Im Bezirk Neusiedl am See wurden im Jagdjahr 2025/26 insgesamt 3.937 im Straßenverkehr getötete Wildtiere gemeldet – damit liegt der Bezirk österreichweit an erster Stelle.
Räuberin: „Wahrsagerin empfahl uns, Trafik zu überfallen“
Pärchen verurteilt
Mit einem Messer stand ein maskierter 38-jähriger Ungar am 25. Oktober 2024 in einer Trafik. Unterstützt wurde er von seiner Freundin. Jetzt wurde das Pärchen wegen versuchten schweren Raubes verurteilt.
Die Ungarin und ihr Freund wurden aus dem Gefängnis zum Gerichtssaal gebracht.
© BVZ/Kirchmeir
„Am Anfang dachte ich, es ist ein Scherz“, erinnerte sich jene Frau, die am 25. Oktober des Vorjahres gemeinsam mit einer Kollegin in der Trafik in Gols Dienst gehabt hatte. „Halloween war nicht mehr weit“, sagte sie in ihrer Aussage vor Gericht.
Erst als ihre Kollegin, die in einer Ecke gesessen war, aufstand „und den Knopf drückte“, sei ihr klargeworden, dass es „Ernst war“. Es hätte, meinte die Trafik-Mitarbeiterin, auch anders ausgehen können: Beinahe wäre sie dem Trafik-Räuber ins gezückte Messer gerannt.
Dieser habe kein Wort gesprochen, auch seine Freundin nicht. „Zuerst machte er die Lade auf, in der die Vignetten sind. Dann zeigte er auf die Kassenlade. Ich sagte, nein, ich mache sie nicht auf“, berichtete die mutige Trafik-Mitarbeiterin.
Als ein Auto vor der Trafik zufuhr, verließ das Pärchen ohne Beute die Trafik. Zwei Wochen später wurden die beiden ungarischen Staatsbürger verhaftet.
Am Freitag, 7. Februar 2025, mussten sich der 38-jährige Mann und seine 31-jährige Freundin am Landesgericht Eisenstadt vor einem Schöffensenat verantworten.
Die Angeklagte überraschte mit der Mitteilung, eine Wahrsagerin habe ihnen geraten, eine Trafik zu überfallen. „Sie sagte, dass wir einen Raub begehen sollen“, behauptete die Frau, Mutter eines vierjährigen Sohnes.
Wahrsagerin soll Gehirnblutung prophezeit haben
Sie hätten die Wahrsagerin öfter aufgesucht und es sei immer alles eingetroffen, was sie vorausgesagt habe, so die Angeklagte. Die Wahrsagerin habe ihrem Freund angekündigt, dass dieser eine Gehirnblutung haben werde. „Das ist wahr geworden“, so die Angeklagte.
An den Folgen der Gehirnblutung leidet der 38-Jährige noch immer. Die Fragen des Gerichts beantwortete er teilweise stockend und schwer verständlich.
„Warum haben Sie die Trafik überfallen?“, fragte die Richterin.
Pärchen spielte in Casinos und wollte Geld für Ägypten-Urlaub
„Weil wir kein Geld hatten“, sagte der Angeklagte. Das Pärchen lebte von einigen Hundert Euro pro Monat und war auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen. Dennoch verspielten sie Geld in Casinos und erkundigten sich wegen eines Urlaubs in Ägypten.
„Unser Ziel war, dass wir unseren Urlaub finanzieren“, gab die Angeklagte zu. Sie wollten mit dem in der Trafik geraubten Geld nach Ägypten fahren.
Am Vormittag des 25. Oktober hatte sie bereits einmal die Trafik in Gols aufgesucht und ein Feuerzeug gekauft. Am Abend, zirka um 18 Uhr, kehrten die beiden ungarischen Staatsbürger zurück. Sie setzten Sturmhauben auf und der 38-Jährige zückte sein Jagdmesser, das er immer bei sich gehabt habe, so der Angeklagte.
Räuber: „Ich war erleichtert, dass ich kein Geld bekommen habe“
„Wieso gingen Sie dann wieder hinaus?“, fragte die Richterin. „Ich war erleichtert, dass ich kein Geld bekommen habe. Mir fiel ein Stein vom Herzen“, sagte der Angeklagte.
„Ich sagte zu ihm: Gehen wir nach Hause“, so seine Freundin.
„Wie geht es Ihnen jetzt?“, fragte die Richterin die Trafik-Mitarbeiterin. „Nicht gut“, berichtete diese. Bis Weihnachten sei sie nach dem Überfall im Krankenstand gewesen. Sie leide noch immer unter den Folgen des Ereignisses und sei in Therapie.
Der Angeklagte wurde zu dreieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt, seine Freundin zu zwei Jahren. Er nahm das Urteil an, sie ersuchte um Bedenkzeit. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.