Mattersburg: Zweitstärkste Bezirkshauptstadt der SPÖ

Landtagswahl 2025

In der Bezirkshauptstadt holte die SPÖ 45,4 Prozent. Die FPÖ liegt bei einem Viertel der Wähler, die ÖVP nur mehr bei einem Fünftel. Im Vergleich mit den Bezirkshauptstädten verzeichnet die SPÖ lediglich in Oberwart ein besseres Ergebnis.

Von Richard Vogler

Bürgermeisterin Claudia Schlager

Bürgermeisterin Claudia Schlager

© zVg

MATTERSBURG Die SPÖ ist in Mattersburg nach wie vor ungefährdet. 1.989 SPÖ-Wähler sind zwar um 70 Wähler weniger als bei den Wahlen 2020, der Abstand zum Zweiten, der FPÖ (1.076) ist dennoch sehr groß.

Im „Ranking“ der Bezirksvororte hat die Stadt Mattersburg Platz eins nur knapp verpasst. In Oberwart gab es 47 Prozent an SPÖ-Wählern. In Mattersburg waren es 45,38 Prozent und man ist somit die zweitstärkste SPÖ-Hauptstadt des Landes.

Mit Claudia Schlager warb die SPÖ-Bürgermeisterin um den Einzug in den Landtag, was auch gelang.

„Wir sind, vergleicht man Mattersburg mit dem Landes-Ergebnis, knapp im Minus. Wir liegen hier jedoch im Trend der Bezirksvororte im Land. Für die SPÖ ist es hier schwieriger als in ländlichen Gemeinden. Wir sind mit dem Ergebnis in Mattersburg sehr zufrieden. Natürlich freut es uns, dass Bürgermeisterin Claudia Schlager weiter im Landtag vertreten sein und dort eine starke Stimme für Mattersburg sein kann“, berichtet SPÖ-Vizebürgermeister Thomas Nikles, der für die erkrankte Ortschefin der BVZ Rede und Antwort steht.

Mattersburg: Zweitstärkste Bezirkshauptstadt der SPÖ

Auch über das SPÖ-Ergebnis im Land zeigt er sich erfreut. „Wenn man sich die Entwicklungen in Europa und auch im Bund ansieht, muss man sich bewusst sein, dass es einen Rechtsruck gibt. Umso mehr ist der Ausgang als ein Erfolg zu betrachten. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist authentisch, die Menschen vertrauen ihm.“

Ein Punkt für den Erfolg war laut Nikles der Wahlkampf. „Die Frühstückssackerl kommen natürlich gut an. Wir haben heuer zum ersten Mal verstärkt auf Social Media gesetzt“, so Nikles, um weiter auszuführen: „Es hat auch Grätzltreffen gegeben, dies war ein Wunsch der Bevölkerung. Es hätte sie auch gegeben, wenn nicht die Wahlen gewesen wären, es war jedoch sicher kein Nachteil“, so Nikles.

Das ÖVP-Ergebnis in Mattersburg folgt dem Landes-Trend: Von 27 auf 19 Prozent. „Natürlich war dies kein schöner Tag, wir brauchen dieses Ergebnis nicht schönreden“, so ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Haffer. „Ich war an vorderster Front, wir haben in Mattersburg einen sehr engagierten Wahlkampf betrieben, wir hatten viele Unterstützer. Dass ein Duell zwischen Doskozil und Hofer ausgerufen wurde, war für uns sicherlich kein Vorteil“, hält Haffer fest.

Ob er rückblickend gesehen etwas anders machen würde? „Es gibt nun einige Unkenrufe, darauf möchte ich medial nicht näher eingehen. Wenn man es besser weiß, hätte man sich ja auch schon vorher einbringen können.“

Die NEOS haben ihr Ziel, den Einzug in den Landtag, verfehlt. Der Mattersburger NEOS-Bezirkssprecher Robert Strnad trat als Kandidat für den Landtag an. „Ich bin enttäuscht, ich hätte mir mehr erwartet. Mein Eindruck war, dass die Stimmung während des Wahlkampfes eigentlich eine gute war. In Mattersburg haben wir – wenn auch nur gering – hinzugewonnen. Wie auch in anderen urbanen Räumen hätte ich mir auch hier mehr erwartet. Jetzt heißt es einfach 'Krone richten' und weitermachen. A bissl bunter hätte es doch sein dürfen“, so Strnad.

Elizabeth Mendoza, für die Grünen im Mattersburger Gemeinderat vertreten, ist „sehr erfreut über den Ausgang der Landtagswahl. Mit den zwei Mandaten können wir den Klubstatus halten.“ In der Stadt Mattersburg erreichten die Grünen mit 7,7 Prozent ein besseres Ergebnis als auf Landesebene (5,7 Prozent). „In Mattersburg weisen wir immer wieder auf die 'grünen Themen' wie der Nutzung von Leerstand, der Vermeidung von Bodenversiegelung hin. Und vielleicht hat uns auch das Engagement der Bürgerinitiative 'Lebenswertes Mattersburg' geholfen.

Ortsteil Walbersdorf: Nur 37,8 Prozent für die SPÖ

Direkt im Ortsteil Walbersdorf verlor die SPÖ bei den 547 gültigen Stimmen einiges an Boden: Erreichte man vor fünf Jahren noch 49,1 Prozent, so reichte es dieses Mal nur für 38,8. Die ÖVP sackte von 27,1 auf 18,3 Prozent ab. Nutznießer davon waren die Freiheitlichen. 2020 wählten 77 Walbersdorfer die FPÖ, dieses Mal waren es 179. Was einen Anstieg von 15,13 auf 32,72 Prozent ausmacht.