Diskussion um „Altersdiskriminierung“ beim Online-Energietarif

ÖVP-Kritik

Der Digitalisierungs-Rabatt für Kundinnen und Kunden, die online auf den neuen Tarif umsteigen, ärgert die ÖVP und den Seniorenbund: Weil der Pensionistenverband bei der Umstellung berät, ist die Diskussion mit der ÖVP-Kritik auch eine politische. Burgenland Energie und Pensionisten haben umgehend reagiert.

Von Wolfgang Millendorfer

Diskussion um „Altersdiskriminierung“ beim Online-Energietarif

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Es könne nicht sein, dass die nicht-online-affine ältere Generation vom Zugang zu einem günstigeren Energiepreis abgeschnitten sei, kritisiert Seniorenbund-Landesobmann Rudolf Strommer den digitalen Rabatt. Wie berichtet, gibt es beim neuen Tarif der Burgenland Energie für den Online-Umstieg und die Einwilligung zur elektronischen Rechnung wieder zusätzliche Ersparnis.

Das habe man bereits beim ersten Fixpreistarif mit demselben Zusatzangebot kritisiert, und man habe jetzt auf eine „Korrektur“ gehofft, meinte Strommer. Online-Rabatte gebe es heute in vielen Bereichen, aber es sei „wichtig, dass gerade öffentliche Stellen und Landesunternehmen auf altersdiskriminierende Angebote verzichten“, meint der Seniorenbund-Obmann.

Diskussion um „Altersdiskriminierung“ beim Online-Energietarif

© Wolfgang Millendorfer

„Eine zusätzliche politische Dimension“ sieht ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas in einem speziellen Beratungsangebot für die Online-Umstellung. Mit dem neuen Tarif wurde auch angekündigt, dass der SPÖ-nahe Pensionistenverband in seinen Bezirksbüros behilflich sei, etwa, wenn jemand (noch) keine E-Mail-Adresse habe. Fazekas ortet in dieser Kooperation einen „roten Deal“.

Die SPÖ sieht einen „Anpatzversuch“ und verwehrt sich gegen die Kritik. Diese sei haltlos, meinte auch Pensionistenverband-Landespräsident Helmut Bieler in einer ersten Reaktion. „Der einzige Unterschied zum Seniorenbund ist, dass der Pensionistenverband älteren Menschen, die digital nicht so fit sind, bei der Umstellung behilflich ist", meint Bieler.

So wie Bieler, verweist auch die Burgenland Energie darauf, dass bereits Ende September des Vorjahres per Mail an den Seniorenbeirat allen Organisationen ein Partnerschaftsvertrag angeboten worden sei. Hier stelle sich die Frage, „warum nur der Pensionistenverband diese Möglichkeit zur Unterstützung älterer Menschen angenommen hat“, heißt es.

Und: Der noch günstigere Tarif für den Online-Umstieg sei möglich, weil Papier- und Portokosten wegfallen auf 90.000 burgenländische Kundinnen und Kunden haben laut Vorstandsvorsitzendem Stephan Sharma den Online-Tarif in Aspruch genommen, davon rund 100 mit Unterstützung seitens der Burgenland Energie und des Pensionistenverbandes.

Die ÖVP und der Seniorenbund wiederum sagen, dass man das Kooperationsangebot eben nicht angenommen habe, weil man sich „nicht vor den Karren spannen lassen“ werde, „vor allem wenn es um Altersdiskriminierung geht“. Die Burgenland Energie bleibt indes beim Angebot: „Wenn der Seniorenbund oder auch jede andere Institution jetzt bereit ist, mit uns zusammenzuarbeiten, dann freuen wir uns.“