Die Eltern-Kind-Runde Neudörfl organisierte zum dritten Mal einen Baby- und Kinderflohmarkt in der Don Bosco Halle. Auch bei den monatlichen Treffen gibt es neue Angebote für Eltern und Kinder.
Abschied von zwei Schulleitern: Die Nachfolge ist noch offen
Mattersburg
Volksschuldirektorin Rafaela Strauß geht mit 1. September in Pension. Andreas Hackstock, Schulleiter der Handelsakademie, wird sich am 1. Oktober in den Ruhestand verabschieden. Wer die beiden Bildungseinrichtungen künftig dauerhaft leiten wird, ist noch offen. Bei der Volksschule gibt es zwei Bewerberinnen – eine davon ist die Mattersburgerin Sabine Fröch. Die HAK wird ab 1. September gemeinsam mit dem Gymnasium in einen Schulcluster integriert. Die Ausschreibung für die Position der Standortleitung steht noch aus.
Rafaela Strauß leitet die Volksschule seit dem Jahr 2009. Am Freitag, den 29. August, steht für sie der letzte Arbeitstag an.
© Richard Vogler
Am Freitag dieser Woche ist es so weit: Für Rafaela Strauß steht der letzte Arbeitstag an.
Nach der Volksschule maturierte Strauß am Mattersburger Gymnasium. Nach dem Abschluss an der Pädagogischen Hochschule war sie an der Sonderschule, am Polytechnikum Mattersburg und an der Volksschule in Neustift an der Rosalia tätig. Sie fungierte auch als eine der ersten Integrationslehrerinnen im Burgenland.
1996 wechselte sie an die Mattersburger Volksschule, wo sie am 1. Dezember 2009 die Schulleitung übernahm.
„Während meiner eigenen Schulzeit hatte ich eigentlich sehr viele Berufswünsche – im kreativen Bereich. Ich habe dann gemerkt, dass man als Volksschullehrerin vieles ausleben kann. Man kann kreativ sein, etwas bewirken – es vereint sehr viele Dinge. Und ich habe schon immer sehr gerne mit Kindern zusammengearbeitet“, so Strauß über ihren Entschluss, den Lehrberuf zu ergreifen.
Sobald man in der Klasse steht, erlebt man etwas, das nur wenige Menschen haben: ein ehrliches Arbeitsklima. Rafaela Strauß
Rückblickend war dies absolut die richtige Entscheidung. „Das Arbeiten mit den Kindern war für mich eine wunderschöne Sache. Sobald man in der Klasse steht, erlebt man etwas, das nur wenige Menschen haben: ein ehrliches Arbeitsklima. Die Kinder sagen einfach frei heraus, was sie sich denken“, erzählt Strauß.
Mit der Bestellung zur Schulleiterin entfiel dann der tägliche, direkte Kontakt zu den Kindern. „Klar, das war der einzige Punkt, bei dem ich lange bei meiner Bewerbung gehadert habe. Das Führen der Klasse, mitzuerleben, wie sich kleine Persönlichkeiten entwickeln – das ist einfach wunderschön. Dennoch habe ich damals nach vielen Jahren Lehrtätigkeit gewusst, dass eine Veränderung notwendig war.“

© Richard Vogler
Strauß verabschiedet sich nun mit 62 Jahren in den Ruhestand. „Ich hätte erst mit 65 Jahren in Pension gehen müssen. Ich wollte jedoch nie „im Sinkflug gehen„. Heuer gab es eine externe Evaluierung. Dabei wurde erhoben, wie zufrieden Eltern und Kinder sind und wie die Schule arbeitet. Wir haben ein Top-Feedback erhalten – ich kann beruhigt in Pension gehen.“
Das Ende der Berufslaufbahn bedeutet zugleich den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. „Ich bin sehr gespannt auf mich selbst – wie ich reagieren werde, weiß ich noch nicht. Ich werde alles einfach auf mich zukommen lassen.“
Auch in der HAK wird es eine neue Leitung geben: Andreas Hackstock hat dann sein gesetzliches Pensionsalter erricht, er tritt mit 1. Oktober in den Ruhestand. Elf Jahre leitete der Eisenstädter die Mattersburger HAK. Stolz ist er auf „die Qualitäte der Schule, wir konnten auch während der Krisenzeit den Fußballzweig aufrechterhalten. Es ist uns gelungen, den Ausbildungszweig ,Media HAK' an die Schule zu bringen. Und es war auch wichtig, dass das Kollegium die Entscheidungen bezüglich des Schlclusters mitgetragen hat“, so Hackstock.
Mit den beiden anstehenden Pensionierungen stellt sich die Frage der Nachfolge.

