Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
„Kann nur den Kopf schütteln“: Doskozil ärgert sich über Polizeireform
Kein Job nach Stundenplan
Die Pläne des Bundes lehnt Hans Peter Doskozil ab: „Ich war selbst Polizist, bei dieser Reform kann ich nur den Kopf schütteln.“ Einerseits sieht der Landeshauptmann zu große Belastung für die Polizistinnen und Polizisten, andererseits ist er auch gegen einen Abzug vom Burgenland nach Wien.
© Gregor Hafner, Hafner Gregor
Was man als „Modernisierung“ verkaufen wolle, bedeute „mehr Wochenenddienste, schlechter planbare Freizeit, weniger zusammenhängende Erholungsphasen und im schlimmsten Fall weniger Einkommen“, nahm der Landeshauptmann auf seinen Social-Media-Kanälen Stellung zu den Reformplänen. Das neue Dienstzeit-Modell startet schon mit September, es hat zuletzt auch für Kritik - vor allem aus der Polizeigewerkschaft - gesorgt.
„Ich kenne diesen Beruf. Polizeidienst ist kein Bürojob nach Stundenplan“, so Doskozil: „Wer Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz ist, verdient faire Arbeitsbedingungen und ein Einkommen, auf das man sich verlassen kann.“ Die steigende Belastung treffe am Ende auch dieBevölkerung, meint der Landeshauptmann und ehemalige Polizeichef.
Bei außergewöhnlichen Einsätzen werde zusammengearbeitet, dauerhaft könnten Personalprobleme aber nicht gelöst werden, „indem man anderswo neue Lücken aufreißt“, spricht Doskozil auch den Abzug von Polizistinnen und Polizisten Richtung Wien an. Wie berichtet, werden sie dort zur Unterstützung im Einsatz gegen Jugendkriminalität gebraucht.
Zum Reform-Modell ärgere ihn besonders, dass es mit 1. September startet, „obwohl die Sorgen der Betroffenen seit Monaten auf dem Tisch liegen“, fügt Doskozil hinzu. Das Innenministerium müsse den Probebetrieb jetzt genau beobachten und „wenn sich die Befürchtungen bestätigen“, Korrekturen vornehmen.