Wahlbeteiligung könnte erstmals seit 2000 steigen

Landtagswahl 2025

Auch wenn bei der Landtagswahl 2020 jeder vierte Wahlberechtigte zuhause blieb, machen die Burgenländer im Bundesvergleich besonders oft von ihrem demokratischen Recht Gebrauch. Heuer könnte die Kurve bei der Wahlbeteiligung erstmals seit der Jahrtausendwende wieder steigen.

Von Von APA / BVZ.at

Wer zieht mit wie viel Mandataren ins Landhaus ein? Das Interesse an dieser Frage könnte heuer wieder steigen.

Wer zieht mit wie viel Mandataren ins Landhaus ein? Das Interesse an dieser Frage könnte heuer wieder steigen.

© Wolfgang Millendorfer

Gemäß dem österreichweiten Trend könnte auch bei der Landtagswahl im Burgenland die Wahlbeteiligung erstmals seit 2000 wieder steigen. Bei der letzten Landtagswahl 2020 war die Wahlbeteiligung im Burgenland zum ersten Mal unter die 75-Prozent-Marke gefallen. Trotz dieses Rekordtiefs zählen die Burgenländerinnen und Burgenländer im Bundesländervergleich nach wie vor zu den Fleißigsten beim Wählen, nur in Oberösterreich war zuletzt bei der Landtagswahl die Beteiligung höher.

Bei den sechs Landtagswahlen in Österreich, die seit 2022 stattgefunden haben, stieg die Wahlbeteiligung überall. Dieser Trend könnte sich nun auch im Burgenland fortsetzen. Seit 1945 war die Wahlbeteiligung im östlichsten Bundesland mit wenigen Ausnahmen - zuletzt gab es 2000 ein zartes Plus von 1,2 Prozentpunkten - rückläufig. Obwohl es nie eine Wahlpflicht gab, rasselte die Beteiligung aber nie so in den Keller wie andernorts. 2020 machten mit 74,94 Prozent erstmals weniger als drei Viertel im Burgenland ihr Wahlrecht - aber nur knapp weniger.

Einen möglichen Hinweis darauf, dass die Wahlbeteiligung wieder steigen könnte, lieferte der vorgezogene Wahltag am 10. Jänner, wo diesmal bereits 13,68 Prozent aller Stimmberechtigten ihre Stimme abgaben (2020 waren es 11,02 Prozent). Der Vorwahltag wird seit 2015 zusätzlich zur Briefwahl angeboten, um die Beteiligung zu stützen. Auch bei der Nationalratswahl ist die Wahlbeteiligung im Burgenland traditionell höher als im Bundestrend. Bei der Nationalratswahl im vergangenen Herbst machten 82,53 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer von ihrem Stimmrecht Gebrauch - bundesweit waren es 77,68 Prozent.

Die Wahlbeteiligung im Burgenland seit 1945:

  • 25.11.1945: 137.402 (96,17%)
  • 09.10.1949: 170.906 (96,80%)
  • 22.02.1953: 176.398 (96,25%)
  • 13.05.1956: 175.980 (95,31%)
  • 10.04.1960: 178.126 (92,73%)
  • 22.03.1964: 178.837 (93,27%)
  • 24.03.1968: 177.304 (95,17%)
  • 08.10.1972: 181.905 (93,06%)
  • 02.10.1977: 187.382 (93,20%)
  • 03.10.1982: 198.000 (90,07%)
  • 04.10.1987: 203.012 (89,00%)
  • 23.06.1991: 208.051 (85,46%)
  • 02.06.1996: 219.950 (81,52%)
  • 03.12.2000: 226.752 (82,72%)
  • 09.10.2005: 242.218 (81,38%)
  • 30.05.2010: 248.694 (77,30%)
  • 31.05.2015: 250.607 (76,04%)
  • 26.01.2020: 250.181 (74,94%)