© Landesmedienservice Burgenland
Für die Schulleitung der Volksschule Mattersburg wurde vor Kurzem die Bewerbung ausgeschrieben – zwei Kandidatinnen gibt es. Eine der beiden Kandidatinnen ist eine Pädagogin außerhalb des Burgenlandes. Die andere ist Sabine Fröch, derzeit stellvertretende Direktorin der Volksschule. Die Mattersburgerin absolvierte in ihrer Heimatstadt die Volks- und Hauptschule und maturierte danach am Eisenstädter Theresianum. Nach der Pädak war sie zunächst in der Nachmittagsbetruung in Steinbrunn, anschließend in Wien und in Sieggraben als Lehrerin tätig. Am Montag kommender Woche startet sie in das 14. Schuljahr an der Mattersburger Volksschule.
„Ich bin schon lange in unserem Schulentwicklungsteam tätig, was mir immer sehr gefallen hat. Ich empfinde es als eine sehr spannende Aufgabe, bei der Entwicklung von Schul- und Unterrichtsqualität mitzugestalten. Sollte die Wahl auf mich fallen, so würde mir das Unterrichten in der Klasse doch sehr abgehen“, so Fröch zu den Beweggründen, sich um das Dirketorenamt zu bewerben.
Am Montag dieser Woche wurde von der Bildungsdirektion Burgenland das Hearing durchgeführt. „Bei diesem Verfahren ist stets – damit nichts willkürlich ,passiert' – eine externe Agentur für ein Objektivierungsverfahren dabei. Wir warten nun die Stellungnahmen dieser Agentur ab. Da Volksschulen Landesschulen sind, entscheidet schlussendlich die Bildungsdirektion“, berichtet Bildungsdirektor Alfred Lehner, der auch einen Zeitplan für die Entscheidung nennen kann: Erfahrungsgemäß wird dies noch bis etwa November dauern. Bis dahin gibt es eine interimistische Lösung. „Die Bildungsdirektion hat Sabine Fröch mit der Schulleitung betraut“, so Lehner.
Etwas anders gestaltet sich die Situation an der Handelsakademie Mattersburg. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird der Bundesschulcluster Mattersburg ins Leben gerufen. Partner dieses Projekts sind das BG/BRG Mattersburg und die HAK/HAS Mattersburg. Als Clusterleiter wird Christian Schreiner, Direktor des Gymnasiums Mattersburg, fungieren. Für beide Schulen wird es jeweils eine Standortleitung geben. Am Gymnasium übernimmt diese Funktion Schreiner selbst, für die HAK wird es eine interne Ausschreibung geben – Zielgruppe sind Lehrkräfte beider Schulen.

© Foto Tschank / www.brgmattersburg.at
„In den nächsten Tagen wird die interne Ausschreibung veröffentlicht. Dann können sich Kolleg:innen mit entsprechender Ausbildung bewerben. Spätestens mit dem 1. Oktober wird eine Entscheidung getroffen“, so Schreiner, der die Auswahl der Standortleitung in Abstimmung mit der Bildungsdirektion treffen wird.
Der Schulcluster Mattersburg mit dem Schwerpunkt Spitzensport soll schulische Ausbildung mit professioneller Sportförderung verbinden. Dabei bleiben die Eigenständigkeit und individuelle Identität der Schulen erhalten – der Sport wird zum verbindenden Element. Es wird ein gemeinsames pädagogisches Leitbild entwickelt. Das Konzept des neuen Schulclusters basiert auf drei zentralen Säulen: Der schulischen Ausbildung mit Matura, der sportlichen Förderung bis zum Hochleistungsbereich sowie der Schaffung beruflicher Perspektiven im Sportumfeld.
Neben der sportlichen Ausbildung sollen auch Berufe rund um den Spitzensport mitgedacht werden – von Sportwissenschaftler:innen über Sportpsycholog:innen bis hin zu Eventmanager:innen und ähnlichen Berufsbildern im Sportbereich. In einem zweiten Schritt sollen auch Lehrberufe im Bereich Sport – wie Masseur:innen, Sicherheitsdienste oder Sportgerätefachkräfte – durch Kooperationen mit der Polytechnischen Schule und der Berufsschule eingebunden werden.
Das kommende Schuljahr wird dazu genutzt, das Detailkonzept auszuarbeiten.
„Der Schulcluster wird einige Synergien mit sich bringen – vorhandene Ressourcen können gemeinsam genutzt werden. Im Bereich des Bildungsangebots kann man zum Beispiel kooperieren. Wir können auch Lehrpersonal in beiden 'Häusern' flexibel einsetzen“, erläutert Schreiner.