaus und Feuerwachraum der Feuerwehr. Im Jahr 1940 wurden die Synagoge und alle anderen Liegenschaften der israelitischen Kultusgemeinde Oberwart durch die Stadtgemeinde Oberwart arisiert und wurde somit ein Teil der „Entjudung“, die die Nationalsozialisten in den Jahren von 1933 bis 1945 durchführten.

1953 wurden das Gebäude und das angrenzende Wohnhaus an die Gemeinde verkauft. Der Nutzungszweck blieb bei der Stadtfeuerwehr.

Erst Jahre später, 1989, wurde durch Bemühungen der Israelitischen Kultusgemeinde Graz eine Gedenktafel mit folgendem Text an dem Bauwerk befestigt: „Zum Gedenken an den Leidensweg unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger. Hier stand ihr Bethaus. Es wurde 1938 von den Nationalsozialisten zerstört.“

Die letzte Entwicklung geschah im Jahre 1996 als ein Gemeinderat, unter Michael Racz, beschloss, Umbaumaßnahmen durchzuführen und die Zentralmusikschule dort anzusiedeln.

Die Gespräche über die zukünftige Nutzung gehen laut Bürgermeister Georg Rosner in viele Richtungen.