Zu Allerheiligen ist in Andau ein Brand in einem Ferienwohnungszubau ausgebrochen. Die Feuerwehr verhinderte eine Ausbreitung auf das Nachbargebäude.
Jack Unterweger lebt - wenn Anwältin und Ermittler aufeinandertreffen
Kontroverse Diskussion
Johann „Jack“ Unterweger war sicher eine der schillerndsten kriminellen Persönlichkeiten im Österreich der 1990er-Jahre. Am 15. November besprechen die damalige Strafverteidigerin und der ehemalige Ermittler ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit einem sehr speziellen Manipulator.
Eine streitbare Anwältin, die sich schon mal in einen neunfachen Mörder verliebt. Astrid Wagner mag es, mit den Abgründen zu spielen - ihren eigenen und denen der anderen.
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Ein Krimineller, der die Republik über Jahre beschäftigte; eine Juristin, die in einem Buch zugestand: „Verblendet. Die wahre Geschichte der Anwältin, die sich in den Mörder Jack Unterweger verliebte“; und ein durchaus prominenter Ermittler, damals Ernst Geiger. Das sollte doch eine Gemengelage ergeben, die durchaus Diskussionsstoff bietet - wenngleich Johann Unterweger schon seit 30 Jahren tot ist. Er erhängte sich am Tag nach dem Urteil am 29. Juni 1994 in seiner Zelle.
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Das Geschworenengericht verurteilte Unterweger wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft, ohne die Möglichkeit einer Strafaussetzung zur Bewährung. Naturgemäß haben Ermittler und Verteidigerin unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschichte, wenngleich die vergangene Zeit wahrscheinlich ein bisschen Luft aus der Nummer gelassen hat. Oder andere Sichtweisen auf das Passierte evoziert hat. Jedenfalls eine Geschichte, die - zumindest - zwei Menschen über Jahrzehnte beschäftigt hat.
Deswegen steht der 15. November um 19 Uhr in der Galerie Merkima in Pulkau, die im ersten Stock in der Rathausgasse Nummer sechs residiert, auch unter dem Motto: „Ein Blick - verschiedene Sichtweisen“. Als ob es heutzutage noch Zuspitzung bräuchte, trägt die Veranstaltung den Titel „Anwältin versus Ermittler“. Neben aller Emotionalität wäre eine juristische Frage interessant. Das Urteil des Geschworenengerichts für die Morde in Österreich, Prag und Los Angeles wurde nie rechtskräftig.

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Das Verfahren wurde – wie es das österreichische Strafrecht für einen solchen Fall vorsieht – mit Unterwegers Tod eingestellt. Daran knüpft sich die Frage, ob er als „mutmaßlicher Serienmörder“ oder ob er ohne Verletzung des postmortalen Persönlichkeitsrechts auch als „Serienmörder“ bezeichnet werden darf. Also doch Gesprächsbedarf. Oder nur ein bisschen Lust am Abgrund? Denn bei der Galerie freut man sich „aufgrund der großen Nachfrage im Sommer 2024, diesen Abend vorstellen zu dürfen“.
Am 29. Juni war Astrid Wagner schon einmal in Pulkau zu Gast und präsentierte ihr neues Buch „Liebe, Mord & Zweifel“. Die Veranstalter warben mit „Astrid Wagner ganz persönlich“. Das dürfte Frau Rechtsanwältin voll und ganz eingelöst haben, denn das Publikum will offenbar mehr. Unterschiedliche Erfahrungen, Persönlichkeiten, Erinnerungen und die Schilderungen dieser bizarren Persönlichkeit Johann Unterweger könnten dem Abend auch nach all den Jahren Würze verleihen.