LK: Erfreuliche Abrechnung für Eisenstadt, ernste Worte für Brüssel

Landwirtschaftskammer

In der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer wurden mit dem Tätigkeitsbericht 2024, dem Rechnungsabschluss und einer agrarpolitischen Resolution alle zentralen Punkte einstimmig beschlossen.

Von Markus Kaiser

Mit der einstimmig beschlossenen Resolution: Michael Glauber von den SPÖ-Bauern sowie LK-Präsident Nikolaus Berlakovich und sein Vize Werner Falb-Meixner (v.l.).

Mit der einstimmig beschlossenen Resolution: Michael Glauber von den SPÖ-Bauern sowie LK-Präsident Nikolaus Berlakovich und sein Vize Werner Falb-Meixner (v.l.).

© LKBgld_Tesch-Wessely

Es war kein einfaches Jahr, auf das die Vollversammlung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer (LK) am vergangenen Dienstag zurückblickte: 2024 verursachten Frost, Trockenheit und Unwetter laut Hagelversicherung Schäden in Höhe von über 30 Millionen Euro. Dazu kam der Ärger über die Neuausschreibung der Pfarr-Pachtgründe.

Beigelegt scheint hingegen der Finanzierungsstreit mit der Landesregierung: Präsident Nikolaus Berlakovich präsentierte nicht nur den Tätigkeitsbericht 2024, der mit über 32.000 Beratungskontakten und mehr als 15.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei rund 1.000 Bildungsveranstaltungen die LK weiterhin zur „ersten Service- und Beratungsstelle für die bäuerlichen Mitglieder“ mache. Auch der Rechnungsabschluss 2024 wurde vorgestellt – mit Einnahmen von neun Millionen und Ausgaben von sechs Millionen Euro.

LK: Erfreuliche Abrechnung für Eisenstadt, ernste Worte für Brüssel

© BVZ/Kaiser

LK erwirtschaftete drei Millionen Euro Überschuss

Der Überschuss von drei Millionen Euro sei laut Berlakovich auf „Einsparungen und Modernisierungen“ in der Kammer zurückzuführen. Auf BVZ-Nachfrage erklärte er: Natürliche Abgänge seien nicht vollständig nachbesetzt worden, außerdem wurden zwei Abteilungen zusammengelegt.

Mit dem einstimmig beschlossenen Rechnungsabschluss konnte auch die letzte Forderung der Landesregierung gegenüber der LK abgehakt werden.

LK: Erfreuliche Abrechnung für Eisenstadt, ernste Worte für Brüssel

© BVZ/Kaiser

Ein zentrales Anliegen war zudem eine Resolution an die Bundesregierung, in der diese aufgefordert wird, sich auf EU-Ebene mit Nachdruck für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Land- und Forstwirtschaft einzusetzen. Besonders im Fokus stehen dabei der Schutz der Agrarförderungen, der Zugang zu wirksamen Pflanzenschutzmitteln, faire Standards für Importprodukte sowie der dringend notwendige Bürokratieabbau für bäuerliche Betriebe.

Resolution der Burgenländischen Landwirtschaftskammer
  • Erhalt der Agrar-Gelder: Die Bundesregierung soll sich auf EU-Ebene für die Beibehaltung der Mittelaufteilung in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und für eine Inflationsanpassung der Direktzahlungen einsetzen – statt eines Gesamtbudgets ohne Zweckbindung.
  • Gleiche Standards für Importe: Importierte Agrarprodukte (z. B. aus der Ukraine oder Mercosur-Staaten) sollen denselben hohen EU-Standards unterliegen wie heimische Erzeugnisse – mit wirksamen Kontrollen an den Grenzen.
  • Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erleichtern: Mehr Tempo und Praxisnähe bei der Zulassung bewährter Pflanzenschutzmittel in Österreich; EU-weit Rahmenbedingungen verbessern, um Versorgungssicherheit und Ernährung zu garantieren.
  • Bürokratieabbau jetzt umsetzen: Die EU-Kommission muss konkrete Schritte gegen überbordende Bürokratie im Agrarbereich setzen – etwa bei der Entwaldungsverordnung oder dem geplanten Bodenüberwachungsgesetz.