Nach dem Tod des Frauenkirchner Malers und Bildhauers Matthias Lidy wird sein Atelier aufgelöst: Beim Nachlassverkauf werden Arbeiten aus 45 Jahren künstlerischen Schaffens angeboten.
Autorin Caroline Möller-Sattler: Beach Girl aus dem Seewinkel
Lies mal wieder!
Wenn Caroline Möller-Sattler lacht, dann ist es dieses offene, ansteckende Lachen, das sofort Nähe schafft. Vielleicht ist genau das eine ihrer größten Stärken – im Leben wie auch auf dem Papier. Die deutsche Autorin, die heute in Tadten im burgenländischen Seewinkel lebt, verbindet Welten: Großstadt und Dorf, Wissenschaft und Kreativität, Disziplin und Fantasie, Bodenständigkeit und Fernweh. Aber kommen Sie, liebe Leser, selbst mit auf die Reise durch ihr Leben und in die Welt ihres Buchs „Beachgirl“!
Caroline Möller-Sattler kam im Jahr 2014 von Deutschland nach Österreich. Seit einigen Jahren wohnt sie in Tadten, wo sie Inspiration und Ruhe für ihr künstlerisches Schaffen findet.
© Caroline Möller-Sattler, Nina Mayer
Geboren wurde Caroline Möller-Sattler 1986 in Frankfurt an der Oder. Nach der Schulzeit zog es sie zunächst in den hohen Norden Deutschlands, nach Rostock, wo sie ein Biologiestudium begann. Die Wissenschaft faszinierte sie, aber es war nicht der Ort, an dem sie bleiben sollte. Wien wurde schließlich die Stadt, in der sie ihr Studium vollendete. Nicht zuletzt, weil ihre Schwester dort bereits studierte, wagte Caroline 2014 den Schritt in die österreichische Hauptstadt.
Leicht war dieser Neubeginn nicht. Die junge Deutsche, ein echtes Großstadtmädl, kämpfte anfangs mit starkem Heimweh. Wien war zwar aufregend, lebendig, aber trotzdem fühlte sich vieles fremd an. Vollends erledigt war das Heimweh erst, als die Liebe ins Spiel kam. Caroline verguckte sich in einen Burgenländer namens Philipp. Sie lernte ihn übrigens über eine Dating-App kennen, eine Tatsache, die noch eine tragende Rolle spielen wird.
Träume, aus Eis geboren
Eine sehr romantische Idee hatte Philipp für das erste Date. Am Wiener Eistraum drehten die beiden ihre Runden, Herzerln in den Augen inklusive. Ein Wunder eigentlich, dass bei so viel Wärme das Gefrorene nicht geschmolzen ist. Aus dem ersten Date wurde mehr, viel mehr. Heute schätzt sich Philipp glücklich, Caroline als Ehefrau an seiner Seite zu wissen.
Zunächst lebte das Paar in Wien, doch irgendwann fiel die Entscheidung, in Philipps Heimatort Tadten zu ziehen. Für Caroline war das mit Skepsis verbunden. „Was soll ich dort bloß anstellen?“, war ihre erste Befürchtung. Schließlich war sie ein Kind der Großstadt. Doch der Seewinkel schaffte, was viele Orte nicht können: Er eroberte ihr Herz. Heute würde Caroline nicht mehr tauschen wollen. Sie genießt die Ruhe, die Weite, die Beschaulichkeit und hat Tadten längst als Heimat angenommen.
Neue Wege, neue Hoffnungen
Beruflich führte ihr Weg sie zunächst in eine Pharmafirma, in der sie siebeneinhalb Jahre lang arbeitete. Ein sicherer Job, klare Strukturen, doch dann kam Corona. Und mit dieser Zeit auch eine grundlegende Entscheidung. „Ich will das nicht mehr“, sagte sie sich. Stattdessen wollte sie sich endlich einen Traum erfüllen, den sie schon lange mit sich trug: ein Buch zu schreiben. Der Wunsch war da, doch lange fehlte die zündende Idee.
Diese kam – wie so oft – unerwartet. Eine Fernsehserie lieferte die Inspiration: „Death in Paradise“. Gedreht wurde auf Guadeloupe, einem karibischen Paradies. „Dort muss ich hin“, entschied die fröhliche Deutsche mit dem herzerwärmenden Lachen. Gesagt, getan: Guadeloupe wurde das Ziel ihrer Hochzeitsreise mit Philipp und gleichzeitig der kreative Ursprung ihres literarischen Universums.

