Im Burgenland wird noch intensiver für Kinder und Enkel vorgesorgt, als in anderen Bundesländern. Die Sparstudie der Erste Bank zeigt aber auch, dass gerne konservativ veranlagt wird. Dabei können schon kleine Beträge auf lange Sicht große Summen bringen - und das wird durch das „Zukunftsdepot“ des Bundes jetzt besonders interessant.
Land Burgenland baut das Bibermanagement aus
Naturschutz
Mehr Geld, neues Fachpersonal und zusätzliche Maßnahmen sollen Konflikte entschärfen und den Schutz des Bibers sichern.
Bibermanagerinnen Tanja Spreitzer-Polleres und Carina Eisenwagner, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner sowie Elke Schmelzer und Josef Schuh vom Vorstand des Naturschutzbundes Burgenland
© Landesmedienservice Burgenland
Das Bibermanagement im Burgenland wird gezielt weiterentwickelt und deutlich gestärkt. Grundlage dafür sind zahlreiche Rückmeldungen aus Gesprächen von Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie weiteren Stakeholdern. Ziel ist es, den Schutz des streng geschützten Bibers mit den Interessen von Gemeinden, Privatpersonen sowie der Land- und Forstwirtschaft besser in Einklang zu bringen.
Finanziell wird das Bibermanagement durch das LE-Projekt „Maßnahmen zum Schutz des Bibers“ mit 180.000 Euro unterstützt. Zusätzlich stellt das Land Burgenland im Jahr 2026 rund 50.000 Euro für Präventionsmaßnahmen bereit – um etwa 20.000 Euro mehr als in den Vorjahren. Neu in die Förderung aufgenommen werden unter anderem Vergrämungsmaßnahmen, insbesondere in sensiblen Infrastrukturbereichen.
„Der Biber leistet einen wichtigen Beitrag zur Renaturierung, zur Artenvielfalt und zum Wasserrückhalt in der Landschaft“, betont Landesrätin Haider-Wallner. Gleichzeitig nehme man die Anliegen der Gemeinden sehr ernst. Ziel sei es, Konflikte frühzeitig zu entschärfen und praktikable Lösungen direkt vor Ort zu ermöglichen.
Durch das Aufstauen von Gewässern schaffen Biber wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und wirken zugleich als natürliche CO₂-Senken. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenperioden gewinnt dieser Wasserrückhalt auch für Landwirtschaft und Mikroklima an Bedeutung. Wo jedoch intensive menschliche Nutzung auf diese ökologische Wirkung trifft, kann es zu Problemen kommen – etwa im Wasserbau, bei Infrastruktureinrichtungen oder in der Land- und Forstwirtschaft.
Um Gemeinden und Betroffene bestmöglich zu unterstützen, setzt das Land verstärkt auf fachliche Kompetenz. Mit Carina Eisenwagner und Tanja Spreitzer-Polleres übernimmt ein Expertinnen-Duo vom Naturschutzbund Burgenland zentrale Aufgaben im Bibermanagement. Beide sind Absolventinnen des Masterstudiums „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“ an der Universität für Bodenkultur Wien und verfügen über umfassende Erfahrung im Umgang mit Wildtieren mit Konfliktpotenzial.
Ein Schwerpunkt liegt künftig auf Prävention und besserer Information. Bereits jetzt zeigt sich, dass in über 70 Prozent der Fälle einfache Maßnahmen wie Dammabsenkungen oder der Einbau von Drainagerohren ausreichen, um Probleme nachhaltig zu lösen. Diese Möglichkeiten seien jedoch noch nicht allen Betroffenen bekannt.
Aus dem burgenländischen Landschaftspflegefonds werden daher heuer 50.000 Euro für Präventionsmaßnahmen bereitgestellt. Gefördert werden unter anderem Baumschutzgitter und Elektrozäune, technische Lösungen im Wasserbau, neue Vergrämungsmaßnahmen sowie individuelle Lösungen für besonders betroffene Standorte. Ergänzend wird eine Informationsbroschüre für Gemeinden erarbeitet, die konkrete Best-Practice-Beispiele enthält. In landwirtschaftlich genutzten Flächen, die wiederholt von Überschwemmungen betroffen sind, informiert das Bibermanagement zudem über Fördermöglichkeiten sowie Optionen der Verpachtung oder des Verkaufs.
„Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation“, so Haider-Wallner. Gemeinden werden ersucht, bestehende Unterstützungsangebote aktiv zu nutzen und sich bei Problemfällen frühzeitig zu melden.
Einer pauschalen Freigabe zur Bejagung des Bibers erteilt die Landesrätin eine klare Absage. Der Biber ist europaweit streng geschützt und unterliegt der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU. Im Burgenland gilt daher ein klarer rechtlicher Rahmen: Eingriffe wie Dammentfernungen oder Maßnahmen an der Population sind nur mit naturschutzrechtlicher Ausnahmegenehmigung zulässig – abgesehen von Gefahr in Verzug.
Das burgenländische Bibermanagement folgt einem dreistufigen Ansatz: Prävention, Eingriffe in den Lebensraum und – nur als letztes Mittel – Eingriffe in die Population unter strengen Auflagen. „Eine pauschale Bejagung wäre kein nachhaltiger Lösungsansatz“, stellt Haider-Wallner klar. Biberpopulationen regulierten sich selbst, und wo Tiere entnommen würden, siedelten sich rasch neue an.