Gegen Cybermobbing: Hier gibt's Hilfe für junge Betroffene

Neue Ombudsstelle

Nicht „nur“ ein Phänomen, sondern ein Problem: Cybermobbing ist ein Thema der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Eine eigene Ombudsstelle bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft bietet kostenlose und anonyme Beratung - und schreitet ein, wenn es ernst wird.

Von Wolfgang Millendorfer

Landesrätin Daniela Winkler präsentierte das Angebot mit Kinder- und Jugendanwältin Nicole Bartl (v.l.).

Landesrätin Daniela Winkler präsentierte das Angebot mit Kinder- und Jugendanwältin Nicole Bartl (v.l.).

© Wolfgang Millendorfer

„Nicht jeder Streit ist gleich Mobbing - aber sobald es um gezielte Belästigung geht, kann vor allem online eine enorme Dynamik entstehen“, warnten Landesrätin Daniela Winkler und Kinder- und Jugendanwältin Nicole Bartl bei der Präsentation der neuen Ombudsstelle. Am besten wär's, wenn man eine solche Stelle gar nicht brauchen würde, aber die Realität der Jugend sieht oft leider anders aus: Was in sozialen Beziehungen vielleicht aus Frust oder „Rache“, womöglich sogar als „harmloser Spaß“ beginnt, kann sich zu einem schweren psychischen Problem auswachsen.

„Man muss darüber reden“, lautet ein klarer Grundsatz. Ein offenes Ohr - und umfassende Beratung - finden Betroffene ab sofort auch bei der Ombudsstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft: telefonisch unter der Nummer 05-7600-2808 und per E-Mail an mobbing@bgld.gv.at

Gegen Cybermobbing: Hier gibt's Hilfe für junge Betroffene

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Der Paragraph 107c regelt seit nunmehr zehn Jahren, wie mit gezielter Belästigung auf digitalem Weg umzugehen ist. Die Problematik spielt aber in viele Bereiche hinein, und es gibt durchaus auch solche, bei denen die Polizei eingeschaltet werden muss. Aus diesem Grund bietet die Ombudsstelle auch eine kostenlose Rechtsberatung, informiert Kinder- und Jugendanwältin Nicole Bartl. Es empfiehlt sich auch, digitale Beweise mittels Screenshot zu sichern; und vor allem geht es darum, sich Vertrauenspersonen mitzuteilen.

Peinliche Fotos oder Postings können gelöscht werden, die Schule oder der Verein können eingeschaltet werden, etwaige Schritte werden aber immer in Abstimmung mit den Betroffenen gesetzt, halten Bartl und Landesrätin Winkler fest. Der Appell geht auch an die Eltern: „Sie sollten auch zu diesem Thema mit ihren Kindern im Gespräch bleiben und sie begleiten.“

Gegen Cybermobbing: Hier gibt's Hilfe für junge Betroffene

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Zentral ist auch die Präventionsarbeit, und die soll im Rahmen des Unterrichts und mit gezielten Aktionen jetzt noch ausgebaut werden. „Man muss den Kindern schon in jungen Jahren mitgeben, was Mobbing auslösen kann. Viele sind sich anfangs vielleicht gar nicht bewusst, welche Folgen das bei anderen hat.“ Handy-Kompetenz ist das Stichwort, und das reicht jenseits der technischen Handhabung bis in den wichtigen Bereich der Ethik.

Antworten auf Fragen erhält man auch in vielen anderen Bereichen bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft Burgenland und über das Landesjugendreferat auf burgenland.at und ljr.at