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Einbrecher im Feuerwehrhaus: Noch ein Täter verurteilt
Serie
In einer einzigen Nacht waren Kriminelle im Juli 2024 in vier Feuerwehrhäuser und einen Bauhof eingebrochen. Nach den Haupttätern wurde jetzt der Fahrer verurteilt.
Der 47-jährige Serbe gab zu, einen Mittäter zu den Feuerwehrhäusern gebracht zu haben.
© BVZ/Kirchmeir
Der 47-jährige serbische Staatsbürger hatte bei der Hauptverhandlung am 7. August 2025 im Landesgericht Eisenstadt zugegeben, den Drahtzieher der Einbruchsdiebstähle in seinem VW Passat zu den Tatorten gebracht zu haben. Zwei weitere Täter sollen in einem anderen Auto unterwegs gewesen sein.
Der Organisator der Diebstahlserie und ein Komplize waren bereits im Jänner 2025 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden:
Der nunmehr angeklagte Fahrer war im Juni von der Schweiz an Österreich ausgeliefert worden, nachdem er dort wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs verurteilt worden war.
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt warf ihm auch vor, in der Nacht von 15. auf 16. Juli 2024 an dem Bankomat-Coup beim Postpartner in Draßburg beteiligt gewesen zu sein, den die Täter mit Werkzeug begingen, das sie zuvor bei den Feuerwehren gestohlen hatten. „Bei der Post war ich nicht dabei“, beteuerte der Angeklagte.
Der 48-jährige Drahtzieher der Einbruchsserie, der seine Wurzeln ebenso wie der nunmehr Angeklagte im Kosovo hat, habe ihn beauftragt, ihn zu einem Feuerwehrhaus zu bringen. „Er sagte, die anderen trinken Alkohol und nehmen Drogen, deshalb wollte er mit mir fahren“, berichtete der Angeklagte. Zwei andere Täter seien in einem BMW gesessen.
„Ich nehme an, Sie suchten nicht nur nach Hammer und Brecheisen?“
Zunächst sei nur von einem Feuerwehrhaus die Rede gewesen sein. „Ich nehme an, Sie suchten dort nicht nur nach Hammer und Brecheisen?“, fragte die Richterin den Angeklagten.
„Sie meinten, die Feuerwehr hat bessere Geräte“, schilderte der Angeklagte die Überlegungen der Bande.
Als die Täter beim ersten Feuerwehrhaus aber nicht fanden, wonach sie suchten, wurde in weitere Feuerwehrhäuser eingebrochen. „Am Schluss waren es fünf in einer Nacht“, wirkte der Angeklagte empört. Auch am Bauhof Draßburg hatten die Täter nach verwendbaren Werkzeug gesucht - Material der Feuerwehr war dort zwischengelagert.
Es sei ihm bewusst gewesen, so der Angeklagte, dass seine Komplizen weitere Einbruchsdiebstähle begehen würden. An dem Einbruchsdiebstahl beim Postpartner sei er nicht beteiligt gewesen.
Drahtzieher entschuldigte sich beim Angeklagten
Das bestätigte auch der 48-jährige Haupttäter, der seine Haftstrafe in der Justizanstalt Leoben verbüßt und per Videokonferenz für seine Zeugenaussage in den Eisenstädter Gerichtssaal zugeschaltet wurde. „Ich entschuldige mich bei ihm“, sagte er in Richtung des Angeklagten. „Er konnte nicht stehlen, weil er nicht schnell laufen konnte“, sagte er noch über seinen Komplizen.
Er habe diesen nur gebeten, „sein Auto zur Verfügung zu stellen. Die anderen waren mir zu gefährlich“, so der Zeuge.
Den Kriminalbeamten war der VW Passat aufgefallen, weil das Auto auf mehreren ausgewerteten Kameraaufnahmen unmittelbar hinter dem BMW zu sehen war. Die Kameraaufnahmen waren unter anderem auf der S4 in jener Nacht gemacht worden, als im Bezirk Mattersburg die Einbruchsserie stattfand.
Zu einem Urteil kam es am 7. August nicht: Die Richterin braucht dazu noch das Urteil aus der Schweiz, dieses konnte kurzfristig nicht beschafft werden. Der Prozess wurde auf 19. August vertagt.
An diesem Tag wurde der Angeklagte nach kurzer Prozessdauer schuldig gesprochen. „Er wirkte an den Straftaten mit und beging dadurch das Verbrechen des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls durch Einbruch“, sagte die Richterin. Der Täter erhielt eine Zusatzstrafe in der Dauer von 24 Monaten Haft, davon 16 Monate bedingt, die zusätzlich zur Strafe in der Schweiz ausgesprochen wurde.