Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
Erneuerbare Energie soll den Bau der Klinik Gols finanzieren
Neue Landes-Beteiligung
Der Windkraft- und Photovoltaik-Ausbau werde dem Land auch finanziell zugutekommen, rechnen Landeshauptmann Doskozil, Energie-Vorstand Sharma und Gesundheits-Geschäftsführer Öller vor. Der Plan: Das Land Burgenland steigt als strategischer Partner mit 51 Prozent bei einer Tochtergesellschaft der Burgenland Energie ein, die Erträge und der Gewinn aus dem späteren Verkauf der Anteile fließen direkt in die Klinik Gols.
Präsentierten das neue Modell. Gesundheit-Burgenland-Geschäftsführer Franz Öller, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Energie-Burgenland-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma (v.l.).
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Die Projektgesellschaft, in die das Land Burgenland nun mehrheitlich einsteigt, hat im Wind- und Photovoltaik-Bereich Vorhaben im Umfang von rund 2.000 Megawatt in der Pipeline. „Und die Erträge aus diesem Ausbau werden zur Finanzierung der Klinik Gols verwendet“, gab Landeshauptmann Hans Peter Doskozil heute bekannt. Gemeinsam mit Gesundheit-Burgenland-Geschäftsführer Franz Öller und Stephan Sharma als Vorstandsvorsitzendem der Burgenland Energie erklärte Doskozil das Modell im Detail.
45 Windkraft- und PV-Projekte mit einem Volumen von rund 650 Millionen Euro sind vorerst in der Tochtergesellschaft geplant. Dafür stellt das Land 65 Millionen Euro ebenso wie die Burgenland Energie zehn Prozent Eigenkapital zur Verfügung. Abgedeckt sei die Investition in der Folge durch die Dividenden, die das Unternehmen ausschüttet, erklärte Doskozil. Das Land müsse kein zusätzliches Darlehen aufnehmen und würde seinen 51-prozentigen Anteil nach entsprechender Wertsteigerung wieder an die Burgenland Energie verkaufen. Vor allem dadurch soll dann der Bau des Golser Krankenhauses finanziert werden.
Energie-Vorstand Sharma ergänzte, dass die Europäische Investitionsbank plane, die Hälfte der Investitionen zur Verfügung zu stellen; zusätzliches Geld komme von der Raiffeisen Bank International, Erste Bank und UniCredit sowie von einer der größten europäischen Banken, der Landesbank Baden-Württemberg, und einem österreichisch-europäischen Versicherungskonsortium: „Das Interesse an der Zusammenarbeit und Finanzierung dieses österreichweit einzigartigen erneuerbaren Energieportfolios ist europaweit sehr groß“, so Sharma.
Zwei Fliegen mit einer Klappe: Gewinn und Energie-Unabhängigkeit
Somit sollen mit einem Schritt gleich zwei Fragen gelöst sein, heißt es. Denn der Ausbau der „sauberen Energie“ soll wiederum den Plan der Klimaneutralität und Energie-Unabhängigkeit bis zum Jahr 2030 unterstützen. „Energiesicherheit liegt nicht in der Hand privater Unternehmen, sondern in der Hand des Landesenergieversorgers“, hielten Doskozil und Sharma bei der Präsentation des Vorhabens fest.
„Alle österreichischen Großbanken und die Europäische Investitionsbank ziehen an einem Strang, um die Energiewende zu schaffen. Das hat es bisher in dieser Form noch nicht gegeben. Und es zeigt damit den Maßstab des Projekts“, sagt Doskozil. Und: „Wenn wir wirtschaftlich erfolgreich sind, dann müssen Menschen, die eine hochwertige Krankenversorgung und ein Krankenhaus brauchen, die großen Gewinner sein.“
Es sei schon in Oberwart gelungen, eine Klinik zu errichten, „die ab dem Tag der Eröffnung abbezahlt ist“, das will man auch bei der neuen Klinik in Gols schaffen, „ein Spital ohne Neuverschuldung oder Kredit- und Leasing-Varianten zu finanzieren“

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Die Kosten der Klinik seien erst abzuschätzen, wenn die Zielplanung abgeschlossen und ein Generalplaner-Konzept ausgewählt wurde. Einblick in die Planung gab Gesundheit-Burgenland-Geschäftsführer Franz Öller: „Der zweistufige Architektur-Wettbewerb im Sommer mit der Auswahl des Generalplaners ab Herbst befinden sich in Vorbereitung. Das Projektteam unter der Leitung von Christian Hofstädter aus dem bewährten Oberwarter Bauteam schreibt derzeit die rechtlichen Dienstleistungen für den Wettbewerb aus.“
Laut Öller sei für die Standortwahl in Gols wesentlich, dass die Klinik „von jedem Ort im Bezirk in maximal dreißig Minuten zu erreichen ist“. Die Klinik soll Teil eines neuen Gesundheitscampus für den gesamten Bezirk und darüber hinaus werden, so Öller. Am Standort sollen ein der Klinik vorgelagertes Ambulatorium (unter anderem für Facharztstellen in Kinder und Jugendheilkunde), ein Betriebskindergarten sowie Dienstwohnungen entstehen. Auch die Energieversorgung des Spitals soll primär durch Photovoltaik und erneuerbare Wärmeversorgung erfolgen.
In Sachen Enrgie kündigte Doskozil abschließend an, dass es im September „ein ganz konkretes Angebot für jede Gemeinde geben wird, sich energieunabhängig zu machen“. Die Preisunabhängigkeit wolle man dadurch erreichen, „dass diese Projekte immer Teil einer erneuerbaren Energiegemeinschaft sein werden und die Menschen immer direkt in den Gemeinden vom produzierten Wind- und Sonnenstrom profitieren“. Die Burgenland Energie arbeitet in diesem Zusammenhang an einer „Nord-Süd-Pipeline“: Alle Haushalte vom Nord- bis ins Südburgenland sollen mit mit Strom aus Windkraft und Photovoltaik versorgt werden.