Menge und Qualität der Getreideernte im Burgenland im Durchschnitt

Regionale Unterschiede

Die Burgenländische Landwirtschaftskammer hat am Freitag über die diesjährige Getreideernte Bilanz gezogen. Mit rund 285.000 Tonnen liegt diese leicht über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Die Qualität sei sehr gut, aufgrund der wechselhaften Witterung aber regional unterschiedlich.

Von Von APA / BVZ.at

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, Nikolaus Berlakovich, gemeinsam mit der LK-Pflanzenbauausschussvorsitzenden, Maria Portschy, bei einem Pressegespräch in Deutschkreutz zur Getreideerntebilanz im Burgenland.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, Nikolaus Berlakovich, gemeinsam mit der LK-Pflanzenbauausschussvorsitzenden, Maria Portschy, bei einem Pressegespräch in Deutschkreutz zur Getreideerntebilanz im Burgenland.

© LKBgld./Tesch-Wessely

„Heuer ist eine Ernteschätzung extrem schwierig. Während im Seewinkel die Ernte fast abgeschlossen ist, warten in den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg, Oberpullendorf und dem Südburgenland noch fast die Hälfte der Getreideflächen darauf, gedroschen zu werden. Zum Großteil deswegen, weil der Regen und die Unwetter der letzten Tage ein Einfahren der Ernte unmöglich gemacht haben“, stellte Präsident Nikolaus Berlakovich fest. Mengenmäßig sei von einer gut durchschnittlichen Getreideernte auszugehen.

Kritik am Mehrjährigen Finanzrahmen der EU

Insgesamt werden im Burgenland von den rund 155.000 Hektar Ackerflächen 57.500 Hektar mit Getreide bewirtschaftet. Der gesamte Getreideanbau ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen. Flächenzuwächse gibt es laut Landwirtschaftskammer vor allem beim Winterweichweizen, bei Winterdinkel, Körnermais, Kartoffeln, Sonnenblume und Ackerbohne. Bei Sommergetreide reduzierte sich hingegen die Aussaatfläche um fast 2.000 Hektar (-24 Prozent). Auch die Anbaufläche bei Winterraps sank weiter (-40 Prozent) aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel. In den beiden vergangenen Jahren ging die Fläche bei Raps insgesamt um 60 Prozent zurück. Die Zuckerrübenfläche reduzierte sich ebenfalls um etwa 1.160 Hektar (-39 Prozent) auf einen „historischen Tiefstand“, so Berlakovich.

Heftige Kritik übte der Kammerpräsident am von der Europäischen Kommission vorgestellten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für die Jahre 2028 bis 2034, denn er ortet einen „fundamentalen Umbau“ des EU-Haushalts mit gravierenden Folgen vor allem für die Landwirtschaft. Die Zusammenfassung der Bereiche Agrarpolitik, Regionalpolitik, Migration und Sicherheit wäre ein „gefährlicher Rückschritt“, denn dadurch steige der Konkurrenzdruck, warnte Berlakovich und betonte: „Die gemeinsame Agrarpolitik war bisher erfolgreich. Die Menschen haben hochqualitative Lebensmittel zu leistbaren Preisen bekommen und die Bauern haben gleichzeitig auf eine umweltfreundliche Produktion geachtet. Dieses System wird von der Kommission jetzt zerstört.“