© Caroline Möller-Sattler
„Beachgirl“ in drei Teilen
Was als einzelnes Buch gedacht war, wuchs rasch weiter. Heute darf man bereits von einer Trilogie sprechen. Der erste Band erschien im vergangenen Jahr: „Beachgirl – Die Show“. Der zweite Teil, „Beachgirl – Die Show muss weiter gehen“, wird noch vor Ostern erscheinen. Der dritte Band trägt den Titel „Beachgirl – Die Show wird niemals enden“, ein Erscheinungstermin steht noch aus.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ava, eine zielstrebige, liebenswürdige Frau in den Dreißigern – ein wenig naiv, wenn es um Männer geht. Ihr Job steht auf dem Spiel, die Kündigung droht.
Die einzige Chance, ihn zu retten: die Teilnahme an einer vom Hotel inszenierten Dating-Show. Vier Kandidatinnen kämpfen um die Gunst des Hotel-CEOs Tobi, eines eiskalten Geschäftsmannes. Dates, die es in jeder Hinsicht in sich haben, werden organisiert, laufen aber nicht so ab, wie man es erwarten würde. „Wer hat die Finger im Spiel?“, fragt man sich. Und still und heimlich nähern sich Ava und Tobi an ...

© Caroline Möller-Sattler
Selbst ist die Frau
Caro Möller-Sattler veröffentlichte ihr Buch im Eigenverlag – ein mutiger Schritt, der mit vielen Herausforderungen verbunden war. Sie absolvierte übere mehrere Wochen hinweg einen Marketingkurs, baute sich Wissen auf, erstellte selbst ihre Homepage, lernte, wie man sich präsentiert, wie man sein Werk vermarktet und wie man als Autorin selbst im Mittelpunkt steht. Eine Rolle, die nicht immer leicht ist.
Ohne Social Media geht es heute kaum noch. Also entschied sie sich für Instagram und betreibt dort unter „carolinemoellersattler.autorin“ einen Account, auf dem sie offen über ihr Schreiben, ihre Projekte und ihr Leben als Autorin berichtet.
Sie nimmt ihre Leser mit auf den Weg des Entstehens, zeigt Höhen, aber auch Tiefen. Im November etwa hatte sie eine Phase, die wohl jeder kennt: Das Schreiben stockte, die Lust fehlte. Auch das teilte sie offen. Ehrlichkeit, sagt sie, schätzen die Leser. Doch sie weiß auch: Es ist eine Gratwanderung. Wer sein Seelenleben teilt, macht sich verletzbar.
Für Caroline überwiegt dennoch das Positive. Es erfüllt sie mit Glück, die Ideen in ihrem Kopf in Geschichten zu verwandeln und ihre Leser in andere Welten entführen zu dürfen. Manche Kommentare rühren die erfrischende, knapp 40-jährige Autorin sogar zu Freudentränen.
Der olympische Gedanke
Ihre Batterien lädt sie beim Sport auf. Wenn eine Idee nicht zu Ende gedacht werden kann, schnappt sie sich ihre Laufschuhe und dreht eine Runde. Das hilft fast immer. Laufen kann die Blondine übrigens richtig gut. Seit ihrem siebten Lebensjahr betreibt sie Leichtathletik, nimmt sogar an Europameisterschaften in ihrer Altersklasse teil. Ihre Spezialdisziplinen sind der Weitsprung – beachtliche 5,59 Meter stehen zu Buche – und der 60-Meter-Sprint, den sie in 8,36 Sekunden absolviert.
Mit zunehmendem Alter, erklärt Caroline, brauche man mehr Pausen, müsse sich aber gleichzeitig intensiver vorbereiten. Immer wieder staunt sie ehrfürchtig über die Leistungen von 70- und 80-Jährigen. Aufhören mit den Wettkämpfen will sie nicht. Die Atmosphäre sei einzigartig, der olympische Gedanke überall spürbar: Man feuert sich gegenseitig an, am Ende liegt man sich in den Armen.
Und weil das alles noch nicht genug ist, unterrichtet Caroline im Sommer Kinder in der Podersdorfer Surfschule. Eine Tätigkeit, die dem Sonnenschein ebenso viel Freude bereitet wie ihren Schülern.
Mehr über Caroline Möller-Sattler erfährt man auf ihrer Homepage www.carolinemoellersattler.com oder persönlich bei einer Lesung am 22. Februar um 16 Uhr im „Weinwerk“ in Neusiedl. Man darf gespannt sein – auf eine Autorin, die angekommen ist und doch immer weiter unterwegs bleibt.

© Caroline Möller-Sattler