Sandro Waldmann fix, Jürgen Karall wahrscheinlich neu im Landtag

Landtagswahl

Die FPÖ rund um Bezirksspitzenkandidat Sandro Waldmann schaffte erstmals ein Grundmandat. Bleibt Heinrich Dorner in der Regierung, kommt auch Markt St. Martins Ortschef Jürgen Karall in den Landtag.

Von BVZ Redaktion

Neu im Landtag. Jürgen Karall (l.) rückte aufgrund seiner Vorzugsstimmen auf der SPÖ-Bezirksliste nach vorne und steht dadurch am Sprung in den Landtag. Sandro Waldmann (r.) zieht über das Grundmandat der FPÖ in den Landtag sein.

Neu im Landtag. Jürgen Karall (l.) rückte aufgrund seiner Vorzugsstimmen auf der SPÖ-Bezirksliste nach vorne und steht dadurch am Sprung in den Landtag. Sandro Waldmann (r.) zieht über das Grundmandat der FPÖ in den Landtag sein.

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Das Mittelburgenland wird vermutlich mit zwei neuen Gesichtern im Landtag vertreten sein. Neben den bisherigen Abgeordneten Roman Kainrath (SPÖ) aus Lutzmannsburg und Patrik Fazekas (ÖVP) aus Neutal, die ihre Mandate aufgrund des Vorzugsstimmenergebnisses behalten werden, wird der Lockenhauser Sandro Waldmann von der FPÖ, die erstmals ein Grundmandat im Bezirk erobern konnte, in den Landtag einziehen. Und vermutlich wird dies auch Markt St. Martins Bürgermeister Jürgen Karall (SPÖ) tun, der sich dank seiner 1.888 Vorzugsstimmen im Wahlkreis vom vierten auf den dritten Platz nach vorne schob. 100 Prozent fix wird dies allerdings erst nach den Regierungsverhandlungen feststehen, wenn klar ist, dass Heinrich Dorner Landesrat bleibt. Andernfalls würde ihm das zweite SPÖ-Grundmandat im Bezirk zustehen.

Sandro Waldmann fix, Jürgen Karall wahrscheinlich neu im Landtag

SPÖ Erster in 27 von 28 Gemeinden

Die SPÖ konnte im Bezirk jedenfalls in 27 von 28 Gemeinden den ersten Platz erzielen. „Das ist phänomenal und zeigt, dass wir in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet haben", freut sich SPÖ-Bezirksvorsitzender Heinrich Dorner. „Wir haben bei dieser Landtagswahl ein herausragendes Ergebnis erzielt und sind damit österreichweit die mit Abstand stärkste SPÖ-Landesorganisation. 46,4 Prozent sind auch europaweit einzigartig, gerade in herausfordernden und schwierigen Zeiten wie diesen, in der eine Krise die nächste jagt." Die SPÖ Oberpullendorf habe wieder einen sehr wichtigen Beitrag zum Gesamterfolg geleistet. „Mit 46,96 Prozent sind wir über dem Landesschnitt. Mein großer Dank geht an alle Kandidatinnen und Kandidaten, die in den letzten Wochen unermüdlich im Einsatz für unseren Wahlsieg waren."

Nur FPÖ hatte ein Plus vor dem Ergebnis

Über ein Plus vor dem Bezirksergebnis durfte sich im Mittelburgenland aber einzig die FPÖ freuen, die um 13,1 Prozent zulegte. „Das ist ein Superergebnis, das beste, das wir je hatten", freut sich FPÖ-Bezirksparteiobmann Sandro Waldmann. Man habe damit im Bezirksvergleich den Bezirk Eisenstadt Umgebung überholt. „Man sieht, dass wir gute Arbeit machen", so Waldmann, der auch persönlich den Sprung in den Landtag geschafft hat.

ÖVP blieb im Bezirk auf Platz zwei

Im Kopf an Kopf-Rennen zwischen ÖVP und FPÖ behielt im Bezirk Oberpullendorf, wie sonst nur in zwei anderen Bezirken, die ÖVP mit 24,5 Prozent die Nase vorn vor der FPÖ mit 20,5 Prozent, dennoch muss man bei den Türkisen mit einem Verlust von 6,7 Prozent leben. „Ein sehr schmerzhaftes Ergebnis“, wie ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich meint. „Da gibt es nichts zu beschönigen. Die Konsequenzen aus diesem Ergebnis gehören jetzt eingehend diskutiert, damit die ÖVP wieder erfolgreich wird.“

Von den drei Kleinparteien erzielten die Grünen mit einem Minus von 0,3 Prozent ein ähnliches Ergebnis wie bei der Landtagswahl 2020. „Ich freue mich, dass wir den allgemeinen Bundestrend brechen und unsere Stimmen im Bezirk fast halten konnten. Wir sind dafür sehr viel gelaufen und hatten auch Unterstützung vom Bund, so war zum Beispiel Leonore Gewessler mit Karin Parapatits unterwegs bei den Hausbesuchen, da waren schon manche sehr überrascht. Danke für eure Stimmen, danke für euer Vertrauen!“, so Bezirkssprecherin Federica Hannel.

Die NEOS kamen auf 1,6 Prozent der Stimmen. „Der Einzug ist uns leider nicht gelungen, aber wir haben viel Zuspruch in den letzten Wochen erhalten. Wir sind zuversichtlich für die Zukunft und arbeiten am Strukturaufbau für die Gemeinderatswahlen. Dort wollen wir den nächsten Schritt machen und weiterwachsen. Wir werden weiter eine laute Stimme sein.“

Die erstmals angetretene Liste Hausverstand erzielte 1,1 Prozent, wobei man in Deutschkreutz, der Heimatgemeinde von Listendritten Manfred Kölly, mit 5,2 Prozent den burgenlandweit höchsten Anteil erzielen konnte. Dieser meinte zum Wahlausgang: „Das Ergebnis der Wahl ist für mich nicht überraschend. Es ist aber schade, dass wir nicht mehr Menschen erreichen konnten und die Leute nicht erkennen, was im Burgenland los ist.“