Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

Premiere im Burgenland

In der lithiumfreien Festkörper-Batterietechnologie stecken große Zukunftshoffnungen, was die Speicherung von Strom angeht. Im Burgenland wird das System im Echtbetrieb erprobt: Die Partnerschaft wurde jetzt in Eisenstadt öffentlich unterzeichnet, das Ergebnis mehrjähriger Forschung, zu der ein heimisches Startup entscheidende Beiträge liefert.

Von Wolfgang Millendorfer

Unterzeichnung der Speicher-Kooperation (v.l.): Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma, Landesrat Leonhard Schneemann, Rainer Svacinka (EM PLUS Güssing), Kazumasa Kurokawa (MK PLUS in Japan) und Forschungskoordinator Martin Zloklikovits.<?ZE?>

Unterzeichnung der Speicher-Kooperation (v.l.): Burgenland-Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma, Landesrat Leonhard Schneemann, Rainer Svacinka (EM PLUS Güssing), Kazumasa Kurokawa (MK PLUS in Japan) und Forschungskoordinator Martin Zloklikovits.<?ZE?>

© Wolfgang Millendorfer

Es ist der erste sogenannte Vanadium Solid State Batteriespeicher Österreichs, der im Burgenland nun in den Probebetrieb geht und damit erstmals ans öffentliche Stromnetz. Die Speichertechnologie kommt vollständig ohne Lithium aus und bietet gegenüber klassischen Lithium-Ionen-Systemen deutliche Vorteile in Sicherheit, Leistungsfähigkeit und strategischer Rohstoffverfügbarkeit. Die Technik dahinter wurde bei einer Präsentation in Eisenstadt erklärt - der offizielle Startschuss zur neuen Partnerschaft.

Landesrat Leonhard Schneemann, Burgenland-Energie-Vorstandsvoritzender Stephan Sharma und Forschungskoordinator Martin Zloklikovits kamen im Kulturzentrum Eisenstadt dazu mit Rainer Svacinka (CEO der EM PLUS GmbH Güssing) sowie Gästen aus Japan zusammen: MK-PLUS-Eigentümer Kazumasa Kurokawa war dazu mit einem großen Team angereist.

Das Burgenland werde mit dem Probebetrieb „ein Ort, an dem zukunftsweisende Technologien ankommen, geprüft, verbessert und in Richtung Marktreife begleitet werden“, erklärten Landesrat Schneemann und Energie-Vorstand Sharma die Tragweite der Partnerschaft aus ihrer Sicht.

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Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

© Wolfgang Millendorfer

Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

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Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

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Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

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Dem zugrunde liegte eine mehrjährige Forschungspartnerschaft zwischen der EMPlus GmbH in Güssing und dem japanischen Partner sowie der Forschung Burgenland. Die Entwicklung wurde durch das Startup-Burgenland-Programm angestoßen und seither konsequent weitergeführt. Seit Ende 2023 arbeitet die Forschung Innovation Burgenland (FIB) eng mit EM PLUS zusammen, testete mehrere Generationen von Zellen und Kleinmodellen und unterstützte bei der Systemintegration sowie der Produktentwicklung im Testlabor.

Die Hauptaufgabe besteht nun in der Integration der Vanadium Solid State Batterien in das Batteriespeicher Living Lab unter Reallabor-Bedingungen am öffentlichen Stromnetz. Diese technische Entstehungsgeschichte zeige, wie stark das Netzwerk aus Innovation, Forschung und Wirtschaft im Land funktioniere, sagt Forschungskoordniator Zoklikovits.

Mit dem Aufbau einer Prototypenserie und der geplanten Vorserien-Produktion im Burgenland will EM PLUS die Grundlage für eine spätere Serienfertigung schaffen, und damit letztlich für Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Derzeit sucht man im Burgenland einen Standort für eine mögliche Produktionsstätte.

Erstmals im Echtbetrieb: Batteriespeicher geht ans Stromnetz

© Wolfgang Millendorfer

Technik im Detail: der lithiumfreie Energiespeicher

Die Vanadium Solid State Batteriespeichertechnologie arbeitet vollständig ohne Lithium. Sämtliche benötigten Rohstoffe sind in Europa verfügbar. Das bietet ein strategisches Argument für mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Besonders hervorzuheben sind die hohen Sicherheitsstandards sowie die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit: Laderaten von bis zu 20 Grad Celsius, was vollständige Aufladungen in rund zehn Minuten oder weniger ermöglicht.

Diese Werte wurden bereits in TÜV-Messungen bestätigt. Damit biete die Technologie jene Eigenschaften, „die in Europa dringend benötigt werden“, heißt es vonseiten der Projektpartner, und zwar „sichere, schnelle und nachhaltige Energiespeicher für ein robustes Stromnetz“. Der erste große Batteriespeicher des Landes soll demnächst eröffnet werden; zusätzlich wird, wie berichtet, der organische Speicher von CMBlu erprobt, ebenso Natrium-Ionen-Speicher.